Im Winter 2022 haben wir für zwei Monate einen Roadtrip durch Andalusien in Südspanien unternommen. Für viele ist Andalusien ein Ort für Sommerurlaub, Strand & Sonnenbaden. Dabei ist Andalusien so viel mehr: Es gibt Städte mit atemberaubenden Sehenswürdigkeiten, eine spektakuläre Natur und so viele Outdoorsport-Möglichkeiten, wie wir selten so geballt erleben durften. Zwischen schneebedecktem Bergen und Sandstrand am Meer liegen nur wenige Kilometer, eine kurze Autofahrt, mehr nicht. Welche Region kann das schon von sich behaupten? 

In diesem Artikel nehmen wir dich mit, in die schönsten Städte Andalusiens, zu den tollsten Wanderungen und Ausflugszielen, und vor allem zu Orten, welche wohl in keinem Andalusien Reiseführer finden wirst. Na, hast du deine Tasche schon gepackt? 

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Anreise zum Andalusien Roadtrip

Um Andalusien mit dem eigenen Camper zu erreichen, musst du von Mitteleuropa aus zunächst eine Strecke von etwa 2400 Kilometern hinter dich bringen. Das kann gut und gerne ein paar Tage dauern! Wie wäre es daher, wenn du deine Anreise mit einem kleinen Roadtrip durch Frankreich verbindest? 

Steht dir dafür nicht ausreichend Zeit zur Verfügung, kannst du deinen Andalusien Roadtrip natürlich auch mit einem Flug beginnen. Sevilla und Málaga haben die größten Flughäfen in Andalusien. Die beiden Städte sind nicht nur sehr sehenswert, hier findest du auch eine große Auswahl an Mietwagen* oder Mietcampern*. 

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Mietwagen oder Mietcamper?

Längst nicht für jeden lohnt die Anschaffung eines eigenen Campers. Vor allem, wer nur wenig Zeit zur Verfügung hat, will diese wohl kaum mit einer langwierigen Anreise über Landweg verbringen. Oft ist es deutlich günstiger und auch komfortabler, mit einem Mietcamper zu reisen. 

In Andalusien ist die Camper-Vermittlungsplattform Yescapa sehr beliebt. Wir haben Yescapa in einem separaten Blogartikel ausgiebig getestet, Mietspiegel verglichen und den Mietprozess Schritt für Schritt beschrieben. Klingt das spannend für dich? Dann hier entlang: 

Im Vergleich zu einem Mietcamper deutlich günstiger, ist das Mieten eines normalen PKW. Klar, kannst du mit einem PKW nicht einfach irgendwo übernachten. Aber da das Wildcampen in Andalusien eh nicht gestattet ist, mindert dies in keinster Weise die Qualität deines Roadtrips. Ganz im Gegenteil: Andalusien hat so viele wunderschöne Unterkünfte, die deine Reise ziemlich sicher unvergesslich machen. Zur Mietwagensuche können wir das Portal Billiger-Mietwagen* sehr empfehlen. Billiger-Mietwagen* tritt bei der Mietwagen-Suche als Vermittler auf und verschafft dir einen Überblick über die günstigsten Angebote. Als sehr praktisch empfinden wir, dass das Portal auch den Versicherungsschutz und anfallende Kautionskosten vergleicht. 

Straßenverhältnisse & Verkehr in Andalusien 

In Andalusien empfinden wir das Autofahren als sehr entspannt. Das Land ist von zahlreichen Autobahnen durchzogen. Die meisten davon sind kostenlos, für einige existiert eine streckenabhängige Maut. Die Maut wird am Schalter bezahlt und ist im europaweiten Vergleich recht günstig. Auch die Landstraßen in Andalusien sind in gutem Zustand, meist breit und mit dem Wohnmobil angenehm zu befahren. 

Praktischer Tipp: Autobahnen sind in Andalusien mit A- gekennzeichnet, die mautpflichtigen Autobahnen mit AP- . Entlang der Küste verläuft die AP-7, eine der wenigen mautpflichtigen Straßen Andalusiens. Auf deinem Roadtrip wirst du mit der AP-7 höchstwahrscheinlich in Kontakt kommen. Möchtest du mautfrei fahren, kannst du die parallel verlaufende A-7 nutzen. Auf dieser Strecke musst du jedoch mit etwas mehr Verkehr rechnen! Meist verlängert sich die Fahrzeit dadurch um einige Minuten. 

