Orientalische Städte, wild-spektakuläre Natur und die Sahara-Wüste – all das ist Marokko! Ein Roadtrip durch Marokko ist an Abwechslung und Abenteuer wirklich kaum zu überbieten. Planst du eine Reise in das nordafrikanische Land und bist noch auf der Suche nach der besten Reiseroute? In diesem Blogartikel findest du alle Details zu unserer Reiseroute durch Marokko, inklusive unserer Tipps zu Unterkünften, Campingplätzen und Sehenswürdigkeiten. Unsere Reise starten wir dabei ganz im Norden des Landes, denn wir nutzen die Fähre aus Spanien, um mit unserem Wohnmobil nach Marokko einzureisen. In einem separaten Beitrag findest du alle wichtigen Infos, um mit dem Wohnmobil nach Marokko zu reisen. 

Unser Roadtrip durch Marokko führt als Rundroute einmal quer durch das Land und verbindet alle Highlights und die schönsten Sehenswürdigkeiten. Vom Fährhafen in Ceuta aus reisen wir gegen den Uhrzeigersinn durch das Land, entlang der Atlantikroute gen Süden, wobei wir beeindruckende Städte wie Rabat und Essaouira passieren. Anschließend führt unsere Reiseroute ins Inland Marokkos, wo weitere Highlights wie die Lehmstadt Ait-Ben-Haddou sowie die Saharawüste bei Merzouga auf uns warten. Aber aufgepasst, Marokko ist sehr groß! Um ein paar längere Fahrtage wirst du auf diesem Roadtrip daher nicht herumkommen. Allerdings sind diese, aufgrund der beeindruckenden Landschaft, alles andere als langweilig!

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Allgemeines zu unserer Roadtrip Route durch Marokko

Von der Fähre in Ceuta kommend, führt unsere Route uns zuerst an die Atlantikküste von Marokko. Immer der Küste gen Süden folgend, setzen wir unseren Roadtrip durch Marokko bis nach Taghazout bei Agadir fort. Anschließend wenden wir uns in das marokkanische Inland und besuchen auf unserer Rückreise nach Norden noch viele weitere eindrucksvolle Orte und Landschaften. Die nachfolgenden Punkte haben wir in der Reihenfolge unserer Route aufgereiht, so kannst du diese ganz einfach nachvollziehen. 

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Mietwagen oder Mietcamper in Marokko

Wenn du kein passendes Reisemobil vor der Tür stehen hast, können wir dir Paulcamper sehr empfehlen. Dort findest du auch viele individuelle Selbstausbauten, allesamt mit einer großen Portion Charme. Genau so, wie wir es lieben!

Für alle noch eher Camping-unerfahrenen Reisefans oder weniger große Vanlife-Freunde, besteht natürlich auch die Möglichkeit „nur“ mittels normalem Auto einen Marokko Roadtrip zu bestreiten. Selbst ohne eigenes Fahrzeug ist dies keine Hürde. An Flughäfen oder der nächsten größeren Stadt gibt es nämlich die Option einfach einen Mietwagen zu buchen. Da es bei Mietwägen jedoch teils immense Preisunterschiede geben kann, empfehlen wir dir für deine Buchung die Nutzung des Portals Billiger-Mietwagen*:

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Asilah • Kleinstadt-Vibes & Künstlermetropole Marokkos

Die kleine Stadt Asilah ist der perfekte Ort, um sich nach der Ankunft in Marokko für den Roadtrip zu akklimatisieren. Nur wenige ausländische Besucher verschlägt es in den süßen Ort, die meisten davon sind Langzeitreisende und/oder Camper. Für die Marokkaner hingegen ist Asilah einer der beliebtesten Urlaubsorte, allerdings besuchen diese den Ort lediglich im Sommer. Wenn du, wie wir, zum Überwintern in Marokko bist, wirst du Asilah in voller Idylle erleben können. Der Ort hat eine der schönsten Medinas (Medina = von Mauern geschützte Altstadt) des Landes. Einmalig in ganz Marokko sind jedoch die Wandmalereien, die überall in der Medina Asilahs die Mauern und Hauswände zieren. Wir haben uns nach unserer Ankunft in Asilah einfach durch die Gassen der Medina treiben lassen.  Dabei konnten wir es uns nicht nehmen lassen, viele der schönen Gemälde mit einem Foto festzuhalten. 

