Knapp drei Monate lang waren wir beim Türkei Roadtrip unterwegs, in unserem selbst ausgebauten Camper mitsamt Hund Friedo im Gepäck. Die Türkei ist riesig und unfassbar vielfältig. Dieser Roadtrip ließ uns in eine völlig neue Kultur eintauchen, die wir direkt zu lieben gelernt haben. Schnell waren wir uns einig, dass dieses Land so so viel mehr zu bieten hat als nur den günstigen All-Inklusive Urlaub! Durch die lockere Gesetzeslage hinsichtlich des Wildcampens, der Großherzigkeit und Freundlichkeit der Menschen, aber auch ihrer eigenen Liebe zum Campen, ist die Türkei wirklich unglaublich gut geeignet für Camper wie dich und uns. Im Folgenden stellen wir dir nicht nur unsere Roadtrip Route durch die Türkei vor, sondern verraten auch unsere größten Highlights & Insidertipps!

Gestartet ist unser Türkei Roadtrip an der Landesgrenze Griechenland – Türkei (Alexandroupolis – Keşan), von wo aus wir anschließend die Dardanellen mit der Fähre überquert haben und auf diesem Wege schließlich den asiatischen Kontinent erreichten. Ab hier führte unsere Route entlang der malerischen Küste, wir durchquerten das Inland bis nach Kappadokien und besuchten als Abschluss des Roadtrips durch die Türkei die Millionenmetropole Istanbul.

Keşan • Unser Start in den Türkei Roadtrip

Der erste Stopp auf dem Roadtrip durch die Türkei dient meist der Erledigung organisatorischer Dinge. Die Stadt direkt hinter der griechisch-türkischen Grenze ist dafür perfekt geeignet. Wir konnten unkompliziert und kostenlos auf einem der Parkplätze im Stadtzentrum parken und so alles wichtige schnell erledigen. Auch unsere ersten Çiğ Köfte haben wir hier gegessen.

Parkplatz: 40.857270, 26.630740

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(Zwangs-)Stopp in Çanakkale • Klein, aber fein!

Die kleine Stadt Çanakkale liegt auf der asiatischen Seite der Dardanellen. Wir haben hier aufgrund einiger Reparaturen an unserem Van einen Stopp eingelegen müssen und entsprechend einige Tage verbracht. Die kleine Stadt liegt in der Nähe vieler antiker Sehenswürdigkeiten, wodurch sie sich auch dann prima als Ausgangspunkt eignet, wenn du auf Hotels als Übernachtungsmöglichkeit angewiesen bist. Erstaunt waren wir, als wir im Vorbeifahren das originale Modell des trojanischen Pferdes aus dem Film Troja entdeckten. Es wurde der Stadt nach Beendigung der Dreharbeiten geschenkt.

Persönlicher Tipp: Um nach Einreise in die Türkei bei Land und Leuten wirklich anzukommen, können wir den Stellplatz von Mesut als ersten Platz zur Übernachtung nur empfehlen. Mesut betreibt die kleine Boomerang Bar, wodurch Hippie-Vibes und Familienanschluss zu jedem Aufenthalt gratis sind. 😉 Übernachten ist gegen ein kleines Entgelt möglich, wahlweise läuft die Bezahlung aber auch einfach mit einem Cay oder Bier an der Bar. Wir selbst wurden wärmstens hier willkommen geheißen, weshalb unsere Weiterempfehlung von Mesuts Platz auch wirklich von ganzem Herzen kommt!

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Izmir • Türkei Roadtrip durch die Metropole

Die Türkei ist so groß, dass eine Einordnung der Verhältnisse oft gar nicht so leicht ist. Ein gutes Beispiel dafür ist Izmir. Mit etwas über 4 Millionen Einwohnern ist Izmir die drittgrößte Stadt der Türkei und die größte Stadt der gesamten Ägäis. Gegründet wurde die Stadt bereits 3000 v. Chr., was sie zu einer der ältesten Städte der Welt macht. Das Fahren mit dem Wohnmobil ist hier auf jeden Fall eine besondere Herausforderung, die Micha, mal wieder, mit Bravour gemeistert hat. 

Wir besuchten Izmir auf unserem Türkei Roadtrip direkt zu Anfang. Ziel dabei war es, einen ersten Eindruck vom türkischen Großstadt-Leben zu bekommen, über den Bazar schlendern zu können und vielleicht den ein oder anderen türkischen Tee zu schlürfen. Außerdem gibt es in Izmir so manche Sehenswürdigkeit zu entdecken. Als eine der beliebtesten davon, ist der Kemeralti-Bazar zu nennen. Da dieser Bazar kein reiner Touri-Bazar ist, wird einem dort ein recht authentischen Einblick ins „wahre Leben“ vor Ort geboten. Auf den zahlreichen Ständen wird vor allem Kleidung gehandelt, aber auch Dinge des täglichen Bedarfs. In einigen Seitengassen findet zudem sogar ein Verkauf von Lebensmitteln statt. Nahe des Bazar-Eingangs, der auf dem Konak-Platz liegt, ist der berühmte Uhrenturm zu finden. Dieser ist deshalb so besonders, weil er als das Wahrzeichen der Stadt gilt. Spannend dabei ist, dass die Uhr des Uhrenturms ein Geschenk von Kaiser Wilhelm II. war. 

Während es auf dem Bazar allerdings in typischer Art und Weise stressig zugeht, herrscht an der hübschen Uferpromenade eine etwas beschaulichere Stimmung. Dank zahlreicher Cafés und Bars lädt das gesamte Ambiente zum Entspannen und Genießen ein.

Geheimtipp: Die engen Gassen des Viertels Alsancak sind übersäht mit süßen Cafés und Restaurants. Als eines unserer persönlichen Highlights, ist hier auch das Yasam Vegan Café zu finden, in dem es typisch türkische Gerichte in veganer Zubereitung gibt.

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Halbinsel Çeşme • Willkommen im Paradies!

