Kochen, Zähne putzen, Geschirr waschen. Diese drei Tätigkeiten haben eines gemeinsam: Sie brauchen fließend Wasser im Camper. Um die Installation von Frisch- und Abwasser kommt man, möchte man es auch langfristig im Camper aushalten, deshalb kaum herum. Die gute Nachricht: Die Installation der Wasserversorgung im Camper ist wirklich nicht kompliziert. Wenn du möchtest, kannst du einfach die Schritte unserer DIY Bauanleitung befolgen. Neben dieser Bauanleitung solltest du dir aber gut Gedanken machen, wie die optimale Wasserinstallation für dich aussieht. Wie viel Wasser brauchst du im Camper? Wo können die Wassertanks verbaut werden? Wie immer gibt es vor den Baumaßnahmen einiges zu bedenken. Etwas Hilfe nötig? Dann bist du hier richtig. Alle Infos zur Wasserversorgung im Camper von der Planung bis zur Wartung findest du hier!

Wasserversorgung im Camper • Einkaufsliste: 

Frischwasservorrat kalkulieren • Wie viel Wasser brauche ich?

Die wohl wichtigste Frage bevor der Ausbau losgehen kann: Wie groß müssen die Wasservorräte im Camper sein? Zugegeben, diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten, denn jeder hat andere Vorlieben und Bedürfnisse. Wir waren seit unserer ersten Reise schon immer eher die Sparfüchse, die mit wenig Luxus gut auskamen. Diesen Grundgedanken haben wir beim Ausbau der Wasserversorgung im Camper beibehalten und haben unsere Wasservorräte minimalistisch kalkuliert. Erfahrungsbericht bis jetzt? Alles super! Da wir keine Nasszelle im Camper verbaut haben, kommen wir mit relativ wenig Wasser sehr gut aus. Wie kannst du nun deinen eigenen Wasserverbrauch bestimmen? Ganz einfach. Für die Kalkulation musst du nur wissen, für welche Dinge du überhaupt fließend Wasser im Camper brauchst. Die gängigen Verbraucher haben wir hier einmal aufgelistet. 

Geschirr spülen

Klar, möchtest du möglichst autark stehen, fällt das Nutzen der Campingplatz-Waschbereiche natürlich aus. Das hat auch großen Einfluss auf den Wasserbedarf im Camper. Die gängigen Waschschüsseln fassen zwischen 12-15 Liter, ganz schön viel für einen einzigen Spülgang. 

  • Unser Tagesbedarf: 10-15l

Kochen

Nicht nur das Geschirrspülen, sondern auch das Kochen selbst braucht viel Wasser. Die Frage ist: Wie oft wirst du selbst kochen? Reis, Nudeln, Eintöpfe und viele weitere Gerichte brauchen recht große Mengen Wasser. Kochst du häufig, macht sich das am sich schnell leerenden Wassertank bemerkbar.

  • Unser Tagesbedarf: 3l

Camper Deko

Dein Camper, dein Zuhause auf vier Rädern. Damit du dich in deinem Van richtig wohl fühlst ist eine gemütliche Atmosphäre, zumindest für uns,  super wichtig. All unsere Lieblinge findest du hier!

Duschen

Duschen im Van? Oder am Van, mit der Außendusche? Klingt verlockend, aber aufgepasst: Eine Dusche saugt deine Wassertanks in Windeseile leer. Hast du keine Dusche verbaut, ist der größte Wasserverbraucher direkt aus dem Van verbannt. Allerdings: Möchtest du wirklich autark sein, ist eine Dusche schon nicht schlecht. Für die Wasserversorgung im Camper solltest du aber bedenken, dass selbst eine kurze Duscheinheit von 2-3 Minuten etwa 17-25 Liter Wasser braucht

  • Unser Tagesbedarf: / (haben ja keine Dusche)

Trinkwasser

Möchtest du das Wasser aus dem Hahn trinken? Dann solltest du je Person zwei bis drei Liter pro Tag auf die Rechnung aufschlagen. Tatsächlich ist es aber nicht immer ratsam, das Wasser aus dem Camper-Wassertank auch zu trinken. Dazu mehr im Kapitel Wasserhygiene. 

