Du baust gerade einen Van zum Wohnmobil um und stellst dir die Frage: „Raumteiler: ja oder nein?“. Du kannst dich nicht entscheiden, da beides Vor- und Nachteile hat? Dann ist dieser Blogartikel genau richtig für dich und das Beste: Du musst dich gar nicht entscheiden! Ja, du hast richtig gehört, denn dank einer Schiebetür im Wohnmobil kannst du beides haben. 

In diesem Artikel findest du einige mit * gekennzeichnete Empfehlungslinks. Wenn du über solche Links einen Kauf tätigst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dabei nichts am Preis. Da unser Blog kostenlos ist, nutzen wir die Einnahmen aus den Links zu dessen Aufrechterhaltung. Danke!

Raumteiler: Fest vs. Flexibel

Vor 3 Jahren haben wir unseren Van zum Wohnmobil umgebaut und uns damals für einen festen Raumteiler entschieden. Den eher unschönen Fahrerraum wollten wir vom Wohnraum trennen. Außerdem haben wir unseren Fiat Ducato mit einer Doppelsitzbank gekauft und waren nicht bereit, in einen Einzelsitz zu investieren, womit erst der Durchgang nach vorne möglich geworden wäre. Allerdings haben wir den abgetrennten Fahrerbereich in den letzten Jahren hauptsächlich als Abstellraum genutzt — auch sehr praktisch, denn zu viel Stauraum kann man im Wohnmobil nicht haben. 

Jetzt haben wir uns dazu entschieden, unseren Raumteiler auszubauen. Warum? Da wir nun mit 2 Hunden reisen und den Fahrerbereich als zusätzlichen Wohnraum nutzen wollen. Dafür haben wir nun unsere Doppelsitzbank gegen einen drehbaren Einzelsitz ausgetauscht. Allerdings wollten wir nicht ganz auf den abgetrennten Raum im Wohnmobil verzichten, der durch einen Raumteiler entsteht. Ein zweiter Raum bietet nämlich einen Rückzugsort, um zu arbeiten, zu telefonieren oder für sich zu sein. Aus diesem Grund haben wir uns überlegt, eine Schiebetür in unser Wohnmobil zu bauen, die eine Raumteilung ermöglicht. Ja, eine Gardine hätte es auch getan, aber das hat uns optisch nicht zugesagt. 

Eine Schiebetür im Wohnmobil 

Unser Raumteiler zwischen Wohnraum und Fahrerkabine besteht aus 3 Teilen: Zwei Schiebetüren und einer festen Wand, womit wir den Raum öffnen, teils schließen und ganz schließen können.

Die feste Wand befindet sich hinter dem Fahrersitz. Wenn der Raum also komplett geöffnet wird, verschwinden die beiden Schiebetüren zwischen der festen Wand und dem Fahrersitz. Wir können den Einzelsitz drehen und die Fahrerkabine als Wohnraum nutzen. Man kann sich auch dafür entscheiden, beide Schiebetüren zu schließen, wodurch der Fahrerraum ganz vom Wohnraum getrennt wird. Wir nutzen den zweiten Raum, der so entsteht, dann gerne als Arbeitszimmer. Als dritte Möglichkeit kann auch nur eine Tür geschlossen werden, womit ein Durchgang nach vorne entsteht. 

Du willst auch eine Schiebetür im Wohnmobil? 

In den folgenden Abschnitten beschreiben wir Schritt für Schritt, wie wir unseren Raumteiler mit zwei Schiebetüren in unserem Wohnmobil gebaut haben. Alle Angaben beziehen sich auf einen Fiat Ducato L3H2, Baujahr 2012.

Camperausbau Budgetrechner im Handbuch

Newsletter

Hier gibts immer die aktuellsten Infos, tiefere Einblicke in unsere Projekte & Gedanken, sowie einen kostenlosen Budgetplaner für den Vanausbau.