Die erste Gegend auf unserem Türkei Roadtrip, die uns nicht so schnell wieder losgelassen hat, war die Halbinsel Çeşme. Während sie im Sommer ein Kitesurfer- und Wassersportlerparadies darstellt, ist sie im Winter sowie in der  Nebensaison ein wahres schlafendes Paradies. Während unseres Aufenthaltes im März haben wir hier bis auf einige wenige türkische Camper keine anderen Reisenden getroffen. Tatsächlich war es zu dieser Jahreszeit auch noch vergleichsweise kalt, eher unattraktiv also für viele Hobbycamper. Wir blieben eine ganze Weile an diesem traumhaften Ort. Unter anderem auch aus dem Grund, dass wir uns vom Bazar in Izmir wohl eine fiese Lebensmittelvergiftung mitgenommen hatten. Nichtsdestotrotz genossen wir die Ruhe in vollen Zügen. Gerne würden wir im Sommer nochmal wiederkommen, wenn all die Wassersport-Schulen und Geschäfte geöffnet haben.

Persönlicher Tipp: Auf der Halbinsel Çeşme gibt es mehrere Orte mit offen zugänglichen, heißen Quellen. Eine ist zum Beispiel in Gülbahçe zu finden, eine andere im Hafen der Stadt Çeşme. Leider waren zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts beide Quellen aufgrund von besonders hohem Wasserstand nicht nutzbar bzw. erreichbar. Bei guten und trockenen Wetterbedingungen sollte dies jedoch ohne Probleme möglich sein.

Ephesus • Türkei Roadtrip auf historischen Spuren

Die Stadt Ephesus war einst eine der bedeutendsten Städte des Römischen Reiches. Die Stadt zählte damals über 200.000 Einwohner und war das wichtigste Handelszentrum des Mittelmeerraumes. Noch dazu zählte Ephesus als eine der wichtigsten Stätten des Christentums. Die Pilger und der Handel brachten ihr großen Reichtum, welcher auch heute noch deutlich zu erkennen ist. Wohin man auch blickt, überall lassen sich Amphitheater und andere prachtvolle Bauten sowie säulengesäumte Straßen zu erahnen. Aufgrund der Größe der Stadt dauern die Ausgrabungen jedoch nun bereits schon mehr als 100 Jahre an. Trotz dieser langen Zeit sind allerdings erst ca. 20% der einstigen Stadt freigelegt.

Unser Highlight der antiken Stätte war die wiederaufgebaute Celsus Bibliothek. Generell lassen die hier zahlreichen, Stein für Stein wieder mühsam zusammengesetzten Bauwerke die Vergangenheit erneut lebendig werden. Ephesus ist somit auch für alle diejenigen eine wirklich sehenswerte Stadt, die sonst eher wenig bis kein großes Interesse an historischen Sehenswürdigkeiten haben.

Pamukkale • UNESCO Weltkulturerbe – zurecht!

Wir verließen die Küstenroute für einen lohnenswerten Abstecher nach Pamukkale. Ein Ort, der nicht ohne Grund eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Türkei ist. Pamukkale erhielt seinen Namen durch zahlreiche Kalkbecken, die terrassenförmig an einem Hang entstanden sind, nahe einer stark kalkhaltigen Thermalquelle. Die Kalkterrassen liegen etwas unterhalb der antiken Stadt Hierapolis und sind ebenso beachtlich alt wie diese. Selbst Cleopatra soll in den warmen Kalkbecken bereits gebadet haben. Gemeinsam mit den Ruinen von Hierapolis wurde Pamukkale auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Gut zu wissen: Während die Kalkterassen heute wieder überwiegend in hellem weiß erstrahlen, sah dies in nicht allzu ferner Vergangenheit leider schon einmal ganz anders aus. In den sechziger Jahren waren am oberen Rand der Becken Hotelanlagen und eine quer über den Hang verlaufende Straße erbaut worden. Die Hotels zapften das Wasser direkt aus der Thermalquelle, wobei sie im Gegenzug teilweise ihr Schmutzwasser hinunter auf die Terrassen abließen. Dadurch, dass das meiste des kalkhaltigen Wassers nun zu den Hotelanlagen, und nicht mehr über die Terrassen floss, lagerte sich kaum noch neuer Kalk an den Becken ab. Entsprechend verfärbten sich die Terrassen zunehmend grau. Erst seit etwa 20 Jahren erstrahlt Pamukkale wieder in seinen natürlichen Farben. Die Hotels wurden abgerissen und der Zugang zu den Becken ist seitdem stark reguliert.

Heute dürfen die Terrassen nur noch dort betreten werden, wo einst die Straße verlief – in diesem Bereich mussten die Becken nämlich künstlich nachgebildet werden. Außerdem ist der Besuch nur noch barfuß gestattet. Wer baden möchte, kann dies im Cleopatra-Pool tun. Dieser liegt in einem separaten Bereich, wo früher die antiken Bäder gestanden haben. Hierfür muss gesondert Eintritt bezahlt werden.

Hieracoffeeteahouse: Herzensempfehlung! Phantastisches türkisches Essen, auch vegetarisch / vegan möglich. Wenn du nur ein einziges Restaurant in der Türkei besuchen möchtest, dann bitte dieses, es lohnt sich! 😉

  • Stellplatz: Auf der großen Wiese nahe des unteren Eingangs.

Salda Gölü • Ein See in luftiger Höhe

Der Salda Gölü liegt auf 1180m Höhe, wodurch er sich als der höchstgelegene See der Türkei auszeichnet. Bekannt ist er, bis weit über die türkische Landesgrenze hinaus, für sein besonders strahlendes blau. Tatsächlich gilt der Salda Gölü sogar als der fünft sauberste See der Welt und ist gleichzeitig der tiefste Süßwassersee der Türkei. Rund um den See gibt es wunderschöne Plätze um mit dem Camper zu übernachten. Trotz seiner besonderen Lage und Schönheit ist der See keine bekannte Touristenattraktion, sodass du hier in der Regel nur auf sehr wenige andere Menschen triffst. Aber Achtung, in den Wintermonaten kann es rund um den See schnell bitterkalt werden. Während unserer Reise im März 2022 haben wir hier Temperaturen bis zu minus 12 Grad Celsius erlebt.

