Unser Weg zu Fuß über die Alpen –  Garmisch-Partenkirchen nach Meran. Zehn Tage sind wir unterwegs gewesen um von Garmisch-Partenkirchen Meran zu erreichen. Als Route für unsere Alpenüberquerung nutzten wir Strecken des kaum bekannten L1 Fernwanderwegs. Unser Vorhaben: alle Busstrecken, Lifte und Straßen so gut wie nur möglich zu vermeiden.

Du weißt noch gar nicht was die L1 Alpenüberquerung ist? Hier erfährst du alles über den L1 und seine Etappen. Für alle die es genauer wissen möchten: ihr seid hier genau richtig!

Etappenbeschreibung kurz & knackig • Alpenüberquerung L1

Etappe 1: Von Garmisch – Partenkirchen zum Kreuzeckhaus • L1 Alpenüberquerung

Okay wir stehen am Bahnhof und wissen erstmal gar nicht wohin. Typisch. Micha zückt sein Handy und schaltet maps.me ein. Ich gebe zu: wir sind echte Navigationslegasteniker. Es geht los, vorbei am Olympiastadion, der Schwimmhalle entlang einer schmalen asphaltierten Straße. Weitere zehn Minuten später müssen wir uns aufgrund der Hitze das erste Mal umziehen. Ein Prozedere welches ab heute jeden Tag so ablaufen wird.

Bald erreichen wir den Wald und laufen ab nun an nur noch aufwärts. Eine halbe Stunde später hat Lina sich ihre erste Blase gelaufen. Zweifel kommen auf ob das mit dem Wandern wirklich eine gute Idee war. 😀 Naja, ernst gemeint ist das nicht: aber die Sonne brennt unerbittlich auf uns nieder und ich freue mich über jeden Schritt im Schatten. Beschweren wollen wir uns dennoch nicht. Seit wir vor zwei Wochen den spontanen Entschluss gefasst haben die Alpen auf alternativem Weg zu überqueren freuen wir uns unablässig. Jetzt sind wir endlich hier! Was gibt es besseres?

Kurze Zeit später, aber dennoch etwas erschöpft, erreichen wir die erste der zahlreichen DAV Hütten in welchen wir in den nächsten zwei Wochen übernachten werden. Das Kreuzeckhaus liegt direkt neben der gleichnamigen Seilbahn welche von Garmisch aus hier hoch fährt. Wir nehmen vier Betten im Matratzenlager und machen uns sogleich ans Kochen. Hungrig liebäugeln wir mit dem verlockenden Angebot uns einfach für 8 Euro einen österreichischen Kaiserschmarrn zu kaufen. Aber halt: wir sind doch gerne als Sparfüchse unterwegs. Wir begnügen uns mit einer Packung Instantnudeln und Schokolade.

Übersicht 1. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterkonditionelle / technische SchwierigkeitWegbeschaffenheit
6 Kilometer2 1/2 bis 3 Stundenaufwärts: ca. 900mleichtbreite Wege & Schotterstraßen

Übernachten auf der 1. Etappe • L1 Alpenüberquerung

Die Übernachtungsmöglichkeiten in der Reihenfolge der Entfernung zum Startpunkt. Wir haben im DAV Kreuzeckhaus übernachtet welches wir sehr empfehlen können.

Etappe 2: Vom Kreuzeckhaus zur Knorrhütte • L1 Alpenüberquerung

Highlight des Morgens: endlich mal wieder das Milchpulver zum Frühstück auspacken. Wir fühlen uns als wäre die Uhr zurückgedreht worden. Da kommen die Erinnerungen vom Te Araroa hoch.