Schiebetür im Wohnmobil — das brauchst du:

  • Schiebetür Komplettset für 2 Schiebetüren*
  • Holz, um die Schiene an der Karosserie zu befestigen: Wir haben dazu Birke Multiplex in 12 mm* benutzt
  • Senkkopfschrauben + Muttern
  • Holz für die Schiebetür: Wir haben Multiplex in 12 mm* benutzt (Achtung: Die Schienensets sind alle für Schiebetüren in 16 mm –  19 mm Stärke gedacht. Da wir aufgrund des Gewichtes dünneres Holz benutzt haben, entsteht eine Lücke zwischen den Schiebetüren. Diese Lücke haben wir optisch mit Zierleisten verkleinert.
  • Zierleisten, um die Lücke zu verkleinern: Wir haben Zierleisten mit den folgenden Maßen benutzt: 5 mm Dicke, 25 mm Breite
  • Holz für die feste Wand: Hier haben wir auch Multiplex in 12 mm benutzt

Außerdem haben wir folgende Werkzeuge und Materialien verwendet:

Schiebetür im Van — so geht’s!

Das Bild zeigt einen Buchausschnitt auf dem Buch namens Camper Ausbau, von Miriam Hacker und Michael Bley, aus dem Kapitel Bekleiden und Behandeln
CAMPER AUSBAU – UNSER HANDBUCH

Das Handbuch zum Camper Ausbau ist der ultimative Leitfaden für die Planung und den Ausbau eines Campers. Mit detaillierten Wasser- und Elektrikplänen sowie Schritt-für-Schritt Anleitungen gibt es endgültige Antworten auf alle Fragen.

1) Schiene anbringen 

Als Erstes haben wir die Führungsschiene angebracht. Dafür haben wir die Schiene mit einer Flex auf die passende Länge gekürzt. Um diese dann an der Karosserie befestigen zu können, haben wir ein ca. 8 cm breites Brett (Birke Multiplex in 12 mm) mit der Karosserie verschraubt. 

Wo genau? Über dem Fahrerhaus befindet sich beim Fiat Ducato ein Fach (Den Boden aus Kunststoff haben wir übrigens ausgebaut und ein Boden aus Holz eingebaut für mehr Stauraum). Der Boden des Faches liegt auf einem Karosseriegestell auf, woran auch die Verkleidung des Fahrerhauses befestigt ist und die originale Trennwand verschraubt war. Genau diesen Holm haben wir verwendet, um das Brett zu befestigen. Dafür wurden mit einem Stahlbohrer Löcher vorgebohrt und mit Senkkopfschrauben und Muttern verschraubt. Dieses Brett stellt jetzt eine Verlängerung dar, woran die Schiene befestigt werden kann. Dafür haben wir auch Senkkopfschrauben mit Muttern verwendet. 

Achtung: Hier werden Abstandhalter benötigt, da die Schiene gerade an einem gebogenen Holz angebracht werden soll. Das Brett biegt sich, da der Holm, woran dieses befestigt ist, eine Rundung hat. 

2) Feste Wand anbringen 

Die Schiene ist befestigt und nun kann die feste Wand des Raumteilers im Wohnmobil angebracht werden. Wir haben uns dazu entschieden, die feste Wand 60 cm breit zu gestalten, sodass die Schiebetüren dahinter verschwinden können. Die feste Raumtrennung haben wir mit dem zuvor angebrachten Brett, woran die Schiene angebracht wurden, verschraubt. Außerdem haben wir das Brett an der Unterkonstruktion unserer Wandverkleidung und Deckenverkleidung verschraubt, um eine ausreichende Stabilität für den weiteren Möbelbau zu gewährleisten. 