  • Unser Tagesbedarf: 6l (2 Personen + 2l für Vandog Friedo)

Das bisschen Wasser zwischendurch: Hände waschen, Zähne Putzen etc.

Wir haben festgestellt, dass der Wasserverbrauch all dieser kleinen Momente sich schnell zu einer erstaunlich hohen Summe addiert. Als Richtwert kannst du mit etwa ein bis zwei Litern pro Person rechnen.

  • Unser Tagesbedarf: 2l

Unser Wasserbedarf für zwei Personen und einen Hund liegt also insgesamt zwischen 23 und 28 Litern je Tag. In diese Rechnung einbezogen wurden wir beide (zwei Personen) sowie unser Vandog Friedo.

Frischwasservorrat kalkulieren • Zusammenfassung

  • Persönlicher Verbrauch
  • Nutzlast des Campers
  • Zur Verfügung stehender Platz
  • Möglichkeit Frischwasser nachzufüllen

Frischwasserversorgung im Camper • Tankarten und Einbauten

Zig unterschiedliche Camper, zig Lösungen für die Wasserinstallation. Der Kreativität sind hier (wie immer beim Selbstausbau) mal wieder keine Grenzen gesetzt. Die praktischsten Modelle und Ideen stellen wir dir hier vor.

Frischwasserversorgung im Camper • Wassertank vs. Wasserkanister

Ob festverbauter Wassertank oder tragbare Wasserkanister, beide Systeme haben ihre klaren Vor- und Nachteile. Unsere Wahl fiel nach langer Überlegung auf das System aus Wasserkanistern. Eine Entscheidung, die wir zu jeder Zeit wieder treffen würden. Alle Vor- und Nachteile von Wasserkanistern im Überblick: 

Wasserkanister • VorteileWasserkanister • Nachteile
Leicht zu befüllen, da sie einfach entnommen werden könnenKanister müssen verbunden werden oder öfter umgesteckt werden (sobald ein Kanister leer ist)
Beim Wasserauffüllen viel flexibler; auch an natürlichen Quellen kann Wasser abgefüllt werdenFür große Wassermengen braucht man zum Teil viele Kanister
Oft günstiger als Wassertanks 
Leichter zu reinigen

Einbau des Frischwassertanks • Überflur oder Unterflur

Wenn die Wahl auf den Tank fällt, geht der Entscheidungswahnsinn sogar noch weiter. Neben der Möglichkeit, den Tank im Camper zu verbauen, kann dieser natürlich auch an der Karosserie unter dem Camper verbaut werden. 

Überflurtank • VorteileUnterflurtank • Vorteile
Das Frischwasser ist vor dem Einfrieren geschütztDer rare Platz im Camper wird gespart
Der Tank ist vor Steinschlägen & Bodenwellen geschütztEinfaches Nachfüllen

Wasserversorgung im Camper • Tauchpumpe oder Druckwasserpumpe?

Nachdem die Planung rund um die Wassertanks abgeschlossen ist, steht nun die Frage der Pumpenwahl im Raum. Grundsätzlich stehen zwei Systeme zur Auswahl. Es gibt die druckgesteuerten Pumpensysteme, die das Wasser aus dem Hahn befördern, wie zuhause auch und die Tauchpumpen, die rein elektrisch arbeiten. Wie immer ist weder das eine noch das andere System besser. Für welches Pumpensystem du dich letztlich entscheidest, hängt von deinen Präferenzen ab. Sicher ist, dass die Druckwasserpumpen oft etwas mehr Komfort bieten. Sie sind aber deutlich teuerer und aufwendiger zu installieren.