Dann geht es los. Leider gestaltet sich die Wegfindung alles andere als leicht, angesichts der Tatsache, dass die Knorrhütte unser heutiges Tagesziel (da noch zu weit weg) wieder nicht ausgeschildert ist. Eine kleine Ewigkeit und einige unnötig gelaufene Meter später (Merke: vertraue lieber deinem GPS Gerät als hilfsbereiten Wanderern) haben wir dem richtigen Abzweig gefunden: er ist leider gesperrt. Wir nehmen den Umweg über den Hochalmweg, eine recht breite Schotterstraße welche sich aufgrund des monotonen Untergrunds und der Hitze schrecklich laufen lässt. Deutlich später als erwartet erreichen wir die Bockhütte und beschließen hier eine ausgiebige Pause einzulegen. Die Landschaft ist wunderschön und im Schatten der momentan leider geschlossenen Hütte bringt unserer Kocher etwas Tütensuppe zum kochen.

Erst viel später füllen wir unsere Wasserflaschen und Trinksysteme im Fluss auf welchem wir nun für die nächsten zwei Stunden flussaufwärts folgen werden. Als wir die Reintallagerhütte erreichen sind wir schon ordentlich erschöpft, doch der angstrengendste Abschnitt heute steht uns noch bevor. Zwar ist die Knorrhütte, unser heutiges Ziel, nur noch drei Kilometer entfernt, die auf den Wegweisern angegebene Zeit von etwa 2 1/2 bis 3 Stunden lässt das Ausmaß des kommenden Anstiegs allerdings nur erahnen.

Munter wandern wir von nun an, schwitzend und keuchend berauf, bis uns zwei ältere Damen entgegen kommen, die meine Großmütter sein könnten. Sie erzählen uns fröhlich über ihren Aufstieg auf die Zugspitze. Wundernd ob ich in diesem Alter später wohl auch noch auf Gipfel klettern werde wandere ich weiter, bis die Knorrhütte direkt über uns auftaucht.

Übersicht 2. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterkonditioneller / technischer SchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
16,5 km (normal 15km)7 Stunden (normal 6-6 1/2h)aufwärts: 1050m (normal 950 m)
abwärts: 630m (normal 530m)
Kreuzeckhaus -Reintallagerhütte: leicht, flach, gut zu laufen
Reintallagerhütte - Knorrhütte: konditionell anstrengend
bis zur Reintallagerhütte: gut erkennbarer ausgetretener Pfad, danach steil, Geröll, Weg nicht immer gut erkennbar aber ausgeschildert

Übernachten auf der 2. Etappe • L1 Alpenüberquerung

Etappe 3: von der Knorrhütte auf die Zugspitze & zur Tillfußalm

Es steht fest: ein Abstecher zur Zugspitze muss auf unserer Alpenüberquerung drin sein. Klar, mit dem Gedanken hatten wir schon einige Zeit geliebäugelt, aber trotzdem frage ich mich, ob unsere gestrige Begegnung mit den zwei älteren Damen nicht seinen Teil zu dieser Entscheidung beigetragen hat.

5:30 klingelt der Wecker. Eine unmenschliche Zeit aufzustehen, aber wir sind nicht die Ersten. Flink teilen wir unseren Tagesproviant und ein paar Wechselsachen auf zwei Rucksäcke auf, der Rest wird im Rucksacklager der Knorrhütte verstaut.

Schon sind wir unterwegs. Der Weg ist überraschend einfach zu laufen und deutlich ausgeschildert. Zügig kommen wir voran, immer weiter aufwärts in Richtung der schneebedeckten Gipfel. Bald sind erste Schneefelder zu queren und wir können die Kamera kaum aus der Hand legen. Es ist einfach wunderschön! An einer Seilbahnstation endet der Pfad, ein einzelner Wegweiser deutet nun Richtung Bergkamm. Das riesige Geröllfeld vor diesem sieht von hier unten ganz schön gefährlich aus. Wir fragen uns ob dies tatsächlich der richtige Weg ist, bis wir weiter oben eine kleine Gruppe Wanderer das Geröllfeld herunterschnitten sehen. Na dann mal los! Zügiger als gedacht, kommen wir vorwärts. Direkt oberhalb des Geröllfeldes beginnt ein zwar deutlich exponierter aber seilversicherter Abschnitt welcher uns direkt bis zum Plateau der Zugspitze bringt.