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Marmaris • Türkei Roadtrip entlang der Küste

Die Kälte im türkischen Inland trieb uns schnell wieder an die Küste, sodass wir unseren Türkei Roadtrip nach Marmaris und auf die Halbinsel Datça fortsetzten. Als hätten wir es geahnt, wurden wir dort wirklich mit vergleichsweise vielen Sonnenstunden und milden Temperaturen positiv überrascht.

Die Stadt Marmaris ist sehr touristisch und steht in krassem Kontrast zu dem, was wir in der Türkei bis zu unserer Ankunft auf dieser Halbinsel gesehen und erlebt hatten. Die Promenade ist mit Hotels und Restaurants dicht bebaut, im Hafen liegen zig Superyachten und der Strand ist mit Sonnenliegen gespickt. Obwohl uns derartig touristische Orte meist eher wenig reizen, hat uns Marmaris aufgrund seiner starken maritimen Prägung dennoch gut gefallen. Bevor unser Roadtrip durch die Türkei weiter ging, blieben wir noch eine Nacht auf einem kostenlosen Parkplatz. So konnten wir einige Dinge erledigen und die Reise mit voller Kraft am nächsten Morgen fortsetzen.

Datça Halbinsel • Wandern, Schildkröten & vieles Mee(h)r

Blicken wir auf den Besuch auf der Halbinsel Datça zurück, fangen unsere Augen noch immer ein wenig mehr an zu leuchten. Auf unserem gesamten Türkei Roadtrip ist dies nämlich ein Ort, an dem wir unser Herz wohl ein Stück weit verloren haben. Während in anderen Gegenden rings herum der Massentourismus europäischer Prägung boomt, wird Datça fast nur von türkischen Touristen besucht. Dadurch ist Tourismus an sich natürlich auch auf der Datça Halbinsel ein Ding, allerdings läuft dieser angenehmer und viel dezenter ab. Die Halbinsel ist unglaublich lang (etwa 80 Kilometer), wobei sie nur sehr, sehr spärlich bebaut ist. Der Großteil der Insel gehört hier noch der Natur, welche auf der Nordseite flach und sandig, auf der Südseite schroff und zerklüftet ist. Besonders die Buchten der Nordseite laden zum Verweilen mit dem Camper ein. Wir haben die Schönheit und Ruhe dieser Gegend so sehr genossen, dass wir insgesamt länger als eine Woche hier waren.

Die gleichnamige Stadt Datça liegt etwa in der Mitte der Halbinsel. Sie ist wirklich süß, wodurch ein Besuch definitiv lohnenswert ist. Besonders die Promenade hat uns gut gefallen. Gerade in der Nebensaison sucht man hier beinahe vergebens nach den „klassischen Touristen“. Langweilig wird es hier dennoch keineswegs, denn die Cafés und Restaurants sind von Seglern immer gut besucht. Wir haben auf einem Stellplatz nahe des Hafens übernachtet. Von dort aus konnten wir zu Fuß zur Promenade und Innenstadt gehen, der perfekte Ausgangspunkt also für einen Tag in Datça.

  • Café Inn: Familiäres Restaurant mit super leckerem italienischen Essen und dem besten Blick auf die Bucht. Wir saßen direkt am Strand!

Geheimtipp: Ein absolutes Muss ist Eski Datça (das „alte Datça“). Hierbei handelt es sich um die älteste Siedlung der gesamten Halbinsel Entstanden ist der kleine, nur unweit der heutigen Stadt Datça gelegene Ort schätzungsweise 1100 Jahre vor Chr. Heute zeichnet er sich aus durch seine besondere Architektur, die engen Gassen und urigen Häuschen.

Iztuzu Strand • Schildkröten beim Türkei Roadtrip

Etwa anderthalb Stunden Fahrt von Marmaris befindet sich der wunderschöne Strand Iztuzu. Der Strand gilt als einer der schönsten naturbelassenen Strände weltweit – und das zurecht. Der Strand bildet eine kleine Halbinsel zwischen Meer und Flussmündung des Daylan, sodass er einerseits von Süßwasser, andererseits von Salzwasser gesäumt ist. Weil die stark gefährdete große Meeresschildkröte (falsche Karettschildkröte) am Strand ihre Eier legt und vergräbt, steht der Strand unter Naturschutz. Es gelten dementsprechend einige Regeln zum Schutze der Schildkröten. Als wir im Frühling über den Strand wanderten, konnten wir einige kleinere Landschildkröten auf dem Strand sehen, manche sogar während der Paarung. Ehrlich gesagt hatten wir gar nicht damit gerechnet auf unserem Roadtrip durch die Türkei so schnell so viele freilebende Schildkröten zu sehen. Umso größer war unsere Freude und Begeisterung!

Achtung: Hunde oder andere Haustiere sind am Strand nicht erlaubt. In der Zeit, in der die Meeresschildkröte ihre Eier legt, dürfen bestimmte Teile des Strandes nicht betreten werden. Aber keine Panik, der Strand ist lang genug (ca. 5 Kilometer), weshalb dies weniger ein Problem darstellen sollte. 😉

Die Fethiye Region • Große Liebe für diese (Klein-)Stadt

Auch die Gegend um Fethiye haben wir uns ziemlich verliebt. Fethiye ist eine hübsche Stadt mit vielen engen Gassen, kleinen Häusern und einer beliebten Promenade. Gleichzeitig ist Fethiye nicht so groß und chaotisch wie einige andere türkische Städte. Entsprechend ist ein Besuch mit dem Wohnmobil ganz stressfrei möglich. Wir haben auf unserem Türkei Roadtrip in der Fethiye Region fast eine ganze Woche verbracht. Im April hatten wir bereits riesiges Glück mit dem Wetter, sodass wir in den unzähligen Buchten um die Stadt herum viel Schwimmen und Stand Up Paddeln konnten.