Wir persönlich haben uns für eine Tauchpumpe entschieden und sind überrascht wie zuverlässig diese arbeitet. Der Wasserstrahl aus dem Hahn ist weder zu dünn, noch müssen wir warten bis Wasser läuft. Beides Kritikpunkte der Tauchpumpe, welche häufig aufgeführt werden. Zugegeben: Eine Druckwasserpumpe haben wir bisher aber auch nicht getestet, sodass wir keinen direkten Vergleich ziehen können.

Tauchpumpe • Vor- und Nachteile

Der Name der Tauchpumpe verrät es schon. Um zu arbeiten, muss diese einfach in den befüllten Wasserkanister gelegt werden. Sie taucht dann unter. Dabei ist die Tauchpumpe grundsätzlich ausgeschaltet. Sie arbeitet nur dann, wenn mittels eines kleinen Schalters am Wasserhahn der Stromkreislauf zur Pumpe geschlossen wird.

Tauchpumpe • VorteileTauchpumpe • Nachteile
Leicht installierbar, bei einem Defekt sehr leicht austauschbarAm Wasserhahn wird ein Schalter benötigt, um sie einzuschalten (oder ein Womo-Wasserhahn für Tauchpumpen wird verwendet)
Sehr günstigDarf nicht lange Trockenlaufen, da die Pumpe dann überhitzt
Läuft nur, wenn Wasser gebraucht wirdBei manchem Pumpen dauert es etwas, bis Wasser aus dem Hahn kommt

Druckwasserpumpe • Vor- und Nachteile

Im Gegensatz zur Tauchpumpe, liegt die Druckpumpe außerhalb des Tanks. Das Wasser wird aus diesem zur Pumpe gesaugt. Das sorgt dafür, dass auf den Leitungen immer ein konstanter Druck herrscht. Diese Pumpe schaltet sich automatisch an, sobald sie einen Druckverlust bemerkt (z.B. weil der Hahn geöffnet wird).

Druckwasserpumpe • VorteileDruckwasserpumpe • Nachteile
Recht robust, die Pumpe kann auch TrockenlaufenDeutlich teurer
Armaturen aus dem Haushalt können auch ohne separaten An-Aus Schalter verwendet werdenMeist lauter als Tauchpumpen

Aufwendigere Installation 

Wasserversorgung im Camper: Abwasser • Tankarten und Einbauten 

Ist die Frischwasserzufuhr gesichert, stellt sich nun noch die Frage, wo das Abwasser (Grauwasser) gesammelt und entsorgt werden kann. Auch das ist wichtiger Bestandteil der Wasserversorgung im Camper und hier bieten sich wieder verschiedene Möglichkeiten. Möchtest du mit einem Wasserkanister mobil sein oder doch lieber einen fest verbauten Wassertank benutzen? Ist es für dich (z.B. platztechnisch) günstig den Abwasserkanister unter dem Fahrzeug zu befestigen? Im folgenden schauen wir uns diese Ideen einmal genauer an. 

Abwasserkanister vs. Abwassertank • Vor- und Nachteile

In den meisten Fällen fällt die Wahl auf einen Abwasserkanister. Logisch, dieser ist super einfach in der Entleerung, einfach zu installieren und zu warten. Die Kanister sind so handlich, dass die Grauwasserentsorgung super einfach und schnell von der Hand geht. Da stört es auch kaum, dass das Abwasser häufiger entsorgt werden muss als bei Verwendung eines großen Tanks. Ein Abwassertank macht unserer Meinung nach nur dann Sinn, wenn dieser unter dem Fahrzeug befestigt wird. Anderenfalls würde der Tank seine Stärke – die Größe – durch das geringe Raumangebot im Camper erst gar nicht ausspielen können. Bedenken sollte man dabei, dass Unterflurtanks sehr kälteanfällig sind. Gefriert das Wasser im Tank oder den Leitungen, platzen diese im schlimmsten Fall.