Oben angekommen trifft uns ein kleiner Schock: auf dem überfüllten Plateau angekommen, drängt sich genau vor uns eine Gruppe in Absatzschuhen an den Bratwurststand. Naja, das Gefühl gerade einen Gipfel bestiegen zu haben wird wohl auf sich warten lassen…

Ziemlich schnell denken wir wieder über unseren Abstieg nach: Micha und Lina wählen die Seilbahn (7€ p.P), Paula und ich steigen ab. Unten angekommen stellen wir beide amüsiert fest, dass unsere beiden etwas bequemeren Wanderfreunde noch immer oben in der Warteschlange stehen :D.

Zurück an der Knorrhütte führt der Weg bequem und eben bis zum Gatterl, hier ist Zeit für ein Grenzfoto! Auf kleinem Umweg über die Ehrwalder Alm erreichen wir bald die Tillfußalm, vorerst sind wir sogar die einzigen Gäste. Viel scheint hier nicht los zu sein, das hat aber auch seinen Preis. 25€ p.P im Schlaflager aber dafür mit einem rustikalem Frühstück (zwei Scheiben Brot plus Butter) und warmer Dusche finden wir aber trotzdem etwas viel.

Übersicht 3. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegbeschaffenheit
17,5 km (ohne Zugspitze 8,5km)8 Stunden (inkl. Zugspitze)aufwärts: 1310
abwärts: 1961m
Zugspitze: anfänglich leicht, dann schwierig, exponiert, Geröllfeld lose, absolute Trittsicherheit & Schwindelfreiheit erforderlich
Knorrhütte - Tillfußalm: anfänglich leicht, danach etwas exponiert, 20m seilversicherter Steig
grundsätzlich gut ausgetretene, ausreichend markierte Wege, Ausnahme: Aufstieg auf Zugspitze über Geröllfeld, Zugspitze: gesicherter Steig

Übernachten auf der 3. Etappe • L1 Alpenüberquerung

Etappe 4: Auf dem L1 von der Tillfußalm nach Obermieming

Die Wirtin deutet mit dem Finger auf die Gebirgskette: “ Wir werden euch heute den ganzen Tag zuschauen können“ meint sie, und verabschiedet sich von uns. Tatsächlich ist die „Niedere Munde“ über welche wir heute nach Obermieming wandern werden nicht zu übersehen.

Stetig aber konstant wandern wir aufwärts, und die „Niedere Munde“ ist zügig erreicht. Wow, was für ein Wahnsinns – Blick! Gespannt schauen wir ins Tal und machen Obermieming aus. Von ihr oben sieht es auch gar nicht mehr weit aus. Auch Marko treffen wir hier oben, ein Wanderer welcher gestern spät abends die Tillfußalm erreicht hatte. Auch er wandert auf dem L1 und wir entschließen uns von nun an gemeinsam weiter zu gehen. Die neue Gesellschaft tut gut, es gibt viel zu erzählen, und die Zeit verfliegt. Kurze Zeit später legen wir eine Pause an der neuen Alplhütte ein und picknicken im Gras.

Von hier ist es nicht mehr weit bis ins Tal, und ein gut ausgebauter und aber besuchter Weg leitet uns ins Tal. Obwohl die ursprüngliche Routenführung die Unterbringung in Untermieming vorsieht, werden wir in Obermieming bleiben. Micha hat nach langer Telefoniererrei, dort die Pension Sonnenhof ausfindet gemacht, welche uns für 35€ p.P in Doppelzimmern unterbringen wird. Ein wahrer Glücksgriff, die Pension ist schön und die Wirtin unglaublich freundlich.