3) Schiebetüren anfertigen 

Unser Raumteiler im Wohnmobil hat zwei Schiebetüren, die unterschiedlich breit sind. Eine hintere Schiebetür (rechts) hat die folgenden Maße: 57,5 cm × 158 cm. Die vordere Schiebetür (Mitte) hat die folgenden Maße: 55 cm × 158 cm. Wir haben uns dazu entschieden, die Türen unterschiedlich groß zu gestalten, sodass der Durchgang nach vorne, d. h. wenn die hintere Schiebetür (rechts) geschlossen ist, symmetrisch zum Fahrerbereich ist. Damit ist gemeint, dass der Durchgang optisch zum Fahrer- und Beifahrersitz passt. Zudem sollten sich die Schiebetüren um ein paar cm überlappen.

Nachdem das Holz auf die passende Größe zugeschnitten wurde, haben wir Zierleisten aufgeklebt. Da das Schienenset für Türen* mit einer Dicke von 16 bis 19 mm gedacht ist, wir aber aus Gewichtsgründen nur eine Holzstärke von 12 mm gewählt haben, haben wir uns dazu entschieden, Zierleisten auf die Rückseiten, entlang der Kante der Türen, aufzukleben. Dadurch wird der Spalt zwischen den Türen verkleinert. Danach konnten die Türen lackiert und das Laufteil für die Schienen und die Gleiter für die Nut-Führungsschiene angeschraubt werden. 

4) Nut-Führungsschienen anbringen

Die Schiebetüren sind fertig und können nun in die obere Führungsschiene eingehängt werden, die wir zuvor in unser Wohnmobil eingebaut haben. Da die Schiebetüren nicht hin und her wackeln, wird an der Unterseite der Schiebetür ein Gleiter eingebaut, der in eine Nut-Führungsschiene greift. Je Tür wird also noch eine Nut-Führungsschiene eingebaut, die auch im Komplettset vorhanden sind,

Wie? Nachdem die Türen eingehängt wurden, kann man die Position dieser Nut-Führungsschienen ermitteln. Wir wollten, dass die Schienen im Boden eingelassen werden. Deshalb haben wir einen zweiten Boden aus 10 mm Pappelsperrholz gefertigt, worin diese Nut-Führungsschienen eingelassen wurden.

5) Weitere Wandverkleidung 

Die Schiebetüren sind fertig und das Fahrerhaus vom Wohnmobil kann nun vom Wohnraum abgetrennt, teils geöffnet und ganz geöffnet werden. Allerdings bleibt das Fach über der Fahrerkabine und die andere Seite des Raumteilers unverkleidet. Wir haben also 2 weitere Wandverkleidungen angebracht: 

1) Den Stauraum über der Fahrerkabine wollten wir natürlich nutzen. Aus diesem Grund haben wir ein Brett (Multiplex 12 mm) angefertigt, das dieses Fach verkleidet. Daraus haben wir ein 79 cm x 16 cm großes Loch ausgesägt, das nachher als Klappe für dieses Fach dient. 

2) Der Fiat Ducato ist alles andere als rechteckig, sondern eher rund und verwinkelt. Aus diesem Grund entsteht neben der Schiebetür eine Lücke, wodurch die B-Säule des Wohnmobils noch sichtbar ist. Um den Raumteiler zu vollenden, haben wir ein ca. 14 cm breites Brett angefertigt, mit der Rundung des Wohnmobils, sodass die B-Säule verkleidet wird. Dieses haben wir oben an der Führungsschiene der Schiebetüren mit einem Metallwinkel befestigt und von hinten mit Abstandshaltern an die Karosserie geklebt (mit Sikaflex*).

Noch ein Tipp: Da zwischen der B-Säulen Verkleidung und der Karosserie eine Lücke entsteht & sich dieses Brett direkt an der Tür des Wohnmobils befindet, haben wir eine Zierleiste hinter den Abstandshaltern geklebt, sodass diese von draußen nicht zu sehen sind. 

Wie sichern?