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Abwasserkanister • So kalkulierst du die passende Größe

Dein Abwasserbehälter sollte so groß sein, dass das Abwasser von mindestens zwei Tagen hineinpasst. Um die passende Größe zu finden, kannst du also deinen Frischwasserverbrauch zu Rate ziehen. Um ein realistisches Ergebnis zu erhalten, solltest du aber von diesem noch die Menge an Wasser abziehen, die nicht dem Abwasser zugeleitet wird (z.B. Trinkwasser, teilweise Kochwasser). Für unser Abwasser nutzen wir zwei 19l Weithalskanister, welche unter dem Bett, nahe der Küche ihren Platz gefunden haben. Mit diesen sind wir bisher immer gut ausgekommen. 

Bauanleitung zur Wasserversorgung im Camper • Schritt für Schritt 

Ziel unserer Wasserversorgung war es, ein einfaches, aber komfortables Wassersystem im Camper zu installieren. Da wir im Camper keinen weiteren Schrank verbauen wollten, war es uns dabei besonders wichtig, in der Küchenzeile so wenig Stauraum wie möglich zu verlieren. Wasser- wie auch Abwasserkanister haben wir deshalb unter dem Bett verbaut. Von dort ist das Entnehmen der Kanister einfach und komfortabel. 

Frisch- und Grauwassertank im Camper verbauen

Die erste Aufgabe der Wasserinstallation im Camper ist von logistischer Art. Hast du bereits einen Platz für Frisch- und Abwasser gefunden? Werden die Vorräte in Kanistern oder Tanks gespeichert? Erst wenn diese Fragen final geklärt sind, kann es weitergehen. 

Unsere Kanister-Lösung für unseren Camper

Um möglichst flexibel und unabhängig von Wohnmobil-Stationen zu sein, haben wir uns sowohl bei der Frisch- als auch der Abwasser-Aufbewahrung für Kanister entschieden. Die Frischwasserkanister haben wir (aus Platz- und Balance-Gründen) auf dem Radkasten platziert. Da auf dem gegenüberliegenden Radkasten unsere 60kg schwere Batterie liegt, wird die Achse des Campers so gleichmäßiger belastet. Aktuell verwenden wir hierfür drei 19l Weithalskanister. Damit das Wasser nie lange steht, entscheiden wir je nach Verbrauch wie viele Kanister wir tatsächlich befüllen. 

Um einen guten Abfluss aus dem Waschbecken sicherzustellen, darf der Abwasserkanister nicht zu hoch gelagert werden. Diesen haben wir deshalb auf dem Camperboden neben dem Radkasten fixiert. So steht dieser auch gut getrennt von den Frischwasser-Kanistern (eine Verwechslung wäre wohl keine gute Idee).

Tauchpumpe anschließen & Schläuche verlegen

Nun geht es endlich richtig los. Die Tauchpumpe wird mit dem Schlauch verbunden, welcher zum Wasserhahn läuft. Achte bei der Auswahl des Schlauchs darauf, dass dieser als Trinkwasserschlauch zugelassen ist und auf die Anschlussstelle der Tauchpumpe passt. 

Wasserversorgung im Camper • Wasserhahn & Elektrik im Camper anschließen 

Nun wird der Wasserhahn angeschlossen. Wenn du dich für eine Tauchpumpe entschieden hast, lohnt es sich oft, einen speziellen Wohnmobil-Wasserhahn zu wählen, da dieser einen integrierten Schalter für die Tauchpumpe hat. Leider sind diese Wasserhähne weder schön noch praktisch. Wir haben uns deshalb für einen normalen Haushalts-Wasserhahn entschieden. Die Installation ist überhaupt nicht aufwendiger, aber der Komfort im Camper wird enorm erhöht. Damit die Tauchpumpe an den Haushaltswasserhähnen funktioniert, muss lediglich ein zusätzlicher Schalter in den Stromkreislauf der Pumpe eingebaut werden. Wie genau das funktioniert zeigen wir bei Punkt 4. Nun aber erst einmal Schritt für Schritt.