Auch wenn die Medina das Highlight der Stadt ist, hat uns auch die Neustadt gut gefallen. Vor den Toren der Medina findest du auch den Souk der Stadt, wo du dich mit frischem Obst, Gemüse und Brot eindecken kannst. Wir haben dort außerdem unsere marokkanische SIM-Karte besorgt. Die marokkanische Gastfreundschaft begegnete uns in Asilah dabei von allen Seiten, sodass wir uns direkt richtig wohl in Marokko fühlten. 

Tipp für Camper: Vermeide möglichst, mit dem Camper in die Innenstadt zu fahren, da viele der Straßen aufgrund des Souks tagsüber unpassierbar sind. In der Medina sind generell keine Fahrzeuge erlaubt, wobei die meisten Gassen sowieso viel zu eng für Fahrzeuge sind. 

  • Weiterlesen: Asilah in Marokko – Die schönsten Sehenswürdigkeiten & Tipps (Link wenn online)

Campingplatz: Camping Echrigui

Rabat • Roadtrip zu Marokkos Hauptstadt

Wir folgen der Atlantikroute weiter gen Süden und erreichen die Hauptstadt Marokkos: Rabat. Die Stadt gilt als eine der schönsten und zeitgleich überschaubarsten Hauptstädte der Welt, weshalb die Vorfreude auf diesen Stopp auf dem Marokko Roadtrip  bereits im Vorhinein groß war. Wir entscheiden uns, unseren Camper auf einem bewachten Parkplatz (Link) direkt vor den Mauern der Medina zu parken. 

Die Medina ist bunt und voller Einheimischer. Hier geht es wenig touristisch zu, was du auch daran bemerkst, dass die Händler neben Souvenirs auch Alltagsgegenstände wie Kleidung, Schuhe oder Töpfe anbieten. Der Souk in der Medina ist ziemlich groß, aber die Angebote der Händler wiederholen sich recht regelmäßig, weshalb es vollkommen  ausreicht, einen Teil davon zu besuchen. Die typischen marokkanischen Poufs und Teppiche siehst du in Rabat etwas seltener als auf den touristischen Souks, allerdings werden diese hier möglicherweise zu deutlich besseren Konditionen angeboten: Immerhin finden diese ja auch in den Wohnungen der Marokkaner Verwendung! 

Die schönste Sehenswürdigkeit in Rabat ist unserer Meinung nach das Festungsviertel Kasbah des Oudaias. Die Festung liegt zwischen der Flussmündung und dem Meer, etwas erhaben über Rabat. Innerhalb der Festung findest du enge Gassen zwischen blau-weißen Häuschen, welche tolle Fotomotive abgeben. Beim Schlendern durch die Gassen konnten wir unsere Finger einfach nicht vom Auslöser der Kamera lassen. Vom höchsten Punkt des Viertels hast du außerdem einen beeindruckenden Blick auf die Flussmündung und den Stadtstrand. Seit 2006 gehört die Kasbah des Oudaias auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

  • Weiterlesen: Rabat in Marokko – Die schönsten Sehenswürdigkeiten (Link wenn online)

Unser Stellplatz: Parking Bab Al Had

Essaouira • Highlight unseres Marokko Roadtrips

Als wir Richtung Essaouira weiterreisen, wissen wir noch nicht, dass dieser Ort das Highlight unseres Roadtrips durch Marokko werden würde. Nicht nur die Medina von Essaouira ist wunderschön, auch die erfrischende Mischung aus orientalischem Flair, kilometerlangen Stränden, portugiesischer Architektur und Surfervibe haben uns gefesselt. Im Gegensatz zu den bisherigen Orten hat Essaouira eine vergleichsweise „geordnete“ Medina mit einigen Hauptstraßen, die der Orientierung dienen. Normalerweise wurden Medinas in Marokko verworren angelegt, damit Eindringlingen die Erreichung ihres Zieles erschwert wurde. Zur Besichtigung der Medina konnten wir unseren Camper direkt vor den Stadttoren parken.

Unser Parkplatz: Parking Bab Marrakech

Sidi Kaouki • Surferdorf am Atlantik

Der Roadtrip durch Marokko führt uns weiter an der Küste entlang: 25 Kilometer südlich von Essaouira liegt die kleine Siedlung Sidi Kaouki. Bekannt ist der Ort aufgrund der guten Wellenbedingungen hauptsächlich bei Surfern, entsprechend wimmelt es vor Ort von Surfschulen und Surfverleihen. Inzwischen kommen aber auch immer mehr Camper in den kleinen Ort, welcher Ruhe und Abgeschiedenheit verspricht. Wir haben einige Tage auf einem Campingplatz direkt hinter den Dünen verbracht, nur leider haben die guten Wellen sich während dieser Zeit nicht blicken lassen. Stattdessen haben wir lange Strandspaziergänge unternommen, von der Dachterrasse des Surfcafes aufs Meer geschaut und die Abende mit Lagerfeuer ausklingen lassen. 