Übersicht 4. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
17,5 Kilometer6,5 Stundenaufwärts: 1050m
abwärts: 1580m
Aufstieg mit guter Grundfitness gut machbar, Abstieg sanft & gut ausgebautPfad, Wege sind durchgehend markiert

Übernachten auf der 4. Etappe • L1 Alpenüberquerung

Etappe 5:von Obermieming zur Dortmunder Hütte • L1 Alpenüberquerung

5:45 klingelt der Wecker. Ich drehe mich noch ein paar mal im bequemen Bett der Pension Sonnenhof um und stehe auf. Wahnsinn, was das Wandern so mit einem machen kann, zuhause würde ich niemals ohne Murren und schlechte Laune so früh aus dem Bett kommen…

Micha und ich packen schnell unsere Sachen zusammen. Unsere Gedanken drehen sich nur um das Frühstück: mit was wir wohl diesmal zu rechnen haben? Ich muss schmunzeln: Jedes mal das Gleiche. Kaum ist man ein paar Tage wandern, drehen sich die Gedanken nur noch um eines: dem Essen.

Als wir die Gaststube betreten kommt die Wirtin gerade mit frischem Brot vom Bäcker. Im Nebenraum ist ein reichliches Buffet toll angerichtet. Oh, hier könnten wir länger bleiben. Deutlich später als geplant wandern wir los. Das Frühstück war der Wahnsinn. Das merke ich auch deutlich beim Tragen meines Rucksackes, den Hüftgurt kann ich gerade leider nicht so fest wie gewohnt anziehen. Wir haben wohl etwas über die Stränge geschlagen 😀

Von Obermieming wandern wir nun zunächst stetig bergab bis zur Inn, welche das Tal in zwei Stufen teilt. Über eine Fußgängerbrücke erreichen wir Stams, ab nun geht es die nächsten Stunden stetig bergauf. Viele Wanderer haben diese Etappe mit seinen addierten 4000 Höhenmetern (An- und Abstieg) als besonders hart beschrieben. Mal sehen was uns heute noch so erwartet.

Deutlich entspannter als erwartet führt von Stams ein Forstweg stetig berauf bis zur Stamser Alm. Die Sonne brennt schon wieder unermüdlich auf uns wieder, und wir sind froh über jeden Schritt im Schatten.

An der Alm angekommen finden wir die Gaststube erst einmal nicht (sie versteckt sich hier einem privatem Kuhstall) und folgen dem falschen Weg. Erst einige Minuten später bemerken wir unseren Fehler. Dummerweise verläuft der richtige Pfad parallel zu diesem, jedoch einige Höhenmeter über uns (danke liebes GPS Gerät an dieser Stelle 😀 ). Wir machen kehrt, finden schließlich auch die Alm, und folgen nun dem richtigem aufwärts Weg Richtung Bährlehn-Kreuz. Die Aussicht ist gigantisch, aber leider hat sich die Sonne inzwischen hinter einigen Wolken versteckt und hier oben weht ein eisiger Wind. Lange Pausen fallen ab hier kältebedingt leider aus.

Vom Bährlehn – Kreuz aus wandern wir nun stetig den Bergkamm berauf. Schon lange ist der Pirchkogel sichtbar, und sieht trotz der vielen schon gelaufenen Höhenmeter immer noch unendlich weit weg aus… Später klettern wir über einige Geröllfelder, erreichen den Pirchkogel und kurz darauf den hinteren Grieskogel. Hier legen wir eine kurze Pause ein und machen unserer heutiges Tagesziel aus: unten im Tal ist Kühtai sichtbar! Ab nun verfliegt die Zeit, und nach einem etwas steilerem Abstieg wandern wir gemütlich ins Tal hinunter. Erschöpft aber in besserem Zustand als erwartet erreichen wir die Dortmunder Hütte…

Übersicht 5. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
24 Kilometer8 Stundenaufwärts: 2550m
abwärts: 1450m
sehr lange Etappe, anstrengender Aufstieg mit etwas Felsenkletterei zum Ende hin, anfangs recht steiler Abstieg mit einigen SchneefeldernForststraße bis zur Stamser Alm, danach zunehmend steilerer aber gut markierter Pfad, nach dem Bährlehn-Kreuz oftmals kein erkennbarer Pfad, jed. durchgehende Markierung auf Steinen im Boden, Abstieg auf Pfaden bis Kühtai

Übernachten auf der 5. Etappe • L1 Alpenüberquerung

Etappe 6: von Kühtai zur Schweinfurter Hütte • Alpenüberquerung L1

Nach dem doch recht langen Tag gestern, entscheiden wir uns heute einen ruhigeren Tag einzulegen, unsere Füße werden es uns hoffentlich danken. Von der Dortmunder Hütte steigen wir Richtung Staumauer auf. Nicht gerade der schönste Weg, dafür aber ohne besondere Anstrengung machbar, eine schöne Abwechslung.