1. Wasserhahn auf der Arbeitsplatte befestigen

An der Stelle, an der der Wasserhahn sitzen soll, sägst du mit dem Lochbohrer einen kreisrunden Ausschnitt in die Küchen-Arbeitsplatte. Nachdem du die Mutter von dem Gewinde des Hahns genommen hast, kannst du den Hahn in den Ausschnitt aufsetzen und ihn mit der Mutter von unten festziehen. 

2. Warmwasseranschluss verschließen

Hast du dich für einen klassischen Haushaltswasserhahn entschieden, hat dieser wahrscheinlich auch einen Anschluss für das Warmwasser. Da wir in unserem Ausbau aber auf einen Wasserboiler verzichtet haben, bleibt dieser Anschluss ohne Funktion. Diese Anschlussstelle muss verschlossen werden, damit kein Wasser aus diesem Anschluss läuft, falls der Hebel einmal in Richtung Warmwasser gedreht wird. Dafür verwendest du einen Blindverschluss (zu finden im Baumarkt, auf die passende Größe (1/4, 3/8, 1/2 Zoll) achten).

3. Kaltwasser anschließen 

Der von der Tauchpumpe kommende Trinkwasserschlauch wird nun an den Kaltwasser-Anschluss des Wasserhahns angeschlossen. Da im Haushalt an dieser Stelle normalerweise ein anderer Anschluss vorgesehen ist, brauchst du zur Verbindung der beiden Rohre ein Adapterstück. Auch hierbei musst du darauf achten, die passende Gewindegröße zu kaufen. Da das online manchmal gar nicht so einfach ist, nimm am besten deinen Schlauch sowie den Wasserhahn mit in den Baumarkt und lass dir dort die passenden Teile geben. 

Dass die Gewindegrößen in Zoll angegeben werden, macht die Suche nach dem passenden Adapter meist nicht leichter. Hier einmal die Werte in mm zum Überblick: 

  • 1/4 Zoll = 6,35mm
  • 3/8 Zoll = 9,6mm
  • 1/2 Zoll = 12,7mm

Der Adapter sollte so gewählt werden, dass der Gummischlauch im kalten Zustand kaum auf den Stutzen passt. Nur so ist gewährleistet, dass dieser nicht einfach abreist, sobald etwas Zug auf dem Anschluss ist. Zum Montieren erwärmst du mit dem Heißluftfön (zur Not reicht auch ein Feuerzeug) den Gummischlauch bis dieser weich wird und schiebst diesen anschließend bis zum Anschlag auf den Stutzen. Zusätzlich wird die Anschlussstelle durch eine Ringschelle gesichert. 

4. Tauchpumpe an das Stromnetz anschließen

Fast fertig! Nun muss nur noch das Kabel der Tauchpumpe mit dem Stromkreislauf verbunden werden. Da die Pumpe nicht durchweg Wasser pumpen soll, muss zusätzlich ein Schalter verbaut werden, mit dem der Stromkreis getrennt oder geschlossen werden kann. Was du dafür brauchst: zwei WAGO Klemmen* und einen 12V Kippschalter*. 

Nun ist der Anschluss ganz leicht. Das braune Kabel der Wasserpumpe gehört auf die Plus-Leitung und das blaue Kabel auf die Minus-Leitung. Die Anschlüsse verbindest du mittels der WAGO Klemmen. Außerdem wird die Plusleitung zur Tauchpumpe an geeigneter Stelle durchtrennt und ein Kippschalter eingesetzt. Ganz wichtig: Bevor du Elektrikarbeiten vornimmst, unbedingt die Batterie abklemmen. Brauchst du weitere Hilfe bei diesem Arbeitsschritt? Alle Infos zur 12V Elektrik im Camper, dem Anschließen von Schaltern oder WAGO-Klemmen findest du in unserem Elektrik Artikel.

5. Der Test: Fließend Wasser im Camper?

Ob alles so funktioniert wie es geplant war? Das zeigt sich spätestens jetzt. Nachdem du die Batterie wieder angeschlossen hast und ein Auffangbehälter unter der Spüle steht, kann die Pumpe einfach mal eingeschaltet werden. Im besten Fall sollte die Pumpe nun gut hörbar arbeiten und beim Öffnen des Hahnes Wasser fließen. Herzlichen Glückwunsch!