Persönlicher Tipp: Mit frischen Lebensmitteln solltest du dich unbedingt auf dem Pazar Alani, dem Bazar von Fethiye (Foça) eindecken. Hier gibt es Obst, Gemüse, Nüsse, Gewürze und Brot frisch und zu unfassbar guten Preisen. Auch die Locals gehen auf diesem Markt einkaufen – was sicher nicht unwesentlich zu der dort herrschenden wunderschönen und authentischen Atmosphäre beiträgt! Der Markt findet jeden Sonntag statt. Alternativ kannst du auch jeweils dienstags und donnerstags den Cuma Pazarı besuchen, welcher zentral in der Innenstadt von Fethiye liegt.

Sehenswürdigkeiten & Ausflugsziele in Fethiye:

  • Amyntas Rock Tombs
  • Fethiye Ancient Theatre
  • Balık Pazarı – Der Fischmarkt von Fethiye
  • Cuma Pazarı – Der Markt von Fethiye (Dienstag und Freitag geöffnet)
  • Die Marktstraße in der Altstadt (Çarşı Cad.): ein Ort, an dem es definitiv etwas touristischer zu geht 😉

Weitere schöne Roadtrip-Stopps in der Fethiye Gegend:

Saklıkent-Nationalpark (Saklıkent Milli Parkı)

Wir verließen die Küstenroute um eines der absoluten Highlights unseres Türkei Roadtrip zu erreichen: Den Saklıkent-Nationalpark! Verbracht haben wir hier zwei Tage. Im Sommer kann man den Canyon bis zu einem Wasserfall hinaufwandern, wobei das Wasser meist nur knietief ist. Im April, also rund um die Zeit der Schneeschmelze, steigt das Wasser jedoch deutlich höher und erzeugt starke Strömungen. Aus diesem Grund haben wir es leider nicht ganz bis zum Wasserfall geschafft. Das Erlebnis und den Adrenalin-Kick, den wir beim Waten wir durch das reißende, hüfttiefe Wasser erfuhren, werden wir jedoch nie vergessen. Die Schlucht selbst ist bis zu 300 Meter tief und etwa 18 Kilometer lang. Weitere Details zu unserem Abenteuer in dieser Schlucht sowie der abenteuerlichen Wanderung durch den Canyon gibt es bald in einem separaten Blogartikel.

  • Saklıkent-Canyon – Wanderung, Ausflugsziele, Tipps (Link folgt)
Michi beim Journaling im Campervan

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Patara Sanddünen • Türkei Roadtrip entlang der Küste

Zurück an der Küste hat uns schon das nächste Highlight auf unserem Roadtrip durch die Türkei erwartet. Was wir meinen, ist der Strand von Patara (Patara Kum Tepeleri), der größte Strand der türkischen Südküste. Er ist insgesamt etwa 15 Kilometer lang und an den meisten Stellen etwa 300m breit. In der Mitte des Strandes haben sich Sanddünen zu überwältigenden Bergen aufgetürmt, von denen man einen beeindruckenden Blick auf den Sonnenuntergang und die umliegende Landschaft hat. Hier ist das Meer aus Sand so breit, dass wir uns zwischen den riesigen Dünen wie in einer Wüste gefühlt haben. Aber Achtung, um die Meeresschildkröten nicht zu verschrecken, darf der Strand nach 20 Uhr nicht mehr betreten werden! Dies gilt jedoch nicht für die hochgelegenen Sanddünen im mittleren Teil des Strandes.

Persönlicher Tipp: Die Dünen erreichst du mit einem kleinen Camper am besten über den Schotterweg vom kleinen Ort Gelemiş aus. 

Bezirgan • Abseits des Toursimus

Das unscheinbare Bergdorf Bezirgan zeigt auf ganz authentische Art und Weise was die Türkei tatsächlich ausmacht. Wir haben das Gefühl, dass nämlich genau das bei Besuchen der Touri-Hotspots außer Acht gerät. Nach Bezirgan verirrt sich allerdings bisher kaum ein Tourist, dabei ist der Ort ziemlich geschichtsträchtig. Bei unserem Besuch waren wir hier die einzigen internationalen Gäste.

Im Ort gibt es eine Siedlung aus alten Holzhäuschen, wie es sie nur noch ganz wenige im Land gibt. Bei den Häuschen handelt es sich um historische Getreidespeicher, von traditionell lyrischer Architektur. Leider finden sie keinerlei touristische Aufmerksamkeit (nicht einmal einen Google-Eintrag dazu gibt es, zu finden sind sie aber hier: 36.275123, 29.447282), sodass möglicherweise auch die letzten bald dieser Art bald verschwinden werden. Heute sind von den einst 300 Speichern nur noch etwa 120 erhalten. Man sagt, dass sie vor etwa 500 Jahren errichtet worden sind. Beeindruckend dabei ist, dass zum Zeitpunkt der Erbauung kein einziger Nagel verwendet, sondern das Holz vielmehr auf ganz bestimmte Art ineinander gesteckt wurde. Allerdings sind aufgrund dieser speziellen Bauweise heute leider viele der Speicher einsturzgefährdet.

  • Stellplatz: Nahe der Holzhäuschen gibt es eine Picknickstelle im Ort. Hier lässt es sich auch prima mit dem Zelt oder Campervan übernachten.

Şahika Bahçe Restaurant: Hier bekommst du das wohl beste türkische Frühstück überhaupt. Wir haben uns natürlich für die vegetarische Option entschieden – was jedoch definitiv keine schlechte Entscheidung war! 😉

Der Lykische Fernwanderweg

Durch Bezirgan verläuft auch der Lykische Weg. Er zieht sich auf über 509 Kilometern von Fethiye aus bis nach Antalya. Dabei geht es größtenteils entlang der Küste, vorbei an mehreren antiken Städten des antiken Lykien. Die Ursprünge dieses Lykischen Weges gehen in die Antike zurück, denn damals wurde er streckenweise als Handelsweg für Kamelkarawanen genutzt

  • Wenn du immer schon mal mehr über Fernwanderwege herausfinden wolltest, wirf doch auch mal einen Blick auf in unserem Blogartikel zum Te Ararora!