Der etwas monotone Anstieg mit der wuchtigen Staumauer im Blick zieht sich dann aber leider doch länger als erwartet, zugegeben, von unten erscheint die Mauer einfach deutlich kleiner.

Oben angekommen erkennt man schon die Scharte über welche wir heute in das Tal der Guben-Schweinfurter Hütte absteigen werden. Sieht ganz schön hoch aus, und weiß obendrein. In der Nacht hat es nämlich geschneit. Ein herrlicher Anblick!

Wir folgen dem Weg entlang des Stausees bis ans andere Ende. Ab hier beginnt nun der Anstieg. Kaum einige Meter gelaufen kommt uns ein Pärchen in Turnschuhen entgegen. Auf unsere Frage nach dem Zustandes des weiteren Wegs, werden wir von oben bis unten gemustert, dann meinen die beiden, dass aufgrund der Schneeverhältnisse ein GPS Gerät sehr hilfreich wäre. Naja, an GPS Geräten mangelt es uns nicht … „Im Gegensatz zu uns habt ihr doch wenigstens Wanderschuhe dabei“, meinen sie noch als sie weiterwandern.

Etwas Vorfreude aber auch Aufregung macht sich breit, wir sind gespannt was uns erwartet. Dummerweise fängt es nun auch an zu schneien und dicke Nebelwolken breiten sich aus. Zwar nicht unbedingt mein Lieblingswetter, aber die Langschaft sieht nun gleich viel eindrucksvoller aus.

Wir suchen uns unseren Weg durch die Schneefelder bis zur Finstertaler Scharte, welche wir deutlich später als erwartet erreichen. Gerne hätten wir hier oben eine Pause eingelegt, aber es ist deutlich zu kalt.

Schnell steigen wir wieder ab – die ganze Zeit die Schweinfurter Hütte im Blick. Dort angekommen sind wir vollkommen erschöpft. Und das, obwohl gerade heute ein entspannter Tag werden sollte. 🙂

Übersicht 6. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
9,5 Kilometer4 Stundenaufwärts: 1050m
abwärts: 950m
kurze Etappe, mit etwas Felsenkletterei zum Ende des Aufstiegs, Weg markiert, jed. nach Schneefall GPS notwendig!
Abstieg relativ steil & knielastig
breiter Pfad bis an das Ende des Stausees, danach felsiger Untergrund & Schneefelder im weiteren An- & Abstieg

Übernachten auf der 6. Etappe • L1 Alpenüberquerung

Etappe 7: von der Schweinfurter Hütte zur Amberger Hütte • L1 Alpenüberquerung

Heute steht uns die nächste lange Etappe bevor. Schon vor allen Anderen krabbeln wir aus unseren Schlafsäcken und machen uns draußen eine warme Milch zum Müsli. Es ist eiskalt.

Von der Schweinfurter Hütte aus führt uns der Weg gemächlich das Tal hinauf. Noch ist Schatten im Tal und die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt und wir freuen uns als uns die ersten Sonnenstrahlen treffen.

Das Tal ist wunderschön (und für alle die mit Zelt wandern übrigens optimal zum Campieren geeignet), so wie man sich eine Almwiese fernab der Orte eben vorstellt.

Als wir ein privates Grundstück passieren, wittern die Kühe ihre Chance nun auf die Weiden freigelassen zu werden und verfolgen uns einige Meter, bis der Hofhund sie wieder an Ort und Stelle bringt. Von hier an wird der Pfad schmaler und steiler und wir passieren erste Geröllfelder.