Wasserhahn mit ausziehbarer Brause anbauen

Hast du dich, wie wir, für einen Wasserhahn mit ausziehbarer Brause entschieden? Dann fällt noch ein Arbeitsschritt mehr an. Dein Wasserhahn hat in diesem Fall nicht nur die zwei Flexschläuche (für Warm- und Kaltwasser), sondern auch ein kreisförmiges Band aus der Anschlussstelle heraushängen, an welchem ein Gewicht befestigt ist. Das Gewicht ist dafür zuständig, die Brause deines Wasserhahnes immer an Ort und Stelle zu halten, obwohl der Hahn ausziehbar ist. Durch dessen Platzierung am Kabelring kannst du auch bestimmen, wie weit die Brause aus dem Hahn gezogen werden kann. Das Prinzip ist ganz einfach. Je näher das Gewicht am Hahn sitzt, desto weniger kann die Brause herausgezogen werden. Zum Einstellen öffnest du einfach den Verschluss des Hahns. Nun kannst du das Gewicht beliebig verschieben. 

Wasserversorgung im Camper • DIY Aufsatz-Waschbecken selbst bauen

Statt einem klassischen Waschbecken wollten wir gerne ein auf die Arbeitsplatte aufgesetztes Becken benutzen. Dies würde uns nicht nur deutlich mehr Platz in dem Küchenschrank bieten, sondern auch vom Stil toll zu unserem Camper passen. Da wir keine passenden Spühlbecken fanden, entschieden wir uns kurzerhand dieses einfach aus einer alten Edelstahl-Schüssel selbst zu bauen. Und so geht’s: Nachdem du eine passende Schüssel gefunden hast, musst du in den Boden ein kreisrundes Loch sägen. Da dessen Durchmesser von der gewählten Ablaufgarnitur abhängt, solltest du dies zuvor genau ausmessen. Zugegeben, bei einer Edelstahl-Schüssel ist das Sägen wirklich kein Zuckerschlecken. Nach zahlreichen Fehlversuchen haben wir es schließlich aber dennoch geschafft. 

Keine Lust auf ein DIY Waschbecken? Alternativ zu einem selbstgebauten Spülbecken finden wir dieses marokkanische Handwaschbecken wunderschön. 

Abwasser-Installation im Camper • Siphon anschließen

Nachdem das Waschbecken auf der Küchen-Arbeitsplatte angebracht ist, muss nur noch der Abwasserablauf installiert werden. Um es einmal vorweg zu nehmen: Das Thema Abwasser wird in Campern oft sehr stiefmütterlich behandelt. Häufig wird das Wasser ohne Umwege in einen, unter dem Spülbecken stehenden, Kanister geleitet. Das würden wir dir, kurz gesagt, auf keinen Fall empfehlen. Der Siphon ist der Geruchsverschluss zwischen Waschbecken und Abwasserkanister. Fehlt dieser, steigen mitunter miese Gerüche aus dem Abwasserkanister zum Waschbecken auf. Nichts, was man in einer 6qm Einraumwohnung gerne haben möchte! 

Auf der anderen Seite verbrauchen gerade Waschtisch-Siphons oft unnötig viel Platz. Empfehlenswert für den Einsatz im Camper finden wir einen Badewannensiphon, da dieser kaum Platz braucht und seinen Dienst nicht weniger gut erbringt. Den Siphon schließt du von unten direkt an dein Waschbecken an. Hast du dich, wie wir, für ein aufsetzbares Becken entschieden, dann bedenke, dass du den Ausschnitt der Arbeitsplatte so groß wählen musst, dass die Anschlussstelle des Siphons auch hindurch passt. Zwischen Becken und Siphon legst du eine oder mehrere Gummidichtungen. Dann ziehst du den Siphon durch die Schraube in der Mitte der Ablaufgarnitur gut fest. 