Wildcampen & Freistehen auf dem Roadtrip durch Andalusien

Wildcampen ist, wie fast überall in Europa, auch in Andalusien nicht gestattet. Aufgrund von ausuferndem Campingverhalten gibt es inzwischen gerade in den Küstenregionen vermehrte Polizeikontrollen. Wirst du beim Wildcampen erwischt, werden direkt zwischen 100 und 200 € fällig. Ehrlich gesagt können wir das aber auch nur allzu gut nachvollziehen: Während unseres Andalusien Roadtrips im Winter 2022 platzte der Küstenstreifen von Cádiz bis Tarifa aufgrund der zahlreichen Wohnmobile förmlich aus allen Nähten. Sämtliche Parkplätze waren überfüllt, selbst innerhalb der Orte. Markisen wurden ausgefahren, Lichterketten aufgehängt, der Nachbarparkplatz gleich mit besetzt. Auch eine Campingtoilette* haben leider noch längst nicht alle Wohnmobile an Bord. Dass dies nicht lange gut gehen konnte, steht außer Frage. Wir haben an der Küste daher weitestgehend auf Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen übernachtet. 

Im Landesinneren von Andalusien sieht die Lage bisher noch anders aus: Interessanterweise trafen wir dort eher selten auf andere Camper. Dementsprechend ist das Freistehen dort noch weitestgehend toleriert. Wir haben ohne Probleme auf Parkplätzen übernachten können. Dabei haben uns jedoch auch sehr unauffällig verhalten. Falls es sich nicht von selbst versteht: Es sollte beim Freistehen in Andalusien definitiv kein Campingverhalten gezeigt werden! Wie immer, gilt: Nur solange sich jeder an die goldenen Regeln des Freistehens hält, wird freies Campen auch weiterhin akzeptiert werden !!!

Beste Reisezeit für einen Andalusien Roadtrip

Welche Reisezeit für deinen Andalusien Roadtrip am besten geeignet ist, hängt davon ab, welches Wetter du dir für deine Reise erhoffst. Andalusien ist für viele ein Winter-Domizil. Das können wir gut verstehen, denn die Winter in Andalusien sind mild und angenehm. Gerade beim Reisen mit dem Camper sind solche Temperaturen optimal. Reist du mit dem Wohnmobil, können wir aus eigener Erfahrung Oktober bis April empfehlen. Die Sommer in Andalusien sind hingegen sehr, sehr heiß und trocken. Das Thermometer klettert regelmäßig auf über 40° C und es herrscht eine Trockenheit, die die Landschaft schnell in Einöde verwandelt. Wirklich etwas unternehmen kann man, unserer Meinung nach, bei solchen Temperaturen kaum. Wenn du jedoch am liebsten am Strand liegen und Sonnenbaden möchtest, ist dieser Zeitraum eine gute Wahl.

 Die kälteste Phase in Andalusien liegt im Februar. In diesem Monat liegen die Tagesdurchschnittstemperatur bei 15° C, während die Temperaturen nachts auf durchschnittlich 6° C fallen. Von November bis April musst du dich auf deinem Andalusien Roadtrip auch auf den ein oder anderen Regenschauer gefasst machen. Vor allem in den letzten Jahren kam es in den Wintermonaten öfter zu lang andauernden Unwettern mit Sturm und Niederschlägen, die leider auch zu Überschwemmungen in einigen Regionen führten. 