Kaş • ein weiterer Küstenort unseres Türkei Roadtrips

Nächster Stopp auf dem Türkei Roadtrip war der Küstenort Kaş. Hier findest du typisch griechische Architektur – und das mitten in der Türkei. Die Stadt ist aufgrund ihrer engen, aber gemütlichen Gassen und einer gut angelegten Fußgängerzone wirklich schön zu erkunden. Uns hat der Ort ziemlich gut gefallen, vor allem weil Tourismus und Hotels hier eine eher zurückhaltende Rolle spielen. Grund dafür ist wohl, dass die Stadt bis in die 70er Jahre nur über einen Eselspfad erreichbar war. Kaum zu glauben, oder? Übrigens liegt auch Kaş auf der Route des Lykischen Fernwanderweg!

Persönlicher Tipp: Die Stadt Kaş ist der optimale Ausgangspunkt zum Tauchen. Gleich 30 Tauchgebiete liegen in und um die Bucht und können mit Booten der Marina von Kaş aus gut erreicht werden.

  • Pisekar Vegan Food: Tolle vegane Bowls, Wraps und noch so viel mehr. Hätten am liebsten alles bestellt. 😉

Stellplatz: In Kaş selbst haben wir nicht übernachtet. Sicherlich wäre das aber auf einem der etwas außerhalb gelegenen Parkplätze möglich gewesen. Etwas außerhalb zu parken ist aber auch dann sinnvoll, wenn du nicht über Nacht bleiben möchtest, die Straßen der Stadt sind nämlich ziemlich eng und geschäftig.

Ruinen von Myra

Als nächster spannender Punkt auf dem Türkei Roadtrip Richtung Osten, haben wir die Ruinen von Myra passiert. Heutzutage trägt die historische Stadt den Namen Demre, und hat uns mit den beeindruckenden Ruinen und vor allem die in die Felswände geschlagenen Gräber wirklich überzeugt. Diese alten Formationen lassen die Geschichte hier richtig lebendig erscheinen. Wie auch viele andere antike Städte war auch Myra einst ein Ort von nicht unwesentlicher Bedeutung. Erst Plünderungen und zweitweise Eroberungen führten letztlich zum Verlust jeglichen Ansehens und Relevanz. Unser Fazit zu diesem Zwischenstopp fällen wir mit ernsthafter Ehrfurcht – ein Ort, der uns wahrlich begeistert hat.

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Olympos Beach und der brennende Berg Chimaera

Was für viele bereits ein Ort voller traumhafter Reise-Erinnerungen ist, durfte natürlich auch auf unserem Türkei Roadtrip nicht ausgelassen werden. Warum der Strand Olympos überhaupt von derartiger Bedeutung ist, wurde uns erst vor Ort so richtig klar. Was uns erwartet hat, ist ein naturbelassener Kieselstand, der besonders am östlichen Ende erstaunlich breit wird und von zahlreiche Kleinsträuchern übersäht wird. Am westlichen Ende des Strandes befindet sich das, was diesem schönen Klecks Natur seinen Namen gibt: die Ruinen der antiken Stadt Olympos. Ringsherum erheben sich die zum wandern einladenden Berge, während etwa einen Kilometer westlich vom Stellplatz ein kleiner Ort mit zahlreichen Cafés gelegen ist. Und ja wir geben zu, auch wir haben uns ein klein wenig in Olympos Beach verliebt.

Der Chimaera liegt nur wenige Kilometer landeinwärts vom Olympos Beach und ist entsprechend gut von dort aus zu Fuß erreichbar. Bekannt ist er für sein seltenes, jahrtausendealtes Naturphänomen: Aus den felsigen Böden am Hang des Berges schlagen an zwei getrennten Arealen an mehreren Stellen Flammen heraus. Man nennt sie die „ewigen Feuer der feuerspeienden Chimaira“. Chimaira ist ein Mischwesen aus der griechischen Mythologie, und gilt als namensgebend für diesen Ort. Übrigens liegen auch die Feuer wieder beide auf dem Lyrischen Fernwanderweg!

Stellplatz Tipp: Wir haben mehrere Nächte am östlichen Ende des Strandes an einem Sportplatz übernachtet. Hier waren wir zwar ganz und gar nicht allein (den Platz teilten wir uns mit bestimmt 50 weiteren Campern, darunter auch vielen türkischen) tatsächlich haben wir die dort herrschende Stimmung aber als super angenehm empfunden.

  • The Beaver Coffee Shop: Gemütliche Vibes, guter Kaffee. Auch gut geeignet um mal ein paar Stunden vom Café aus zu arbeiten.

Zwischen Olympos und Antalya • Roadtrip durch die Türkei

Nach einigen Tagen in Olympos haben wir unseren Türkei Roadtrip in Richtung Antalya fortgesetzt. Auch auf dieser Route gibt es noch einige schöne und sehenswerte Naturspektakel (Buchten, Canyons, Nationalparks). Aufgrund einer sehr arbeitsreichen Phase mussten wir hier allerdings so manches Highlight überspringen, wobei wir jedoch auch das Gefühl hatten, dass mit zunehmender Nähe zu Antalya viele der Ausflugsziele touristischer und dadurch für uns etwas weniger interessant wurden. Nichtsdestotrotz ist diese Gegend sehr sehenswert, weshalb wir möchten sie der Vollständigkeit halber hier ebenfalls auf jeden Fall mit aufnehmen möchten:

Schöne Roadtrip-Stopps auf dieser Etappe:

  • Kemer (schöne Stadt in einer Bucht)
  • Göynük Canyon
  • Sivri Dağ Milli Parkı (wenig bekannter Nationalpark mit Wanderwegen auf und um hohe Berge)