Am „Ausgang“ des Siphon kannst du nun deine Abwasserleitung zum Kanister anschließen. Da diese Anschlussstelle aber sehr dick ist, brauchst du hier wahrscheinlich noch einen oder mehrere Adapter um den Leitungsdurchmesser zu verringern. Passende Stücke findest du im Baumarkt. Auch hier hilft es, einfach den Siphon sowie die gewünschte Leitung mitzunehmen und sich im Baumarkt beraten zu lassen. Das Abwasserrohr muss nun vom Siphon auf direktem Wege zum Abwasserkanister fließen. Bedenke dabei, dass das Wasser nur dann gut abfließen wird, wenn es in der Leitung genügend Gefälle gibt. 

Wasserversorgung im Camper – Unsere Erfahrungen

Wir haben ein Video gemacht, in dem wir dir nochmal jeden einzelnen Schritt erklären. Schau doch gern einmal vorbei!

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Wasserhygiene • Trinkwasser im Camper?

In stehendem Wasser können sich Bakterien, Algen und sonstige Keime ungehindert vermehren. Ein Problem für Camper, denn auch das Wasser in den Tanks ist davon betroffen. Um keine gesundheitlichen Risiken durch verkeimtes Wasser einzugehen, gibt es einige Dinge im Umgang mit dem Trinkwasser im Camper zu beachten. 

Der wichtigste Punkt: Das Wassersystem im Camper sollte einen möglichst hohen Durchlauf haben. Das bedeutet, lieber einmal mehr den Tank aufzufüllen, statt Wasserreserven tagelang zu bunkern. Der andere große Punkt ist die Wasserquelle selbst. Gerade in Südeuropa haben wir erlebt, dass die Wasserqualität nicht immer hält, was versprochen wird. Holt man sich bereits verkeimtes Wasser in den Camper, treffen die Bakterien auf beste Bedingungen und vermehren sich unkontrolliert. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, sich von Anfang an Gedanken über die Aufrechterhaltung der Trinkwasserqualität zu machen.

Unerwünschte Bestandteile des Trinkwassers im Camper

  • Chemikalien
  • Bakterien, Viren, andere Keime
  • Schwebstoffe oft Schlamm oder Sand 
  • Metalle 

Lieblingsreiseführer

Unscheinbare Insidertipps wie auch bekannte Sehenswürdigkeiten. Von Paddeln, über Radeln oder die Seele baumeln lassen. Ganz viele tolle Tipps und Eskapaden an der mecklenburgischen Ostsee gibt’s in diesem Reiseführer.

Wasseraufbereitung im Camper • Probleme und Lösungen

Camperreisen boomen und für jedes Problem gibt es bereits eine Lösung. So auch mit dem Trinkwasser! Verschiedene Filter und Zusätze sorgen dafür, dass das Wasser konserviert, entkeimt und von Schmutzpartikeln befreit wird. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Lösungsansätze und Produkte. Schauen wir mal von Anfang an. 

Wasserfilter für den Camper

Grundsätzlich solltest du darauf achten, das Wasser nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu entnehmen. Damit ersparst du dir schon eine Menge Ärger. Auf Reisen wirst du aber auch schnell feststellen, dass das oft einfacher gesagt als umzusetzen ist. An den Versorgungsstationen für Wohnmobile werden die Schläuche nach der Benutzung oft einfach im Schmutz liegen gelassen, sodass Keime eindringen können. Oder aber die Wasserqualität ist einfach nicht so toll, Zuleitungen sind bereits etwas verkeimt und so weiter. In diesem Fall ist es ratsam, dass Wasser zu filtern, bevor es überhaupt in deinen Wassertank kommt. So verhinderst du, dass überhaupt erst Bakterien oder Schmutz in deine Wasserversorgung im Camper eindringen können. 

