Jeder Wanderer kennt sie und jeder hatte sie während seine Wandererkarriere mindestens ein Mal: Die verhassten Blasen an den Füßen. Sie entstehen, wenn sich durch Wärme, Feuchtigkeit und Reibung die verschiedenen Schichten unserer Haut voneinander lösen, und sich zwischen diesen Gewebsflüssigkeiten ansammeln. Blasen an den Füßen sind schmerzhaft, und haben nicht wenigen Wanderern schon ihre Tour vermiest.

Die gute Nachricht für alle geplagten Wanderer ist allerdings: Blasen an den Füßen lassen sich gut vorbeugen. All unsere Tipps, damit Blasen beim Wandern für dich zukünftig der Vergangenheit angehören.

1. Die perfekte Passform & Größe der Schuhe wählen

First and Foremost: Damit du dich während des Wanderns nicht mit Blasen an den Füßen herumquälen musst, sollten deine Wanderschuhe an deinen Füßen sitzen wie angegossen. Wirklich, glaub uns, dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen, denn er ist die Grundvorraussetzung für schmerzfreies Wandern. 

Solltest du Wanderanfänger sein, ist eine ausführliche Schuhberatung hier dringend zu empfehlen, denn bei der Auswahl der Wanderschuhe gibt es einiges zu beachten. Damit du dich später nicht allzu sehr durch den Dschungel der Möglichkeiten kämpfen musst haben wir dir die wichtigsten Punkte einmal zusammengefasst. 

Wir auf unserer Fernwanderung durch Neuseeland. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits über 700 Kilometer hinter uns.

Welche Schuhkategorie benötige ich? 

Schuhe werden je nach Einsatzzweck in Kategorien von A bis D unterteilt. Mehr dazu findest du hier.

Entspricht die Form des Schuhs meiner Fußform? 

Hier ist insbesondere die Breite im Bereich des Vorderfußes wichtig. Zu breite oder zu schmale Schuhe werden dir hier die übelsten Basen bereiten. Ob deine Schuhe gut zu deiner Fußform passen merkst du beim Testen im Outdoorladen auf der „Offroad-Teststrecke“. Die Ferse sollte sich trotz Bergaufgehen auf unebenem Untergrund nicht von der Sohle heben. 

Habe ich vor den Zehen genügend Platz bis zum Schuh? 

Etwa ein Zentimeter sollten die Zehen nach vorne Platz haben. Das hat mehrere Gründe: Zum einen schwellen die Füße im Laufe des Tages immer mehr an, sodass nach vorn mehr Platz benötigt wird. Weiterhin rutscht man beim Bergabwandern mit den Füßen immer etwas nach im Schuh vorn. Solltest du dabei mit deinen Zehen am Schuh anstoßen, sind Blasen vorprogrammiert. 

Soll der Schuh eine Gore-Tex Beschichtung haben?

Eine Gore-Tex Beschichtung ist in vielen Fällen gewünscht, immerhin soll der Fuß ja schön trocken bleiben. Allerdings hat ein Gore-Tex Schuh auch einige Nachteile, die je nach Einsatzzweck abgewogen werden sollten. Das Hauptproblem mit Gore-Tex ist vereinfacht beschrieben folgendes: Kommt kein Wasser rein, kommt auch keins raus. Stehen auf deiner Wanderung Flussdurchquerungen an, bedeutet dies, dass deine Füße für den Rest des Tages in der eigenen Suppe schwimmen. Das Gore-Tex kann sich unglaublich vollsaugen, sodass die Schuhe bis zu einen Kilogram schwerer werden. Ausschütten unmöglich. Bei dieser Menge an Feuchtigkeit im Schuh bilden sich letztendlich auch schnell Blasen. 

Oftmals verlaufen Wanderwege in Neuseeland auch durch ein Flussbett..

2. Die Wanderschuhe gut einlaufen

Der passendste Schuh bringt dir nichts, wenn dieser nicht eingelaufen wurde. Steht eine längere Wandertour an, solltest du deine Schuhe schon viele Wochen vor Start im Alltag tragen und auch eine kleine Probetour einplanen. Nur dadurch wirst du sehen ob der Schuh auch noch dann passt, wenn du ihn den ganzen Tag getragen hast.