Antalya • Großstadt-Erlebnis beim Türkei Roadtrip

Unser Roadtrip durch die Türkei führte uns als nächstes in die beliebt-bekannte Urlauberstadt Antalya. Während wir so einiges in dieser Stadt zu erledigen hatten, waren wir selbstverständlich auch voller Neugier was uns hier erwarten würde. Schließlich hielt sich auch in unseren Köpfen ein Bild von Antalya als Ort geprägt von Pauschaltourismus und All-Inklusive Urlaub. Wie also zu erwarten, ist die Stadt wirklich sehr touristisch. Der Bazar und auch die Cafés sind sehr auf internationale Gäste ausgerichtet, während es an authentisch türkischen Cafés und Restaurants wirklich mangelt. Im Vergleich zu den vielen anderen türkischen Orten, die wir entlang unseres Roadtrips durch die Türkei kennenlernen durften, hat uns Antalya eher wenig gefallen. Trotzdem haben wir uns auch hier eine schöne Zeit gemacht und sind dabei sogar noch auf das ein oder andere sympathische Café gestoßen.

Cafe-Tipps:

  • Kaleiçi Buda (Stadtzentrum)
  • The Beaver Coffee Shop (hat mehrere Locations in Antalya)
  • Rokka Pizza Falafel (vegetarisch / vegan)
  • Sicherer Stellplatz (direkt am Hafen / im Stadtzentrum): Perfekt um das Stadtzentrum zu besuchen.
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Um Antalya herum

Auch wenn Antalya sehr touristisch ist, gibt es um die Stadt herum zahlreiche schöne Orte, die den meisten All-Inklusive Hotelgäste vorenthalten bleiben. Zu diesen zählen beispielsweise die Uçansu Şelalesi (Uçansu Wasserfälle) der Tazi Canyon (Adlerschlucht), das süße Dorf Ormana und die Altinbesik Höhle. Auch DEKAFOK in Manavgat eine gemeinnützige Station, die über den Schutz der Schildkröten dort am Strand aufklärt, sind definitiv einen Besuch wert.

Weiter ins Innland

Unser Roadtrip führt ab Manavgat nun ins Innland der Türkei. Der Grund für diese Routen Auswahl liegt schlichtweg darin, dass in der Region um Side die Küste durch den Tourismus dicht bebaut ist. Dies macht sie für uns weniger sehenswert. Stattdessen war dies der Zeitpunkt, an dem es mit dem absoluten Kontrastprogramm losgehen sollte. So starteten wir also in Richtung Anatolien! Eine Gegend, die bekanntermaßen staubig und braun ist, vom Anblick zahlreicher Pflanzen und Wasser konnten hieß es entsprechend erst einmal Abschied zu nehmen.

Kilistra Köyü • Ausflug in eine andere Welt

Die erste Nacht haben wir in dem kleinen Ort Gokyurt verbracht, der in der Antike einst Kilistra hieß. Hierher verschlägt es nur selten andere Reisende, denn dieser Ort liegt abseits der Hauptstraßen, ist klein und unscheinbar. Bei unserer Ankunft fühlten wir uns wie in eine andere Welt hineinversetzt. Was uns erwartete, waren Häuser aus grobem Stein, Frauen die Heu über die Straßen transportierten oder Holz sammelten und spielende Kinder auf den Äckern. Ein paar Männer passierten unseren Campervan mit Eseln. Unser Stellplatz für die Nacht lag bei diesem Abenteuer ganz am Rande des Dorfes. Irgendwie fühlten wir uns hier etwas fehl am Platz. Einige Frauen kamen scheinbar neugierig in die Nähe unseres Vans, vermutlich verwundert wer die Neuankömmlinge wohl sind. Jegliche Art von Kommunikation kam dabei jedoch leider nicht zustanden. Unserer Vermutung nach sind sie nicht des Lesens mächtig, weshalb die Versuche unsererseits, ihnen per Übersetzer-App auf dem Smartphone ein paar Worte zu sagen, eher auf Unverständnis trafen. Dennoch war die allgemein herrschende Stimmung gut, sodass wir uns über Nacht wohl und sicher fühlten.

Kilistra wurde einige Jahrhunderte v. Chr. gegründet. Der weiche Tuffstein hier führte dazu, dass Christen, wie an vielen Orten Anatoliens damals, hier ein Versteck und Schutz finden konnten. In den Stein wurden Höhlen zum Wohnen geschlagen und unter dem heutigen Ort Gökyurt soll sich eine Untergrundstadt befinden.

Konja • Ein kurzes Vergnügen

Die siebtgrößte Stadt der Türkei besuchten wir nur für einige Erledigungen. Wer sehr historisch interessiert ist, kann hier sicherlich einige ereignisreiche Tage verbringen. Uns zog es zu diesem Zeitpunkt jedoch weiterauf unserem Roadtrip durch die Türkei. Trotz unseres sehr kurzweiligen Aufenthalts, können wir Konya jedoch als Zwischenstopp für alle Reisenden empfehlen! Einer der Hauptgründe dafür sind die hier am Stadtrand vorhandenen, wirklich ausgezeichnet tollen, kostenlosen Wohnmobilstellplätze. Sogar eine warme Dusche und Strom wirst du hier nicht missen müssen!

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Meke Gölü (Meke See)

Eigentlich gibt es nicht nur einen Meke Gölü – vielmehr sind es zwei Seen. Einer der beiden liegt dabei auf 50 Metern Höhe im Krater eines vergleichsweise jungen Vulkans, während der andere als großer, ringförmiger See im Krater eines sehr alten Vulkans gelegen ist. Aber beginnen wir die Geschichte mal ganz von vorn. Vor 4 Millionen Jahren nämlich, entstand in einem erloschenen Vulkan ein See. Daraufhin brach vor circa 9.000 Jahren ein neuer Vulkan an genau der Stelle aus, wo der See lag. So kam es, dass der heute zu sehende, von Wasser umgebene Vulkankegel entstand. 1989 wurde die Gegend aufgrund ihrer Bedeutung für diverse Vogelarten zum Naturschutzgebiet erklärt. Doch aufgrund der Trockenheit und landwirtschaftlicher Übernutzung ist der See, genau wie viele andere in der Türkei, seit Jahren bereits ausgetrocknet. Traurigerweise sind damit auch sämtliche Vögel schon lange weitergezogen.