Imsouane • Ein Surferparadies in Schutt und Asche

Irgendwo im Nirgendwo an der Atlantikküste zwischen den Städten Essaouira und Agadir lag das Surferparadies Imsouane. Der bunte Ort am Strand Plage Imsouane bestand aus einigen Hotels, einigen wunderschönen Cafés und hunderten Surfern. Gerade in den letzten Jahren ist der Hype um Imsouane immens gewachsen, immerhin sagt man der Bucht die besten Longboard-Wellen Nord-Westafrikas nach. Doch dann passierte am 18.01.24 Folgendes …

Wie viele der kleinen Küstenorte zwischen Essaouira und Agadir ist auch Imsouane kreuz und quer nach Bedarf gewachsen, die meisten der Häuser wurden illegal erbaut. In einem Schnellbeschluss hat die marokkanische Regierung diesem nun Einhalt geboten – innerhalb von 24 Stunden mussten die Einwohner von Imsouane, aber auch anderen Orten an der Küste, unter anderem Tifnit, daher am 18.01.2024 ihr Hab und Gut retten, bevor die Häuser allesamt niedergerissen wurden. Von dem bunten Hippiedorf am Meer ist seitdem nichts mehr übrig. Ob und wie der Ort in den kommenden Jahren wieder aufgebaut wird, bleibt abzuwarten. Wir haben Imsouane geliebt und sind unendlich traurig über das Geschehene, wenngleich wir am meisten an die Menschen denken, die in diesem Ort ihr Zuhause verloren haben. 

Trotz der Zerstörung des Ortes ist und bleibt Imsouane natürlich ein beliebter Surfspot. Ob ein Besuch unter obigen Bedingungen für dich vertretbar ist, musst du an dieser Stelle für dich selbst entscheiden. Aber Surfanfänger aufgepasst: Imsouane ist ganz und gar kein Anfängerspot. Die Strömung ist extrem stark, sodass du vom Hafen in das  Line-up paddelst und dort entweder eine Welle bekommst, oder immer weiter aus der Bucht hinausgetrieben wirst. Gleichzeitig werden in der Welle die Vorrangregeln durchgehend missachtet, sodass meistens mehrere Leute in einer Welle sind. Auch das Weißwasser ist aufgrund der Strömung, die dir die Füße selbst in knietiefen Wasser wegziehen kann, kaum für Anfänger geeignet.

Taghazout • Fischerdorf und Surfervibes

Das einstige Fischerdorf Taghazout ist inzwischen über Marokkos Grenzen hinaus bekannt: hauptsächlich für seine guten Surfspots und die Wellenbedingungen! Auch wir sind auf unserem Roadtrip durch Marokko auf der Suche nach den guten Wellen nach Taghazout gekommen! Taghazout ist ziemlich touristisch, besonders Franzosen und Deutsche triffst du hier an jeder Ecke. Allerdings ist Taghazout bei weitem nicht der sauber-glänzende „Vorzeige-Ort“, wie dies beispielsweise bei Essaouira oder Asilah der Fall ist. Pauschaltouristen, welche in Taghazout den schönen Ausgeh-Ort erwarten, werden hier deshalb regelmäßig in ihren Erwartungen enttäuscht. Gerade wird in Taghazout ziemlich viel erneuert und modernisiert, unter anderem gibt es seit 2023 eine Kanalisation. Ein großer Fortschritt, denn bis dato waren  die in die Bucht geleiteten Fäkalien ein riesengroßes Thema, sodass diesem sogar ein eigener Name zuteilwurde: Vom „Taghazout Belly“ waren all jene Surfer und Badende betroffen, welche die Stadtstrände von Taghazout nicht weiträumig mieden. 