Packliste für einen Andalusien Roadtrip

Kleidung mit der wir reisen:

  • je drei lange Hosen (Leggings bzw. Jogginghose + Jeans)
  • je zwei kurze Hosen
  • je fünf Shirts*
  • je 3-4 Pullover*
  • mind. 10x Unterwäsche
  • ca. 5 Paar Socken
  • 1 warme Jacke
  • 1 Regenjacke
  • Sportkleidung
  • Sportschuhe, bequeme Alltagsschuhe
  • 1x Mütze
  • 1x Rucksack
  • 1x Badehose / Bikini

Outdoor- & Campingequipment mit dem wir reisen:

YouTube Video zum Andalusien Roadtrip

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Roadtrip durch Andalusien • Die schönste Route und unsere Highlights

Der Ausgangspunkt des hier beschriebenen Roadtrips durch Andalusien ist Málaga. Da Málaga auch über den größten Flughafen der Region verfügt, werden wohl die meisten Reisenden ihren Roadtrip dort beginnen und/oder beenden. Bei der beschriebenen Route handelt es sich um eine Rundreise. Die Strecke führt zunächst durchs Inland und wechselt nach dem Besuch von Sevilla ans Meer. So entsteht ein Zirkel, auf welchem letztlich alle der hier beschrieben Stopps liegen. Für uns ist es DIE perfekte Route durch Andalusien. Aber sieh selbst!

Alle Ziele im Überblick – Roadtrip Route Andalusien

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Málaga

Der Ausgangspunkt unseres Andalusien Roadtrips ist Málaga. Aufgrund des Flughafens ist Málaga einer der wichtigen touristischen Orte in Andalusien. Für uns ist die Stadt jedoch nur ein Zwischenstopp auf der Weiterreise. Wir verbringen eine Nacht auf einem Parkplatz in Strandnähe. Wirklich idyllisch ist es nicht, im Minutentakt dröhnen die Flugzeuge im Landeanflug über den Camper. Ja, Málaga liegt am Meer. Aber wirklich sehenswert ist die Stadt gemessen an all den anderen wunderschönen Orten Andalusiens nicht wirklich. Falls du aufgrund der Anreise einen Stopp in hier einlegst, können wir empfehlen, ein wenig durch die historische Altstadt oder am Hafen entlangzuspazieren. 

Antequera – Auf ins Inland Andalusiens

Wir verlassen die Küste Andalusiens und fahren etwa eine Stunde Richtung Norden ins Inland. Der nächste Stopp auf unserem Roadtrip durch Andalusien ist Antequera. Antequera ist eine Kleinstadt, ganz im traditionellen Weiß gehalten. Bekannt ist der Ort für seine Dolmenstätte, welche seit 2016 nun auch zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Als wir im Februar durch Antequera schlendern, regnet es. Das ist fast schon ungewöhnlich, für den sonst so sonnenverwöhnten Ort.

Wir entdecken einige der zig Kirchen und Kapellen, die den Ort so unverwechselbar machen und lassen uns treiben. Antequera ist ruhig, irgendwie unscheinbar, vor allem auf den ersten Blick. In den Cafés treffen wir zu dieser Jahreszeit fast nur Einheimische. Wir genießen das sehr. Unsere Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz über der Stadt. Die Aussicht, besonders zum Abend, ist atemberaubend.

Auf unserer Anfahrt zum genannten Parkplatz leitete uns Google Maps plötzlich mitten durch die Stadt. Das ist unbedingt zu vermeiden! Der Ort hängt an einem Berghang, die Gassen sind schmal und maximal für einen normalen PKW ausgelegt. Wir hatten arge Probleme, ohne Zwischenfälle wieder aus dem Gassenlabyrinth herauszufinden. 

Tipp für Camper: Westlich von Antequera, nahe des Gewerbegebietes, gibt es einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz. Der liegt nicht ganz so schön wie der andere Stellplatz, allerdings kann dort ver- und entsorgt werden. Die Altstadt von Antequera kannst du von beiden Plätzen aus binnen weniger Minuten zu Fuß erreichen.

Naturschutzgebiet El Torcal

Nicht weit von Antequera in Andalusien liegt das Naturschutzgebiet El Torcal. In der gebirgigen Landschaft, die in den Wintermonaten gern im Nebel versinkt, wurden über Millionen von Jahren durch Erosion und Verwitterung atemberaubende Karstformationen gebildet. El Torcal liegt etwa tausend Meter über dem Meeresspiegel, doch wer die Felsen genau betrachtet, wird feststellen, dass diese von Muscheln durchzogen sind. Ja, kaum zu glauben, aber die gesamte Fläche war einst vom Meer bedeckt. Wobei einst, vor zig Millionen Jahren meint!