Auch bei der Wahl des Wasserfilters gibt es ein paar Punkte zu beachten. Die Filter unterscheiden sich nämlich je nach Funktionsweise. Am häufigsten trifft man auf Aktivkohlefilter oder Nanofilter. Während der Aktivkohlefilter hauptsächlich gröbere Partikel wie Chlor, Pestizide, Hormone und Medikamentenrückstände aus dem Wasser filtert, schafft es dieser aufgrund der größeren Poren nicht, Viren und Bakterien vollständig herauszufiltern. Das wiederum ist die Stärke des Nanofilters. In vielen Campern kommen deshalb auch beide Systeme zum Einsatz. 

Wasserkonservierung im Camper mit Silberionen

Wird das Wasser relativ sicheren Trinkwasserquellen entnommen, ist ein Filter nicht unbedingt von Nöten. Dennoch ist es möglich, dass es im Wassertank des Campers, getriggert durch längere Standzeiten und warme Temperaturen, zu einem Bakterien-Wachstum kommt. Verhindern lässt sich dies nur durch schnellen Wasserverbrauch oder Wasser-Konserverierungen. Die wohl beste Lösung dabei ist die Konservierung durch Silberionen. Der Zusatz von Silberionen verhindert die Vermehrung von Bakterien, Pilzen, Hefen und sogar Viren. 

Silberionen gibt es als Pulver oder Lösungen, praktischer ist unserer Meinung nach aber die Verwendung eines Silbernetzes, welches nur alle paar Monate ausgetauscht werden muss. Wir haben uns für diese Variante entschieden, da es für uns einfach die komfortabelste Lösung ist.

Wasser im Camper desinfizieren mit Chlor

In vielen europäischen Ländern schmeckt das Leitungswasser stark nach Chlor, da dieses zur Aufbereitung des Wassers verwendet wurde. Das funktioniert natürlich auch für die Wasserversorgung in deinem Camper. Das Chlor tötet Bakterien und Viren im Wasser ab. Passende Präparate für den Einsatz im Wohnmobil oder Camper findet man zur Genüge. Wichtig zu wissen ist aber, dass Chlor, im Gegensatz zu den Silberionen, nicht das erneute Vermehren von Keimen verhindert. Möchtest du das desinfizierte Wasser im Tank nicht zügig verbrauchen, ist deshalb die kombinierte Anwendung von Chlor und Silberionen eine Möglichkeit. 

Unsere Erfahrung: Wir persönlich haben bisher noch kein Chlor zur Wasseraufbereitung verwendet, da es auf Reisen in Europa für uns bisher einfach nicht nötig war.

Verkeimung des Wassers im Camper erkennen

Oftmals bemerkt man es erst, wenn es schon zu spät ist. Das Wasser müffelt, schmeckt abgestanden oder im Wassertank hat sich bereits eine glibberige Schicht gebildet. Dann gilt Alarmstufe rot. Ist im Wassertank nämlich erst einmal ein Biofilm (diese glibberigen Ablagerung) entstanden, haben sich die Bakterien bereits wild vermehrt und mit weiteren Mikroorganismen wie Pilzen, Viren oder Protozoen einen gefährlichen Verbund gebildet. Sollte oder möchte man das jetzt noch trinken? Lieber nicht! Dieses Wasser sollte auf keinen Fall getrunken werden, da du nicht wissen kannst, welche Bakterien (z.B. Legionellen) sich in dem Biofilm vermehrt haben und wie schädlich diese sind.

Gibt es nicht Möglichkeiten schon eher zu erkennen, dass das Wasser etwas Behandlung vertragen könnte? Leider nur bedingt. Achten kannst du auf diese Dinge: 

  • Stand das Wasser länger als 7 Tage ohne nennenswerten Durchlauf? 
  • Hat sich auf dem Boden des Tanks Schlamm oder Sand abgelagert? Wenn ja spricht das für eine unreine Frischwasserquelle.
  • Müffelt das Wasser abgestanden?

Literaturtipps zum Thema Kastenwagen Ausbau

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