Auch wenn Taghazout vielleicht keine Liebe auf den ersten Blick ist, so doch ganz sicher auf den Zweiten. Die Einheimischen sind unfassbar herzlich, die Straßenstände mit Tajine oder Säften ungeschönt authentisch und die Surfbedingungen natürlich phänomenal

Unser Stellplatz: Parking Taghazout ufflla 2

Tafraoute • Ausgangspunkt für Ausflüge in den Anti-Atlas

Bye Atlantik, unser Roadtrip durch Marokko führt uns nun ins Inland. Stundenlang fahren wir durch Brachlandschaft, welche sich nie zu ändern scheint, bis wir die ersten Palmen entdecken. Vor uns liegt Tafraoute, eine Oase inmitten des brachen Anti-Atlas. Der Ort ist ein Mekka für französische Wohnmobilisten, warum, das haben wir während unseres Aufenthaltes in dem Ort nicht herausfinden können. Fest steht, dass sich hier häufig hunderte Wohnmobile aufhalten, ganz besonders während der Zeit des Mandelblütenfests im März. 

Tafraoute ist ein ganz normaler Oasen-Ort, ohne irgendwelche Sehenswürdigkeiten. Allerdings ist er ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die sehr sehenswerte Umgebung. Die bekannteste Sehenswürdigkeit nahe Tafraoute sind die „Painted Rocks“, auf Deutsch die „blauen Felsen“. Diese Felsen wurden 1985 von einem belgischen Künstler in den Farben Blau, Rot, Schwarz und Lila bemalt, welcher 20.000 l Farbe nach alten ägyptischen Rezepten herstellte. Da die Originalfarbe nach und nach von der Witterung verwaschen wurde, wurden die Felsen mehrmals nachbemalt. 

Aït Mansour Tal (Les Gorges d’Aït Mansour)

Auf deinem Roadtrip durch Marokko solltest du das Aït Mansour Tal nahe Tafraoute nicht verpassen! Die Fahrt durch die enge Schlucht ist ganz sicher nichts für Fahrer mit schwachen Nerven, gehört aber definitiv zu den Highlights jedes Marokko Roadtrips. Die Schlucht ist eng und feucht, ein willkommener Kontrast zu dem sonst so heiß-trockenen Klima Marokkos. Palmen, Sträucher und Büsche wachsen wild durcheinander und sorgen für ein grünes Dickicht, welches nur von dem wasserbringenden Flüsschen unterbrochen wird. Im Tal selbst gibt es einige sehr ursprüngliche lebende Einheimische und sonst keine weitere Infrastruktur.

Zagora & Lehmdorf Amezrou • Wüstenstadt im Südosten Marokkos

Wir verlassen den Anti-Atlas und fahren weitere Stunden durch eine staubige Steinwüste. Unser nächstes Roadtrip-Ziel: Zagora! Die Oasenstadt am Drâa kommt wirklich wie aus 1001 Nacht daher: Das einzige Grün hier sind einige Palmen, welche wir als Schattenspender sehr willkommen heißen. Selbst im Februar zeigt das Thermometer hier nicht selten über 30 °C, angenehm wird es eigentlich erst, sobald sich die Sonne gen Horizont neigt. Unseren Campingplatz suchen wir uns nach der Anzahl der Schattenplätze aus – nach einer stundenlangen Fahrt bei diesen Temperaturen in einem Camper ohne Klimaanlage brauchen wir etwas Erholung. Da kommt der Camping Palmeraie d’Amezrou genau gelegen: Wir werden mit einem Cay begrüßt und erfahren dann, dass wir den Pool des benachbarten Riads nutzen dürfen! 

Der Campingplatz liegt auf der anderen Flussseite von Zagora im Lehmdorf Amezrou. Die Wege und Gassen hier sind vollkommen aus Lehm und wirken sehr ursprünglich. Der Campingplatz ist dabei der perfekte Ausgangspunkt, um einen kleinen Spaziergang durch den Ort zu unternehmen, welchen wir auch nur empfehlen können! Am besten lässt du dich einfach treiben! Bei unserem Spaziergang kreuzte ab und an ein Bauer mit seinem Esel den Weg, sonst begegneten wir fast niemandem. Du kannst dabei auch  die Werkstätten in der Kasbah besuchen, was wir zwar nicht gemacht haben, uns jedoch von verschiedenen Seiten empfohlen wurde. Einst war das Lehmdorf ein Lehm-Ksar, so wie dieses in Ait-Ben Haddou!