Wir sind mit dem Camper bis zum Besucherzentrum im Herzen des Naturschutzgebietes El Torcal gefahren. Auf dem letzten Abschnitt der Straße geht es einspurig, und teils ohne Leitplanke, immer weiter hinauf. Dabei haben wir so einige Nebelbänke durchquert, die sich an den Hängen verfangen haben. Doch oben angekommen, klarte die Sicht glücklicherweise langsam auf. Der Parkplatz am Besucherzentrum ist groß, wir empfehlen dennoch nicht allzu spät anzureisen. Am Morgen, wenn auf den Wanderwegen von El Torcal noch wenig los ist, ist es einfach am schönsten! Tagsüber kann es hingegen ganz schön geschäftig zugehen. 

Gut zu wissen: Am Besucherzentrum starten zwei Rundwanderwege. Die grüne Route, ist ein einfacher, etwa 1,5 km langer Rundweg. Daneben gibt es noch eine etwas längere, mit gelben Markern ausgeschilderte, Runde. Wir haben uns für die längere, unseres Empfindens nach immer noch sehr kurze, Route entschieden. Sie soll angeblich etwas schwieriger sein, was wir so nicht bestätigen können. In den Wintermonaten ist der Wanderweg oft von Matschfeldern durchzogen und es kann schnell etwas rutschig werden. Uns hat es nicht gestört, allerdings lohnt es sich entsprechend nicht die beste Kleidung anzuziehen ;). 

Caminito del Rey – Abenteuer auf dem Andalusien Roadtrip

Einst war der Caminito del Rey der gefährlichste Weg Europas. Sein Ruf aus vergangenen Tagen eilt ihm noch heute voraus. Inzwischen ist er eine der beliebtesten Attraktionen in Andalusien.  Gefährlich ist der Weg, seit seiner Restaurierung, jedoch ganz und gar nicht mehr

Gut zu wissen: Vor seiner Restaurierung wurde der Caminito del Rey hauptsächlich von geübten Kletterern als Klettersteig begangen. Gebaut wurde er einst von der ansässigen Wasserkraft-Gesellschaft, um deren Kraftwerke in der Schlucht mit Material zu versorgen. Der Zustand ließ über die vielen Jahre jedoch kräftig zu wünschen übrig: Marode Betonplatten und rostige Stahlträger brachten ihm den Ruf des gefährlichsten Weges Europas ein. 

Seit 2016 ist der Caminito del Rey komplett saniert und gesichert. Um ihn zu besuchen, ist nun jedoch auch ein Ticket nötig. Da der Besuch jedoch inzwischen extrem beliebt ist, musst du dieses unbedingt vorher buchen. Dafür können wir den deutschsprachigen Anbieter GetYourGuide (Link zum Caminito Ticket) sehr empfehlen. 

Praktischer Tipp: Gehörst du zu den ganz Spontanen oder willst nicht online buchen? Jeden Morgen kannst du direkt am Eingang des Caminito noch einzelne Tickets erwerben. Diese sind jedoch stark limitiert. Da sich in der Saison schon lange vor Öffnungszeit eine Warteschlange am Tresen einfindet, solltest du hierfür wirklich zur Gruppe der Frühaufstehern gehören. 

Führungen auf dem Caminito del Rey

Sind alle Tickets schon ausverkauft? Nicht den Kopf hängen lassen! Es gibt zahlreiche geführte Touren durch den Caminito del Rey, für welche du im Gegensatz zu den normalen Tickets auch oft noch kurzfristig einen Platz bekommen kannst. Außerdem hat eine Führung natürlich den Vorteil, dass du spannende Informationen rund um den Caminito erhältst. Einige empfehlenswerte Touren haben wir unten verlinkt: 

Die Stauseen des Rio Guadelhorce

Zu unseren Lieblingsregionen auf dem Roadtrip durch Andalusien gehört die Gegend mit einem ganzen System aus Stauseen. Hier im Hinterland, kannst du noch das wahre Andalusien erleben. Wenn es an den Küsten überfüllt und touristisch daher geht, kannst du hier Ruhe und unberührte Natur finden. Wir haben hier einige Nächte mit dem Camper freigestanden, waren viel Wandern und haben so zu Fuß die Gegend erkundet. Anderen Menschen sind wir dabei erstaunlicherweise nur selten begegnet.