Einige Bullen beobachten uns skeptisch während wir uns das Tal immer weiter aufwärts schlängeln. Inzwischen kann man am Ende des Tals das Zwieselbachjoch schon ausmachen, in dessen unmittelbarer Nähe der Zwieselbachferner, ein kleiner Gletscher liegt.

Oben am Zwieselbachjoch angekommen, können wir uns trotz der Kälte nicht überwinden sofort weiterzulaufen. Vor uns liegt eindrucksvoll der Hauptalpenkamm mit seinen schneebedeckten Gipfeln so weit das Auge reicht.

Komplett durchgefroren steigen wir ab, im Gegensatz zum gestrigen Abstieg, ist dieser zum Glück nicht allzu steil. Dafür sind wir diesmal umso zügiger unterwegs, in der Hoffnung die durchgefroren Gliedmaßen so schneller aufwärmen zu können. Es funktioniert. An der Winnebachseehütte angekommen legen wir eine lange Pause ein, und bewundern die Menschenmassen die vom Tal aufsteigend in die Hütte strömen. Hier ist es einfach wunderschön!

Kurz darauf schlagen auch wir den Weg ins Tal ein, und erreichen bald darauf Winnebach, eine kleine Ansammlung von Pensionen oberhalb von Gries. Direkt hinter der Pension zweigt unser Weg von der Hauptstraße zurück in den Wald ab. Von nun an folgen wir dem Fluss aufwärts bis zur Amberger Hütte. Ein langer aber gemächlicher Tag …

Übersicht 7. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
21 Kilometer7,5 Stundenaufwärts: 1580m
abwärts: 1480m
relativ leichte aber lange Etappe, Schneefeldüberquerungen beim Auf- & Abstieg am Zwieselbachjochvon der Schweinfurter Hütte zur Winnebachseehütte: gut markierte Pfade, Schneefeld & Geröllfeldquerungen

von der Winnebachseehütte zur Amberger Hütte: gut besuchter & breiter Weg

Übernachten auf der 7. Etappe • L1 Alpenüberquerung

Etappe 8: von der Amberger Hütte nach Zwieselstein • L1 Alpenüberquerung

Aufgrund von Knieproblemen von Paula und Lina überspringen wir diese Etappe. Irgendwann kommen wir zurück und vollenden diesen Abschnitt. Wir wählen den Weg zurück ins Tal nach Gries, von dort aus braucht man etwa anderthalb Stunden bis nach Längenfeld. In Längenfeld füllen wir unsere Vorräte für die nächsten Tage auf und nehmen den Bus nach Sölden. :'(

Übersicht 8. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
19,5 Kilometer8 Stundenaufwärts: 145m
abwärts: 2100m
technisch schwierig, Gletscherquerung (spaltenfreier Gletscher), langer knielastiger AbstiegPfad mit rot-weißer Markierung, bei Nebel ist GPS hilfreich, Gletscherquerung, bzw. lose Tritte oberhalb des Gletschers

Übernachten auf der 8. Etappe • L1 Alpenüberquerung

Unterkünfte in Sölden gibt es unzählige. Wie in jeder Touristenhochburg findet man hier leider auch dementsprechende Preise. Für alle „low-budget“-Reisende lohnt es sich weiter nach Zwieselstein zu laufen (ca. 1h).

Etappe 9: Zwieselstein nach Moos in Passeier • Alpenüberquerung auf dem E5

Unsere ursprüngliche Planung auf dem L1 über die Martin-Busch Hütte und die Schöne Aussicht Hütte nach Meran zu wandern haben wir heute morgen einfach mal über Bord geworfen: Wieso? Knieprobleme in der Gruppe sind das eine vielleicht noch Verkraftbare, aber dazu kommt: alle Hütten auf der Route sind ausgebucht. Hätten wir bloß mal weiter im Voraus gebucht… (an dieser Stelle: macht nicht den selben Fehler wie wir, bucht im Voraus!)