Unser Campingplatz: Camping Palmeraie d’Amezrou

Mhamid • Ausläufer der Sand-Sahara

Von Zagora ist es nicht mehr weit bis Mhamid, welches nahe genug an der algerischen Grenze liegt, dass du hier die Sandwüste Sahara bewundern kannst. Bei Mhamid liegt eine von zwei Sandwüsten in Marokko, die zweite ist Merzouga. Im Gegensatz zu Merzouga ist Mhamid jedoch deutlich größer und aber auch weniger touristisch. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich unserer Meinung nach für Mhamid entscheiden (auch wenn wir davon damals noch nichts wussten und deshalb den weiten Weg nach Merzouga auf uns genommen haben).

Ait Ben Haddou • Roadtrip auf den Spuren der Karawanen

Unsere Route durch Marokko führt uns nun zum Atlas, zunächst in die Lehmstadt Ait-Ben-Haddou. Wir erreichen den Ort am späten Nachmittag, was sich als gute Entscheidung herausstellt: Zig Tourbusse säumen die Straße, um auf ihre Tagesgäste aus Marrakesch zu warten. Als wir den historischen Teil von Ait-Ben-Haddou erreichen, sind die meisten Tagesgäste bereits abgereist und wir können in Ruhe durch die Gassen schlendern. 

Ait-Ben-Haddou ist eine Lehmstadt, die ihren Ursprung im 11. Jahrhundert hat. Damals lag der Ort auf der Karawanenroute nach Timbuktu, genau eine Tagesetappe nach der Passage des Atlas. Die meisten Karawanen legten hier einen längeren Stopp ein, um sich von den Anstrengungen der Atlas-Passage zu erholen. Den Einwohnern Ait-Ben-Haddous brachte dies großen Wohlstand, den sie durch ihre Wehrhäuser schützen konnten. Seit 1987 gehört Ait-Ben-Haddou zum UNESCO-Weltkulturerbe, was zwar grundsätzlich sehr schön ist, jedoch aufgrund der damit einhergehenden baulichen Beschränkungen den Ort zunehmend verweisen lässt. Wer heute noch im alten Ait-Ben-Haddou wohnt, hat zumeist weder Strom noch fließend Wasser. Inzwischen wohnt deshalb nur noch eine Handvoll Menschen im alten Teil der Stadt.

Unser Stellplatz: Parkplatz Ait-Ben-Haddou (Tag & Nacht)

Der hohe Atlas • Roadtrip Marokko

Wer mit genügend Zeit in Marokko unterwegs ist, sollte auf seinem Roadtrip auch den hohen Atlas besuchen. Von Ait-Ben-Haddou ist es nicht mehr weit, jedoch steht eine Passfahrt über den Tizi n Tichka auf dem Plan. Besonders sehenswert im Hohen Atlas ist das Ait Bougmezz, auch bekannt als das glückliche Tal. Auch eine Wanderung auf den höchsten Berg Marokkos, den Toubkal, ist abenteuerreich und wunderschön. Allerdings ist dies derzeit nur im Rahmen einer geführten Tour möglich. 

Marrakesch • Großstadttrubel auf dem Marokko Roadtrip

Das beliebteste Ziel von Touristen in Marokko ist die Stadt Marrakesch. Über Marrakesch gehen die Meinungen weit auseinander: Viele schwärmen von ihrem Urlaub in der Königsstadt, andere sind überfordert von dem steten Lärm und der Hektik der Stadt. Im Rahmen unseres Roadtrips durch Marokko haben wir Marrakesch nicht besucht, dafür war Micha auf seiner Backpackingreise 2020 bereits in der Stadt. Mit dem Camper solltest du es auf jeden Fall vermeiden, in die Stadt zu fahren. Der Verkehr ist hier deutlich chaotischer als im Rest des Landes. Stattdessen empfehlen wir dir, einen der Campingplätze etwas außerhalb der Stadt anzufahren und dir anschließend ein Taxi zu nehmen.

Straße der Kasbahs • Roadtrip zwischen Lehmburgen & Oasen

Von Ait Ben Haddou nehmen wir die Straße der Kasbah – wobei es „die“ eine Straße in diesem Zusammenhang gar nicht gibt. Vielmehr ist der Landstrich zwischen Ouarzazate und Tinghir gemeint, welcher bespickt mit den Festungen aus Lehm ist. Auf der Route lohnt es sich, den ein oder anderen Stopp einzulegen. 

Unser Tipp: Ein Highlight auf der Straße der Kasbahs ist auch die Oasenstadt Skoura, welche schier umhüllt von Palmen ist. Hier lohnt es sich, einen Stopp für Fotos oder einen kleinen Spaziergang durch das Palmenmeer einzulegen. 