Ronda – Roadtrip-Highlight in Andalusiens Inland

Die Stadt Ronda haben wir als echtes Highlight unseres Andalusien Roadtrips empfunden. Ronda liegt auf der berühmten Route der „weißen Dörfer Andalusiens“. Tatsächlich beeindruckt der Ort aber nicht nur mit seinen typisch weißen Häusern. Hauptsächlich die wirklich spektakuläre Lage Rondas, lässt uns sprachlos zurück. Quer durch Ronda zieht sich die 120 m tiefe Schlucht El Tajo. Überspannt wird diese von der Puente Nuevo, der neuen Brücke, Rondas. Diese Brücke ist das Verbindungsstück zwischen dem jüngeren Stadtteil und Rondas Altstadt. Auf einem Spaziergang durch Ronda kannst du unfassbar viele historische Gebäude und Sehenswürdigkeiten entdecken. 

Wir können einen Spaziergang entlang und über die alten Stadtmauern von Ronda, in der Altstadt sehr empfehlen. Von oben hast du einen tollen Blick über die Stadt. Für viele ist auch die Stierkampfarena von Ronda ein Highlight, weil diese zu den ältesten und berühmtesten in ganz Spanien gehört. Weil wir vom Stierkampf jedoch so ganz und gar nichts halten, haben wir diese Arena nicht besichtigt. Stattdessen lohnt sich eine Wanderung zu den zahlreichen Aussichtspunkten auf Ronda. Zu den bekanntesten gehören Puente Nuevo Viewpoint* und Mirador La Hoya Del Tajo

Cueva del Hundidero – Liebster Geheimtipp in Andalusien

Wir sehnen uns nach etwas Natur: Nur etwa eine halbe Stunde Fahrt von Ronda finden wir diese in dem Gebirge Sierra de Grazalema. Hier kann man Wandern, Klettersteige gehen und, deshalb sind wir hier, spektakuläre Höhlenformationen besichtigen. Die Höhle Cueva del Hundidero gehört zu den Geheimtipps auf unserem Roadtrip durch Andalusien. Allein die Wanderung zum Eingang der Höhle ist beeindruckend. Der Weg ist gut gewartet und weitestgehend ausgeschildert. Wir nehmen einen Umweg über eine Staumauer, welche atemberaubende Blicke über die Landschaft erlaubt. Zur Höhle müssen wir schließlich unzählige Stufen hinab steigen, und fühlen uns wie in einem immer enger werdenden Trichter. Wir bestaunen den imposanten Höhleneingang, der aufgrund seiner Höhe einer mächtigen Kapelle gleicht, und drehen anschließend um. Das Betreten der Höhle ist nicht gestattet!

Bitte beachte: Das Betreten der Höhle ist zum Schutze der dort lebenden Tiere nicht gestattet, auch wenn es verlockend ist (und ja, andere Menschen tun es leider). Dennoch, bitte halte dich an diese Regel! Denk daran, dass nach dir noch andere Menschen den Höhleneingang bestaunen möchten, ohne Zäune oder sonstige Gitter befürchten zu müssen! Da der Höhleneingang ohnehin der spektakulärste Part der Höhle sein soll, musst du dir keine Sorgen darum machen, etwas zu verpassen ;).

Die Straße der weißen Dörfer – Roadtrip Andalusien

Der Roadtrip durch Andalusien folgt nun der berühmten Ruta de los Pueblos Blancos, der Straße der weißen Dörfer. Die Route windet sich durch das imposante Hinterland Andalusiens. Alle 19 Ortschaften, die auf der Route liegen, können wir jedoch natürlich nicht besuchen. Wir entscheiden uns für Zahara de la Sierra sowie Algodonales. 

Übernachtungstipp mit dem Camper: Am Rande von Algodonales gibt es einen großen, sehr gepflegten Wohnmobil-Stellplatz. Hier kann kostenlos Wasser getankt sowie entsorgt werden, es gibt einige schattenspendende Bäume und fußläufig schöne Wanderwege. Da Algodonales für seine tollen Paragliding-Möglichkeiten bekannt ist, wirst du hier auf zahlreiche Begeisterte treffen.