Mit dem Wohnmobil ist man unterwegs, fährt kurvige Straßen, durch Kreisverkehre, man bremst etc. — da sollten die Schiebetüren auch gesichert sein und sich nicht bei jeder Kurve von rechts nach links bewegen. Aus diesem Grund haben wir sehr starke Magnete* an die 12 mm dicken Schiebetüren angeschraubt. Das Gegenstück befindet sich an der Hinterseite der festen Wand. Wenn die Schiebetüren hinter der festen Wand verschwinden, sind diese also gesichert und das Wohnmobil kann sorglos bewegt werden. 

Noch ein Tipp: Die Schiebetüren können im geschlossenen Zustand auch mit einem ganz simplen Keil gesichert werden. Es kommt ja schließlich auch mal vor, dass man mit dem Wohnmobil nicht ganz gerade steht. 

Schiebetür im Wohnmobil — Unser Fazit

Wir reisen nun seit ein paar Monaten mit unserem vielseitigen Raumteiler und sind immer noch sehr zufrieden mit der Lösung. Den zweiten Raum, der durch die geschlossenen Schiebetüren entsteht, nutzen wir täglich als Arbeitszimmer. Es ist gleichzeitig so schön, dass wir den Wohnraum vergrößern können. Das Reisen mit zwei Hunden ist dadurch viel angenehmer geworden.

Wir freuen uns darüber, wenn wir euch mit unserem Raumteiler inspirieren können. Es ist gar nicht so leicht, jeden Schritt bis aufs kleinste Detail zu beschreiben. Falls Du noch  Fragen hast, kannst du uns sehr gerne über Instagram @malilogs kontaktieren oder uns eine E-Mail an: malilogs.mail@gmail.com schreiben.

Viel Spaß beim Nachbauen!

Co-Autoren Lina & Marc

Lina und Marc und leben seit 2021 in ihrem selbst ausgebauten Campervan. Sie lieben es, fremde Länder und Kulturen kennenzulernen und sind ständig auf der Suche nach neuen Abenteuern. Mittels des Reisens möchten sie ihr Verständnis für die Welt und ihre Perspektiven auf diese erweitern. Auf diesem Blog möchten sie dich an ihren Reise  teilhaben lassen und dich inspirieren neue Länder und Orte zu erkunden. Ihre Reise kannst du auf Instagram bei @malilogs verfolgen.

Literaturtipps zum Thema Camper Ausbau

Weitere Tipps und Reiseberichte, die dir gefallen könnten

Vorheriger Beitrag
Dachträger aus Aluprofilen selber bauen – Anleitung, Tipps und Einkaufsliste
Nächster Beitrag
Unterbodenschutz für dein Wohnmobil – So machst du es richtig!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Miri & Micha

Miri und Micha stehen zusammen am Strand und lächeln in die Kamera. Im Hintergrund steht ihr Wohnmobil mit geöffneten Türen.

Mit unserem selbstausgebauten Van reisen wir um die Welt, sammeln Geschichten und Momente für Outdoornomaden, bewundern die großen und ganz kleinen Dinge, denen wir täglich begegnen. Im Van zu leben war immer unser großer Traum. 2020 haben wir unseren Mut zusammen genommen und uns unser Traumhaus auf vier Rädern gebaut. Zuhause ist nun, wo wir es parken. Wir glauben: Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Und wer weiß schon was das Morgen bringen wird?

Unser Buch

Das Cover des Buches mit dem Namen Camper Ausbau, von Miriam Hacker und Michael Bley, zeigt zeichnerisch dargestellt einen Campervan zwischen Bergen und Meer.

Unser Newsletter

Kostenloser Budget-Rechner

⚪️ Budget-Rechner für den Camper-Ausbau ⚪️ Regelmäßige Updates zu Plänen & Ideen ⚪️ News im Blog, auf YouTube & co.

Unsere Ausrüstung

✔️ Küche ✔️Outdoor ✔️ Foto- & Video Essentials ✔️ Vanlife mit Hund ✔️ Camper-Elektrik ✔️ Möbelbau

Neuste Beiträge