Dadestal • Roadtrip durch die Bilderbuch-Schlucht

Von der Straße der Kasbahs unternehmen wir auf unserem Roadtrip einen Abstecher in das Dadestal. Beim Ort Boumalne de Dades biegen wir in die Schlucht ab, ab da an führt die schmale Straße immer weiter das Tal hinauf. Auch das Dadestal ist bestückt mit Kasbahs, viele davon sind beeindruckend platziert. Das Highlight der Dadesschlucht sind für die meisten Besucher jedoch die Haarnadelkurven, welche sich in schwindelerregender Höhe die Schlucht hinauf hangeln. Du erreichst diese nach 30 Kilometern, für welche du etwa 45–60 Minuten Fahrt einplanen solltest. Aber aufgepasst, für die meisten Fahrzeuge ist die Dadesschlucht eine Sackgasse. Ab M’Semrir führt die Straße nur noch als Offroadpiste ins benachbarte Tal. Mit einem Allradwagen sicherlich eine spannende Angelegenheit, für normale PKW oder Camper jedoch ganz und gar nicht geeignet! Mehr Infos zur Stecke finden Offroader im Artikel von the-travely.

Unser Tipp: Im Dadestal leben die meisten Familien von der Landwirtschaft. Oftmals bieten die Frauen den Reisenden ein Frühstück auf kleinen Tischen und Bänken am Straßenrand an. Wir können solch eine Frühstückspause nur empfehlen! Wir haben hier das wahrscheinlich beste marokkanische Frühstück unseres gesamten Marokko Roadtrips bekommen.

Todraschlucht • Roadtrip Marokko

Nicht weit von der Dadesschlucht, ebenfalls in den Ausläufern des Hohen Atlas, befindet sich die Todraschlucht. Auch diese gehört zu den bekannteren Sehenswürdigkeiten Marokkos. Der spektakuläre Teil der Schlucht liegt jedoch recht nahe an der Hauptstraße, sodass diese Schlucht auch gern im Rahmen geführter Touren angefahren wird. Im Gegensatz zur Dadesschlucht, bei welcher die Straße immer weit oberhalb des Flusses verläuft, führt die Straße in der Todraschlucht immer recht nahe am Fluss entlang. Insgesamt ist die Todraschlucht auch deutlich schmaler, wobei die Wände der Schlucht steil gen Himmel ragen. 

Merzouga • Saharawüste von Erg Chebbi

Von der Todraschlucht steht eine lange Etappe durch Marokkos Steinwüste an. Es geht immer weiter gen Westen, unser Ziel der Wüstenort Merzouga. Bekannt ist Merzouga für seine Sandwüste, welche es in dieser Form in Marokko nur noch weiter südlich in M’Hamid gibt. Die Sanddünen türmen sich hier bis zu 200 m auf. Dabei ist die Sandwüste hier eigentlich gar nicht so groß: etwa 25 km x 9 km in der jeweils längsten Ausdehnung. Wir haben uns sehr auf diesen Stopp unseres Roadtrips durch Marokko gefreut, würden letztendlich aber sagen, dass sich die weite Fahrt nach Merzouga nur bedingt lohnt.

Der Ort Merzouga lebt fast zu 100 % vom Tourismus, dementsprechend touristisch geht es eben auch zu. Es werden viele Wüstentouren und Wüstencamps angeboten, alternativ auch Jeep- oder Kameltouren. Wir haben auf alle diese Touren verzichtet und stattdessen ausgedehnte Spaziergänge durch die Wüste unternommen. Allerdings wurden wir einmal fast von einem Jeep überfahren, dessen Fahrer mit seinen Gästen kreuz und quer die Dünen hoch- und wieder herunterfuhr. Ruhe suchst du dementsprechend rund um den Ort Merzouga eher vergeblich

Wichtiger Hinweis: Seit der Andrang auf Wüstencamps immer größer geworden ist, dürfen diese nicht mehr im Zentrum der Wüste errichtet werden, was wir grundsätzlich gutheißen. Allerdings solltest du dies wissen, wenn du eine Wüstentour buchst! Die Zelte stehen nun am westlichen Übergang von Steinwüste zu Sandwüste, recht dicht beieinander. Wir haben dieses Gebiet entdeckt, als wir auf der Suche nach einem Wildcamping-Spot die Schotterpiste am westlichen Rand der Wüste entlangfuhren.