Sevilla – Die Hauptstadt Andalusiens

Der Roadtrip führt uns weiter zur Hauptstadt Andalusiens, Sevilla. Die Stadt sprüht nur so voll Leben und auch Sehenswürdigkeiten gibt es hier ohne Ende. Die Altstadt besteht aus einem Labyrinth aus Gassen und hübschen Plätzen, an jede Ecke findest du kleine   Tapas-Bars oder andere süße Geschäfte. Wir empfehlen dir, dich einfach ein bisschen durch die Gassen treiben zu lassen. Einfach „drauf los“ findet man doch immer die schönsten Orte, oder nicht? 

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die riesige Kathedrale Sevillas sowie der genau gegenüber stehende Real Alcázar. Allerdings musst du hier wirklich mit Menschenmengen rechnen. Falls du eine dieser Sehenswürdigkeiten besichtigen möchtest, solltest du dein Ticket vorher möglichst online erwerben. 

Cádiz – Altstadtbummel an der Küste Andalusiens

Nach einigen Tagen im Inland Andalusiens führt die Roadtrip-Route nun zurück an die Küste. Den ersten Stopp legen wir in Cádiz ein. Besonders sehenswert ist die Altstadt, welche komplett vom Meer umschlossen auf einer Landzunge liegt. Wenn du dir etwas Zeit nimmst, kannst du diese, immer am Wasser entlang, einmal komplett umrunden. Weil die Altstadt nur über eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden ist, kann die Anreise mit dem PKW ganz schön stressig werden. Parkplätze findet man zwischen den engen Gassen kaum. Am besten lässt du den Camper daher etwas außerhalb stehen. Die Altstadt erreichst du auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder einem Uber dennoch unkompliziert.

Kap Trafalgar – Geschichtsträchtig, aber unscheinbar

Das Kap Trafalgar liegt an der Costa de la Luz nahe dem Ort Los Caños de Meca. Auf der Anfahrt ist der in den Sanddünen platzierte Leuchtturm von Trafalgar schon von weitem zu erkennen. Berühmt ist das Kap Trafalgar für seine Seeschlacht am 21. Oktober 1805, die den Anfang vom Ende des napoleonischen Reiches darstellte. Heute zählt sie zu den berühmtesten Seeschlachten der Weltgeschichte. Obwohl der Ort wohl in jedem Geschichtsbuch zu finden ist, wirst du als Besucher am Kap Trafalgar nur durch ein einzelnes Hinweisschild darauf aufmerksam gemacht. Warum? Vielleicht, weil die Spanier zu den Verlierern dieser Seeschlacht zählten? Wir können nur vermuten ;).

Einen Besuch des Kaps mit seinem imposanten Leuchtturm lohnt sich in jedem Fall. Am Kap kannst du stundenlang durch die wilde Dünenlandschaft spazieren, am Strand liegen oder die Surfer beim Spiel mit den Wellen beobachten. 

Stellplatz-Tipp: Im angrenzenden Ort Los Caños de Meca gibt es einen Wohnmobil-Stellplatz mit netten Betreibern und allen Annehmlichkeiten. Von dort ist der Strand sowie der Leuchtturm fußläufig zu erreichen. Aufgrund der beliebten Lage solltest du unbedingt früh anreisen oder gar einen Platz online reservieren!  

Surf-Hotspot El Palmar de Vejer

El Palmar ist eine Surfer-Hochburg durch und durch. Egal zu welcher Jahreszeit, der kleine Strandort ist prall gefüllt mit Surfern aus aller Welt. Was für den einen wie ein Traum klingt, kann des Nächsten Alptraum sein. Ob El Palmar einen Besuch wert ist, da gehen die Meinungen wirklich weit auseinander. Wir haben hier hauptsächlich des Surfens wegen ein paar Tage verbracht. Etwas anders kann man in dem kleinen Ort am Meer auch eigentlich gar nicht tun. Es gibt viele Surfcamps sowie einige Cafés und Bars. Da der Ort sich allerdings selbst als Surferdorf versteht, wirst du in El Palmar kaum Alternativprogramm finden. Unser Fazit – toll zum Surfen, ansonsten nicht unbedingt einen Besuch wert (nicht negativ gemeint).