3. Die richtigen Wandersocken tragen

Die richtigen Socken beim Wandern tragen viel zum Tragekomfort deiner Schuhe bei. Mit jedem Schritt bewegt sich dein Fuß im Schuh, sodass Reibung entsteht. Wird diese nicht durch gute  Wandersocken vom Fuß ferngehalten entstehen Blasen. 

Aber was zeichnet gute Wandersocken denn überhaupt aus? 

  1. Die Wandersocken sollten perfekt am Fuß sitzen und dürfen keine Falten werfen.
  2. Die Wandersocke sollte die Feuchtigkeit von deinem Fuß weg leiten, denn feuchte Haut ist anfälliger für Blasenbildung.

Unser Tipp: Socken aus Merinowolle eignen sich besonders gut als Wandersocken. Die Schafwolle hat die Eigenschaft besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen zu können.

Die unserer Meinung nach besten Wandersocken sind die Zweilagigen-Wandersocken aus Merino von Wrightsock. Durch die zwei Schichten reibt während der Bewegung nicht der Fuß an der Socke sondern die Bewegung findet zwischen den Schichten der Socke statt. Wir haben diese Socken über 1300 Kilometer auf dem Te Araroa Fernwanderweg getragen, und sind so überzeugt!

➤ Zu den Zweilagigen-Wandersocken von Wrightsock* (aus Merino)

4. Auf trockene Socken & Schuhe achten

Feuchtigkeit potenziert das Risiko beim Wandern an den Füßen Blasen zu entwickeln um ein Vielfaches. Achte deshalb immer darauf trockene Socken zu tragen und deine Schuhe am Abend auf der Hütte mit etwas Papier auszustopfen. Vor allem Gore-Tex Schuhe saugen wie gesagt viel Feuchtigkeit auf. Diese sammelt sich dabei in der Gore-Tex Schicht und kann somit nur schwer wieder aus dem Schuh entweichen.

5. Socken regelmäßig wechseln

Egal wie gut eure Socken und atmungsaktiv eure Schuhe sind – an einem langen Wandertag ist jede Wandersocke irgendwann durchgeschwitzt. Da Feuchtigkeit der Haut deiner Füßen allerdings nicht gut tut, solltest du deine Wandersocken in regelmäßigen Abständen wechseln. Das nicht benutzte Paar hängen wir dann meist zum Auslüften außen an den Rucksack. 

Sehr hilfreich gegen Blasen beim Wandern ist es auch unterschiedliche Socken-Modelle zu wählen. Jede Socke hat irgendwo ihre Schwachstelle. Durch unterschiedliche Modelle kannst du dem Fuß immer wieder die Möglichkeit geben diese beanspruchten Stellen zu entlasten. 

Unser Tipp: Neben den Wrightsock – Wandersocken nutzen wir schlichte, aber sehr dicke Merinosocken von Kathmandu, einer neuseeländischen Outdoormarke. Für uns ist diese Kombination optimal, da wir so zwischen dickeren und etwas dünneren Socken wechseln können.

6. Beanspruchte Stellen präventiv Tapen

Du weißt von vorangegangen Wandertouren schon, an welche Stellen am Fuß sich bei dir gern Blasen entwickeln? Oder gibt hast du an deinen Füßen vielleicht schon die ein oder andere gerötete Stelle gefunden? 

Wenn ja, darfst du nicht länger warten, sondern solltest die beanspruchten Stellen direkt Tapen, die Entwicklung zu einer richtigen Blase ist nämlich schon in vollem Gange. 

Zum Tapen benutzt du am besten das hautfarbene Leukoplast Pflaster-Klebeband*, welches es in jeder Apotheke zu kaufen gibt. Dieses passt sich im Vergleich zu dem weit verbreiteten weißen Band an deinen Fuß an und hält auch deutlich besser. 

➤ Zu dem Leukoplast Pflaster-Klebeband*

Unser Tipp: Das Tape solltest du so lange wie möglich am Fuß behalten, da dieses sich erst mit der Zeit dehnt und vollständig an den Fuß anpasst. Außerdem schadet häufiges Entfernen und Neukleben, der eh schon gereizten Haut.

Zu unserem kompletten Outdoor-Notfallset!