Etwas schlechte Laune, Verzweiflung und Recherche später haben wir eine Alternative gefunden: Wir werden auf dem E5 von hier in Zwieselstein nach Moos in Passeier wandern und von dort am darauffolgenden Tag einem anderen Weg durch die Passerschlucht nach Meran folgen. Klar, nicht so spektakulär vielleicht wie die Originalroute des L1 über den Saykogel Gletscher, aber eine direktere und einfachere Strecke. Gut für den kniegeschädigten Teil unserer Wandergruppe.

Von der DAV Talhütte in Zwieselstein folgen wir also der E5 Beschilderung Richtung Timmelsjoch. Richtig ungewohnt diese übervorsichtige Beschilderung an jeder Ecke. Tatsächlich treffen wir auf dem Weg nach oben jedoch nicht mehr oder weniger Menschen als zuvor auf dem L1. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der E5 sich in Zwieselstein in zwei Wegverläufe aufteilt und der Großteil der E5 – Wanderer über die Martin-Busch Hütte geht. Diese Tatsache, dass sich da der E5 und der L1 treffen ist übrigens auch der Grund für die dort ständig ausgebuchten Hütten. Tja, hätten wir das mal vorher gewusst. Was solls, nun ist es ja nicht mehr zu ändern.

Der Weg zum Timmelsjoch schlängelt sich erst durch Wald dann über Wiesen ständig parallel zur Hochalpenstraße bergauf. Oben angekommen sind wir komplett durchgeschwitzt und es weht ein eisiger Wind. An der kleinen Steinhütte finden wir einen geeigneten Windschutz und legen eine kleine Pause ein. Schön hier oben.

Von nun an geht es zunächst etwas steil, dann sanfter bergab. Das Tal verläuft parallel zum dem, durch welches die Straße führt und wir sind zum ersten mal wieder völlig abgeschieden vom touristischen Trubel des Timmelsjochs.

Bald öffnet sich das Tal und wir blicken von oben auf die Timmelsjochstraße hinab, welche wir kurz darauf kreuzen. Von nun an führt der Weg gemütlich über private Grundstücke und bewirtschaftete Wiesen. Mit Erstaunen bewundern wir die Südtiroler Bauern welche per Hand das Heu an den steilen Hängen wenden.

Von hier ist Moos in Passeier nicht mehr weit. Wir folgen kurze Zeit einer kaum befahrenen Straße bis unser Weg wieder ins Gebüsch abbiegt. Dem Passer (Fluss) das Tal abwärts folgend, kreuzen immer wieder mit Kies und Sand beladene LKWs unseren Weg: An der anderen Uferseite befindet sich ein Abbaugebiet, kaum zu übersehen an den großen gerodeten Flächen, Kieshaufen und gesprengten Steilhängen. Der Kontrast zu den menschenleeren Gebieten und unberührten Natur ist einfach enorm.

Wir fragen uns, ob uns das Anbaugebiet wohl auch so hässlich in Erinnerung bleiben würde wenn wir nicht einige Tage in unberührter Natur verbracht hätten?

Übersicht 9. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
21 Kilometer7 Stundenaufwärts: 1000m
abwärts: 1470m
leichte aber lange Etappe, relativ langer aber mäßiger Anstieg zum Timmelsjochdurchgehend sehr gut markierter Pfad

Übernachten in Moos in Passeier

Sehenswertes Moos am Passeier

  • Bunker Museum (Adresse:  Dorf 29a, 39013 Moos in Passeier, Öffnungszeiten: Di-So: 10-18 Uhr)

Etappe 10: von Moos in Passeier nach Meran • Alpenüberquerung Durch das Passertal

Bei einem leckerem Frühstück im Café Maria schauen wir uns erstmalig den heutigen Streckenverlauf der Alpenüberquerung an. Den E5 werden wir heute wieder verlassen und entlang des Passers, 29 Kilometer bis nach Meran laufen. Der Besitzer des Hotels spricht uns Mut zu: die Strecke soll schöner und kürzer als die E5 Variante sein. Wir sind gespannt.