Unser Campingplatz: La Gazelle Bleue

Empfehlenswerte Unterkünfte:

Von Erfourd nach Midelt • Die Hochebenen des mittleren Atlas 

Unsere Route führt nun zurück gen Norden und führt uns dabei über eine der schönsten Strecken auf unserem Roadtrip durch Marokko: Die Straße zwischen Erfourd nach Midelt passiert verschiedene Hochebenen des mittleren Atlas, auf welchen noch zahlreiche Halbnomaden mit ihren riesigen Schafherden leben.

Berberaffen im Nationalpark Ifrane

Angekommen an unserem Ziel, dem Nationalpark Ifrane, können wir unseren Augen kaum glauben: Nur etwa 400 Kilometer trennen diesen Ort von dem Wüstenort Merzouga, dennoch scheinen Welten diese zu trennen: Den Nationalpark Ifrane zieren Zedernbäume so weit das Auge reicht. Unser erster Gedanke bei diesem Anblick: Wann haben wir eigentlich das letzte Mal Bäume gesehen? So banal die Frage klingt, wir können sie nicht beantworten. Mit Ausnahme der Palmenoasen ist uns die Farbe Grün in Marokko tatsächlich kaum begegnet. Zum ersten Mal auf unserem Roadtrip durch Marokko ist auch die Luft angenehm und nicht trocken, staubig und heiß. 

Der Nationalpark von Ifrane zählt zu den beliebtesten Wanderzielen Marokkos. Er besteht aus mehreren nicht zusammenhängenden Gebieten und umfasst unter anderem die größten zusammenhängenden Zedernwälder Marokkos. Seine Bekanntheit unter Touristen verdankt der Park jedoch hauptsächlich den im Abschnitt Cèdre Gouraud Forest lebenden Berberaffen. Diese Affenart ist leider aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraumes in Nordafrika vom Aussterben bedroht. Laut Schätzungen von Experten soll es nur noch etwa 10.000 frei lebende Exemplare geben. Die meisten davon leben im mittleren Atlas in Marokko.

Wir entdecken die Affen direkt bei unserer Ankunft im Nationalpark, als am Straßenrand plötzlich Buden für Andenken und Lockfutter auftauchen. Auch wenn die Affen im Nationalpark von Ifrane geschützt sind, aufgrund der Fütterung leben sie leider alles andere als zurückgezogen. Vielmehr können die kleinen Äffchen durchaus aufdringlich werden! Wir möchten an der Stelle darauf hinweisen, dass du das Füttern der Affen auf keinen Fall unterstützen solltest!

Wichtiger Hinweis: Bitte füttert die Berberaffen nicht, erst recht nicht  an den Parkplätzen und der Hauptstraße! Die Affen werden zu zutraulich, verlernen ihr Futter selbst zu sammeln und verlieren vor allem ihre Scheu vor Fahrzeugen, was leider zu vielen Unfällen führt.

Unser Campingplatz: Camping Amazigh

Fès • Die authentischste Stadt auf dem Marokko Roadtrip

Die beeindruckendste und authentischste Stadt in Marokkos? Eindeutig Fès! Fès ist die zweitgrößte Stadt Marokkos und damit sogar größer als das bekannte (und viel zu touristische) Marrakesch. Häufig wird Fès als die Kulturhauptstadt Marokkos bezeichnet, eine Darstellung, der wir so zustimmen würden. Nachdem wir über zwei Monate lang durch Marokko gereist sind, können wir sagen, dass Fès uns von allen Städten am meisten beeindruckt hat. Zwar gibt es auch in Fès einen zunehmenden Tourismus, allerdings hat dieser nicht, wie es in anderen marokkanischen Städten der Fall ist, den marokkanischen Alltag aus den Gassen der Medina verdrängt. Vielmehr gibt es in der Medina Geschäfte und Handwerk des alltäglichen Bedarfs, dafür musst du schnieke Cafés und Souvenirshops oft etwas länger suchen. Wir persönlich haben das als sehr angenehm empfunden, hören jedoch regelmäßig, dass Besucher Fès als weniger schön empfunden haben. Wir sagen mal so, wenn Schönheit mit hübsch-hergerichteten Touristenattraktionen einhergeht, dann ist das wohl so …

Du möchtest Fès lieber in Begleitung eines erfahrenen Guides erleben? Eine Führung ist eine gute Idee, wenn du etwas Sorge hast, dich im Gewirr der Gassen zu verlaufen oder dir während deiner Tour auch etwas Wissen aneignen möchtest. 