7. Die Füße mit Hirschtalcreme pflegen

Während einer Wandertour werden die Füße ungewohnt belastet, eine Beanspruchung an welche die Füße meist nicht gewöhnt sind. In den dicken Wanderschuhen, entsteht oft auf viel Fußschweiß und Feuchtigkeit, welche die Haut deiner Füße schrumpelig und später rissig werden lässt. Die perfekte Grundlage für die Blasenbildung! Um dies zu verhindern solltest du deinen Füßen während einer Wanderung etwas Pflege gönnen. Wir nutzen hierfür Hirschtalgcreme, welche aufgrund ihrer Zusammensetzung besonders gut für die geschundenen Füße geeignet ist.

Die Hirschtalgcreme hat aber sogar noch weitere Vorteile: Cremst du deine Füße mit dieser fetthaltigen Creme ein, bevor du am Morgen in deine Wandersocken schlüpfst, vermindert diese die Reibung zwischen Fuß und Socke, da sich eine dünne Fettschicht auf der Haut bildet. Dadurch wiederum wird die Reibung an der Haut verringert, die Fußhaut wird weniger beansprucht und die Blasen bleiben aus.

8. Zehennägel so kurz wie möglich schneiden 

Klingt komisch, ist aber der Tipp, welchen wir dir am meisten ans Herz legen möchten. Spätestens wenn auf deiner Wanderung eine längere Abwärtspassage ansteht, wird der Zehenbereich am Fuß besonders stark belastet. Selbst wenn die Zehennägel eine normale Länge haben, reiben sie dann schnell an den anderen Zehen. So entstehen in diesem Bereich oftmals Blasen. Also lieber vorsorgen und die Zehennägel beim Wandern super kurz halten.

Miri’s geschundenen Füße nach 1000 Kilometer Fernwanderung. An der Außenseite der großen Zehe hatte sich aufgrund einer Druckstelle sogar ein „Loch“ gebildet.

9. Wenn es schon zuspät ist: 

Blasen öffnen oder nicht?

Grundsätzlich sollten Blasen lieber geschlossen bleiben, da so keine Keime in die verletzte Stelle eindringen können. Allerdings gestaltet sich dies beim Wandern relativ schwierig. Immerhin möchten wir die Wanderung ja oft noch viele weitere Tage fortsetzen, und im Schuh entstehen durch den stetigen Druck an der noch prallen Blase oft starke Schmerzen. 

Wir haben festgestellt, dass es für uns daher besser ist die Blase vorsichtig zu öffnen, und möglichst steril abzukleben. Das ist zwar nicht optimal, aber immer noch deutlich besser, als das Risiko einzugehen, dass die Blase unkontrolliert während des Wanderns im Schuh platzt, was sowieso irgendwann passieren wird. 

Um die Blase vorsichtig zu öffnen benutzt du am besten eine scharfe Nagelschere, eine Nadel, dein Taschenmesser, oder was du auf deiner Wandertour eben sonst so dabei hast. Reinige, und wenn möglich desinfiziere die Nadel bevor du mit dieser vorsichtig ein kleines Loch in die Blase hineinstichst. Anschließend quetschst du die Blase vorsichtig aus.

Blasenpflaster verwenden

Egal ob du dich letztlich dazu entschieden hast die Blase aufzustechen oder nicht, solltest du sie mit einem Blasenpflaster abkleben. Besonders geeignet sind dafür die zugegebenermaßen etwas teureren Blasenpflaster von Compeed*. Zu kaufen gibt es diese in verschiedenen Größen und Formen, sodass für (fast) jede Stelle am Fuß das richtige Blasenpflaster dabei ist. Das Besondere dieser Blasenpfaster ist, dass sie aus einer Art Gelee bestehen, welches sich optimal an deine Fußform anpasst und die Blase schön polstert. 

➤ Zu den Blasenpflastern*

Unser Tipp: Leider halten die Compeed Blasenpflaster während des Wanderns oft nicht allzu lange. Da sie aber reicht kostenintensiv sind, und es für die Wundheilung generell auch besser ist das Blasenpflaster länger am Fuß zu lassen, empfehlen wir euch die Ränder des Blasenpflasters zusätzlich mit dem festklebenden Leukoplast – Pflasterstreifen zusätzlich zu fixieren.

So, genug dieses leidigen Themas: Viel Spaß auf deiner nächsten Wandertour, natürlich ohne Blasen am Fuß, versteht sich. Außerdem sind wir wie immer auf deine Erfahrungen gespannt. Haben dir unsere Tipps geholfen? Oder was tust du, um Blasen beim Wandern vorzubeugen? Schreib es in die Kommentare!

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