Motiviert laufen wir durch die wunderschöne Passerschlucht. Viele Menschen trifft man hier wirklich nicht. Verwunderlich, denn der Weg ist überdurchschnittlich gut ausgebaut und mit modernen Brücken versehen. Diesen Umstand genießen wir aber wirklich sehr. Die Kilometer scheinen nur so an uns vorbei zu fliegen und schon wenige Stunden nach unserem Aufbruch liegen wir weit vor unserer Zeitplanung. Vielleicht wird ja doch noch etwas aus unserem abendlichen Spaziergang durch Meran?

Die Landschaft wechselt nach und nach und wir verlassen die relativ einsame Passerschlucht und treffen nun immer häufiger auf besiedelte Gebiete. Bei St. Leonard in Passeier macht der Fluss einen Schlenker und führt von nun an gerade zu nach Meran. Wir passieren einige riesige Apfel- und Weinplantagen und wunderschöne Häusern im italienischen Stil.

Der Weg ist nun größtenteils asphaltiert und als Radweg freigegeben. Duzende Radfahrer sausen also an uns vorbei, fordern klingelnd ihr Wegerecht ein oder schauen uns verwirrt hinterher. Zugegebenermaßen kann ich das nachvollziehen: mit unseren abgetragenen Wanderklamotten und vollgestopften Rucksäcken geben wir hier inmitten der gut gekleideten „La dolce Vita“ Touristen bestimmt ein witziges Bild ab. Tja, uns stört es nicht..

Auf den letzten Kilometern nach Meran feuern uns praktische kleine Holzpfeiler am Wegesrand an, welche in regelmäßigen Abständen die Entfernung bis nach Meran anzeigen. 12km, 11km, 10km … Komisch, dass sich diese letzten Kilometer immer so in die Länge ziehen müssen. Inzwischen merken wir alle unsere Füße überdeutlich, der harte Untergrund und die monotonen zügigen Bewegungen heute sind nicht wirklich das Beste für unsere eh schon angeschlagenen Füße.

Endlich in Meran angekommen müssen wir erstmal ein Bild am letzten Kilometeranzeiger schießen. 0km. Das Ziel unserer Alpenüberquerung, Meran! Naja, fast zumindest. Was wir leider nicht bedacht haben, ist die Tatsache, dass wir zwar nun ganz objektiv gesehen in Meran angekommen sind, aber leider eben noch am Ortseingang stehen.

Die nächste halbe Stunde verbringen wir also damit weitere 3 Kilometer entlang des Passers durch hübsche Parks bis ins Stadtinnere und zu unserem Hostel zu wandern. Dort empfängt uns eine freundliche Dame, welche für uns vier erschöpfte Wanderer sogar ihre Pause 20 Minuten eher beendet. Denn, wer hätte es gedacht, es ist erst 15:40 und das Check-in eigentlich noch nicht geöffnet (heute morgen hatten wir noch überlegt ob wir das Spät-Check-in nutzen müssen 😀 )!

Erschöpft von den letzten Tagen fallen wir in unsere Hostelbetten und … naja … schlafen ein. Später am Abend erinnern wir uns an unser Vorhaben bezüglich des Spaziergangs durch Meran, und genießen bei einem echten italienischen Eis die Stadt in der Abenddämmerung.

Übersicht 10. Etappe • L1 Alpenüberquerung

DistanzDauerHöhenmeterSchwierigkeitsgradWegebeschaffenheit
29 Kilometer6,5 Stundenaufwärts: 184m
abwärts: 897m
sehr lange aber leichte Etappe, zügiges Vorankommenanfangs breiter Fußgängerweg, später asphaltierte Radwege

Übernachten in Meran • L1 Alpenüberquerung

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Mit unserem selbstausgebauten Van reisen wir um die Welt, sammeln Geschichten und Momente für Outdoornomaden, bewundern die großen und ganz kleinen Dinge, denen wir täglich begegnen. Im Van zu leben war immer unser großer Traum. 2020 haben wir unseren Mut zusammen genommen und uns unser Traumhaus auf vier Rädern gebaut. Zuhause ist nun, wo wir es parken. Wir glauben: Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Und wer weiß schon was das Morgen bringen wird?

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