Trotz dieser unerfreulichen Umstände ist der erloschene Vulkankrater einfach nur wahnsinnig beeindruckend. Wir standen mit dem Wohnmobil direkt oben am Ufer des Sees, ein Premiumplatz, den wir die meiste Zeit über sogar ganz für uns allein hatten.

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Hasan Daği • Roadtrip durch türkische Anatolien

Begleitet hat uns während unserem Türkei Roadtrip durch Anatolien der Blick auf den Hasan Daği. Bei diesem 3.268 Meter hohen Berg handelt es sich um den zweithöchsten Gipfel Zentralanatoliens. Bestiegen werden kann der Berg von Helvadere und Karkin aus, was für die jeweiligen Abenteurer eine etwa 6 stündige Tour bedeutet. Tatsächlich ist dies deutlich weniger als wir es beim Anblick dieses Riesen aus der Ferne angenommen haben. Leider war zum Zeitpunkt unseres Besuchs noch zu viel Schnee auf den Wegen, wodurch wir die Wanderung nicht erleben konnten.

Ihlara Tal • Staunen garantiert!

Die Route unseres Roadtrips durch die Türkei führte uns weiter bis in das Ihlara Tal. Schon als wir uns näherten waren wir vollkommen überwältigt. Was sich uns nämlich offenbarte, war eine Schlucht von weitaus größerer Dimension als wir es erwartet hatten! Bekannt ist das Ihlara Tal für seine unzähligen Kirchen und Behausungen, die im 7. Jahrhundert von Mönchen in das Tuffgestein geschlagen wurden. Die Stellplatzsuche stellte sich hier allerdings überraschenderweise als kleine Herausforderung dar. Denn viele der Orte haben sehr enge Gassen und zahlreiche Einbahnstraßen die dafür sorgen, dass man sich schnell verirrt. Letztlich haben wir uns dazu entschieden, am Rande des Ortes Kızılkaya zu übernachten, der einige Kilometer von der Schlucht entfernt liegt.

Kappadokien • Panorama wie im Traum

Heißluftballons die über dem Sonnenaufgang und Tälern voller Feenkamine dahinziehen – das ist Kappadokien! Kappadokien gehört zu den beliebtesten Reisezielen in der Türkei – und das sicherlich zurecht. Faszinierend erscheint diese Gegend mit eisiger Kälte am Morgen bevor die Sonne aufgeht, während schon die ersten aufsteigenden Ballons über den abstrakten Felsformationen der Täler zu entdecken sind. Das und vor allem die Kombination aus all dem, ist schon sehr, sehr beeindruckend. Nie hätten wir gedacht, dass wir einmal mit unserem eigenen Van bis in die Türkei fahren. Noch weniger jedoch, haben wir damit gerechnet es auf diesem Roadtrip sogar bis nach Kappadokien zu schaffen. Neben dem absolut magischen Sonnenaufgang gibt es in Kappadokien noch vieles mehr zu sehen und zu erleben. Um euch all diese Informationen nicht vorzuenthalten, hier aber auch nicht den Rahmen zu sprengen, findest du hier den entsprechenden separaten Blogartikel:

  • Sehenswürdigkeiten Kappadokien (Link folgt)

Derinkuju Untergrundstadt

In der Türkei gibt es eine Vielzahl (etwa 50) unterirdische Städte. Die bekannteste und zugleich von allen zugänglichen die größte dieser, liegt unter Derinkuyu. Gegen einen kleinen Eintrittspreis kann die Untergrundstadt auf eigene Faust besichtigt werden. Wir waren völlig überwältigt von der unfassbaren Größe dieser Stadt. Denn was sich da unter der Erde befindet, sind ganze 8 Etagen, unzählige Stallungen, Wohnräume und sogar eine Kapelle! Ein Besuch hier lohnt sich unseres Erachtens nach wirklich sehr. Keine Sorge an alle Geschichts-Muffel, hier steht nicht die trockene Historie im Vordergrund. Vielmehr geht es darum zu entdecken, wie die Menschen in diesen Höhlen einst ihr Leben bestritten haben.

Stellplatz Tipp: Nach einem langen und informationsreichen Tag sehnten wir uns nach etwas Ruhe in der Natur. So kam es, dass wir nach nur etwa 30 Minuten Fahrt von Derinkuyu aus, den wohl perfekten Platz zum Entspannen fanden. am Narlıgöl Kratersee. Tagsüber lohnt es sich zum Café am nördlichen Rand des Kraters (an der Straße) gehen. Hier gibts guten Cay für wenig Geld und man tut den Locals etwas Gutes!

Tuz Gölü (der Salzsee)

Mit einem Salzgehalt von 32,9% zählt der Tuz Gölü mit unter die salzigsten Seen weltweit. Sein Salzgehalt liegt sogar über dem des Toten Meers! In den Sommermonaten kommt es aufgrund des niedrigeren Wasserspiegels oft zu einer salzigen Kruste an der Wasseroberfläche. Im Sommer vor unserem Türkei Roadtrip (also im Jahr 2021) war der See jedoch im Zuge einer Dürre komplett ausgetrocknet (das Wasser mit welchem der See gespeist wurde, wurde nämlich in die Landwirtschaft umgeleitet). Tragischerweise starb nach Austrocknung des Sees auch die riesige, hier ansässige Flamingo-Kolonie (ca. 1000 Vögel), die bis dahin als Wahrzeichen des Tuz Gölü galten. Mit diesem Wissen über die tragische Geschichte hinter dem sicher trotzdem beeindruckenden See, entschieden wir uns kurzerhand doch noch gegen unseren ursprünglich geplanten Besuch.