Chouara Gerberei in Fès

Bekannt ist Fès auch die große Gerberei Chouara im Zentrum der Medina. Sie ist der Grund, weshalb über der Medina immer ein etwas unangenehmer Geruch wabert. Zum Gerben des Leders werden hier nämlich noch traditionelle Methoden angewendet: Die Häute werden per Hand und Fuß in Gefäßen voller Rinderurin, Kalk und Salz weich gestampft, bevor sie zum Trocknen aufgegangen werden. Anschließend folgt die Färbung. Auch hier muss die Farbe in den großen Bottichen per Hand und Fuß eingearbeitet werden. Einen Blick auf die Gerbereien kannst du von einem der zahlreichen Balkone der umliegenden Ledergeschäfte erhaschen. Der Eintritt kostet ein paar Cent, wenn du kein Produkt erwirbst, und ist überaus lohnenswert. Bei sengender Hitze wird hier Schwerstarbeit geleistet. Ein Schock, wenn man bedenkt, zu welch günstigen Preisen Lederwaren in Marokko gehandelt und auch nach Europa exportiert werden. 

Unser Stellplatz (nur Tag): Parking Fès

Chefchaouen • Abschluss unseres Marokko Roadtrips

Chefchaouen, die blaue Stadt am Rande des Rif-Gebirges ist der letzte Stopp auf unserem Roadtrip durch Marokko. Dass diese Kleinstadt, die fernab anderer Sehenswürdigkeiten liegt, zu einem Touristenmagneten geworden ist, liegt tatsächlich lediglich an ihrem Anstrich. Die blauen Gassen eignen sich gut als Fotomotiv. Dies zieht Besucher an und wir gehören auch zu ihnen. Wir entscheiden uns für einen kleinen Spaziergang durch die Gassen der blauen Medina. Wir sind vormittags unterwegs, was sich als gut herausstellt, denn nach und nach treffen immer mehr Tourbusse mit anderen Touristen ein. Während wir am frühen Morgen fast allein unterwegs waren, füllte sich die Medina ab Mittag zusehend. 

Woher die blaue Farbe kommt, ist übrigens unklar. Viele Marokkaner sagen, ein blauer Anstrich schütze die Bewohner eines Hauses vor dem „bösen Blick“. Allerdings ist das lediglich eine von vielen möglichen Erklärungen. Weil Touristen in der Vergangenheit jedoch besonders blaue Unterkünfte buchten und besonders gern die blauen Gassen fotografierten, wurde nach und nach die gesamte Medina in Blau gestrichen. Mit einer Tradition hat das Blau in der Medina von Chefchaouen dementsprechend nichts mehr gemein. 

Unser Stellplatz (nur Tag): Parking Lahfid

Empfehlenswerte Unterkünfte:

Touren-Tipp:

Fazit • Unser Roadtrip durch Marokko

Unsere Meinung nach knapp drei Monaten Roadtrip durch Marokko? Wir sind Hals über Kopf verliebt! In das Land, die Menschen und die Kultur. Ohne jeden Zweifel gibt es in Marokko auch viel Leid: Tierleid und Armut sind allgegenwärtig. Gleichzeitig sind die Menschen unvoreingenommen und offen gegenüber Reisenden. Wir haben auf dieser Reise so viel Freundlichkeit erfahren und uns jederzeit willkommen und sicher gefühlt. Als Reisender in Marokko wirst du vielen Kontrasten, viel Neuem und möglicherweise zunächst Unverständlichem begegnen und ziemlich sicher eine Menge Spaß haben, Abenteuer erleben und kulturelles Verständnis erlangen. Wir haben in den knapp drei Monaten in Marokko jeden Tag geliebt und waren unfassbar traurig nach dieser Zeit, das Land zu verlassen! Bis bald in Marokko und wie man hier sagen würde: رحله جميلة

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Miri & Micha

Miri und Micha stehen zusammen am Strand und lächeln in die Kamera. Im Hintergrund steht ihr Wohnmobil mit geöffneten Türen.

Mit unserem selbstausgebauten Van reisen wir um die Welt, sammeln Geschichten und Momente für Outdoornomaden, bewundern die großen und ganz kleinen Dinge, denen wir täglich begegnen. Im Van zu leben war immer unser großer Traum. 2020 haben wir unseren Mut zusammen genommen und uns unser Traumhaus auf vier Rädern gebaut. Zuhause ist nun, wo wir es parken. Wir glauben: Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Und wer weiß schon was das Morgen bringen wird?

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