Ankara • Hauptstadtbesuch beim Türkei Roadtrip

Unter den letzten Stopps unseres Roadtrips durch die Türkei war unter anderem die Landeshauptstadt Ankara. Zunächst stand hier die Van-Pflege auf dem Programm. Nach bis dahin gut 30.000 gefahren Kilometern war es nämlich an der Zeit die Bremsen und Bremsscheiben einmal zu erneuern, sowie sämtliche Flüssigkeiten und Filter einer Wartung zu unterziehen. Dank der Hilfe von guten Freunden erhielten wir einen tollen Kontakt im Werkstattviertel von Ankara. So ging es also in die Werkstatt von Birol!

Unser Aufenthalt dort war alles andere als ein anonymer Werkstattbesuch. Ganz im Gegenteil! Bei Birol wurden wir direkt freundlich aufgenommen und erstmal zu Cay und Pide eingeladen. Mit türkischer Gemütlichkeit ging es dann an die Arbeit. Dabei durften wir nicht nur mithelfen, sondern sogar vor der Werkstatt übernachten.

Neben diesen Roadtrip-Pflichten, ließen wir es uns jedoch selbstverständlich nicht nehmen eine Entdeckungstour durch Ankara zu starten. Letztlich gefiel uns die Stadt sogar besser als wir es erwartet hätten! Für unseren Ausflug nutzten wir den bewachten Parkplatz vom Gençlik Parkı, einem Freizeitpark. Dort darf übrigens auch übernachtet werden, wobei wiederum andere Tarife gültig sind.

Vom Parkplatz aus sind wir zu Fuß hinauf zur Zitadelle von Ankara gegangen. Dabei führt der Weg ziemlich lange bergauf. Einmal oben angekommen wirst du jedoch mit einem einmaligen Blick über die gesamte Stadt belohnt. Besonders gefallen haben uns die hübschen Gassen mit den zahlreichen Cafés etwas unterhalb der Zitadelle. Wir können unter anderem das Hangimiz Sevmedik Cafe sehr empfehlen. Hier haben wir den wahrscheinlich besten Gözleme des gesamten Türkei Roadtrips gegessen!

Die Regenbogenberge der Nallıhan Bird Sanctuary

Auf der Rückreise von Ankara lohnt es sich einen kleinen Zwischenstopp einzulegen, um die Nallıhan Bird Sanctuary zu besuchen. Achtung, Geheimtipp, denn dieser Ort ist wirklich unbekannt und das ziemlich zu Unrecht unserer Meinung nach! Was du hier zu Gesicht bekommst, große Seen inmitten bunter Berge, lässt Augen vor Staunen größer werden. Ein Naturschauspiel, dass sanft daran erinnert wie wunderschön die Welt auf der wir leben doch ist.

Istanbul • Finale auf unserem Türkei Roadtrip

Das letzte große Ziel unseres Roadtrips durch die Türkei war Istanbul. Wir hatten aufgrund des chaotischen Straßenverkehrs zunächst großen Respekt mit dem Van in die Stadt zu fahren. Letztendlich haben wir aber einen tollen Wohnmobilstellplatz nahe einer der Hauptverkehrsstraßen gefunden, sodass sich alles als nur halb so wild herausstellte. Im Nachhinein sind wir froh darüber unseren Zweifeln keinen Raum gegeben zu haben, denn Istanbul hat uns nachhaltig beeindruckt und wirklich gut gefallen. Vom Stellplatz aus haben wir alle Ziele zu Fuß erreicht (zwar mitunter durch lange Fußwege, aber das hält ja bekanntlich fit) und dadurch viel von der Stadt zu sehen bekommen.

Unsere Istanbul-Highlights:

  • Ägyptenbasar
  • Große Basar
  • Hagia Sophia
  • Sultan-Ahmed-Moschee
  • Mim Kahve Eminönü: Rooftop-Coffeeshop mit Blick über die ganze Stadt (kein Touri-Ort)
  • Masalaa Magiic Indian Restaurant: Gutes indisches Essen in der Nähe vom Stellplatz

Fazit • Türkei Roadtrip mit dem Camper

Unser knapp dreimonatiger Türkei Roadtrip gehört definitv zu unseren wahrscheinlich bisher prägendsten Reisen. Die Türkei hat uns viel gelehrt und dabei gleichzeitig so viel Freude bereitet. Dank der stets präsenten Gastfreundschaft und Herzlichkeit fühlten wir uns vom ersten Moment an willkommen im Land. Wir haben atemberaubende Natur und uralte, antike Sehenswürdigkeiten gesehen, was uns hat erkenn lassen, wie lohnenswert eine Reise in die Türkei tatsächlich ist. So haben wir mit (unterbewussten) Vorurteilen aufgeräumt und die türkische Kultur sowohl kennen-, zu verstehen- als auch zu lieben gelernt. Die Türkei ist in der Tat ein wahrliches Paradies für Camper, denn das Wildcampen ist weitestgehend gestattet und auch die Türken selbst zählen als begeisterte Camping-Freunde. Eine Reise in dieses wundervolle Land lohnt sich also in jeglicher Hinsicht, sodass wir wirklich uneingeschränkt jedem ans Herz legen möchten, sich selbst ein Bild zu verschaffen.

Literaturtipps für deinen Türkei Roadtrip

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Sonnenuntergang an der Mecklenburgischen Seenplatte

Mit unserem selbstausgebauten Van reisen wir um die Welt, sammeln Geschichten und Momente für Outdoornomaden, bewundern die großen und ganz kleinen Dinge, denen wir täglich begegnen. Im Van zu leben war immer unser großer Traum. 2020 haben wir unseren Mut zusammen genommen und uns unser Traumhaus auf vier Rädern gebaut. Zuhause ist nun, wo wir es parken. Wir glauben: Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Und wer weiß schon was das Morgen bringen wird?

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