Achtung: Wildcampen sowie Freistehen ist in und um El Palmar verboten und wird (so zumindest unsere Erfahrung) streng kontrolliert. Das liegt daran, dass es zuletzt im Winter 2022 ausuferndes Wildcamping-Verhalten im Ort gab, wo selbst vor privaten Weideflächen kein Halt mehr gemacht wurde.  Bitte nutzt einen der zahlreichen Wohnmobil-Stellplätze im Ort.

Bolonia – Der schönste Strand des Andalusien Roadtrip

Der Playa de Bolonia liegt unweit von Tarifa, ebenfalls an der Costa de la Luz. Für uns ist der Strand, mit weitem Abstand der Schönste, den wir auf unserem Roadtrip durch Andalusien besucht haben. Wir haben hier gleich mehrere Tage verbracht, haben die hier herrschende Ruhe und die Nähe zur Natur genossen. Das Besondere an Bolonia ist direkt bei Ankunft offensichtlich: Durch den stetigen Wind hat sich nach Westen eine gigantische Sanddüne zu einem Hang aufgetürmt. Aktuell ist die Düne schon über 30 Meter hoch und sie wächst immer noch weiter! Du kannst die Düne zu Fuß erklimmen, was sehr lohnenswert ist! Der Weg hinauf ist durch den weichen Sand zwar etwas anstrengend, der Blick von oben hinab jedoch atemberaubend schön. Oben angekommen, kannst du bis auf die Straße von Gibraltar und hinüber nach Afrika schauen. 

Persönlicher Tipp: Noch magischer wird die Aussicht, wenn am Morgen im Osten die Sonne aufgeht und alles in gleißendem Orange gefärbt ist. Wir können die Wanderung daher besonders zum Sonnenaufgang empfehlen!

Nicht verpassen solltest du außerdem einen Besuch in der Römer-Siedlung von Bolonia, der Baelo Claudia. Sie ist die am besterhaltene Römer-Stadt Spaniens! Kaum zu glauben, aber zur Zeit der Römer war sie der wichtigste Mittelmeerhafen in der Region, welche heute Andalusien ist. Der Eintritt ist für EU-Bürger kostenlos, alle anderen Besucher zahlen 1,50 €. Die Siedlung kann ganzjährig besichtigt werden, montags ist jedoch Ruhetag! 

Tarifa – Andalusiens Windhauptstadt

Tarifa, ein Sehnsuchtsort besonders für Kite- und Windsurfer. Dem Ort eilt der Ruf als Windhauptstadt Europas bereits weit voraus. Durch die zwei hier herrschenden Winde, Levante – dem Ostwind, und Poniente – dem Westwind, kommen Wind- und Kitesurfer in Tarifa wirklich voll auf ihre Kosten. Fast das ganze Jahr über schweben tausende von bunten Kites rund um die Stadt.

Allerdings ist Tarifa nicht nur als Surfer einen Besuch wert. Der Ort hat eine bildhübsche Altstadt, kleine Geschäfte, süße Cafés und lebhafte Bars zieren die schmalen Gassen. Gerahmt wird das Gassenlabyrinth von einer Stadtmauer. Neben dieser lassen sich viele weitere historische Sehenswürdigkeiten bestaunen. Falls du möchtest, kannst du dafür an einer Tour teilnehmen, wir haben uns hingegen einfach treiben lassen. Irgendwie findet man dabei doch immer die schönsten Orte, oder nicht? 

Auf unserem Roadtrip durch Andalusien haben wir gleich mehrere Tage in Tarifa verbracht. Eigentlich wären wir gerne Kitesurfen gegangen, während unseres Aufenthaltes hatten wir jedoch ein paar Tage mit sehr unstetigem Wind. Kein Problem, wir haben uns stattdessen durch die vielen Cafés  getestet, etwas, was wir dir ebenfalls sehr empfehlen können.

Die schönsten Cafés & Restaurants in Tarifa:

  • Café10: Perfekt zum Frühstücken oder für einen Kaffee zwischendurch. Aber Achtung, das Café ist beliebt, ein freier Platz ist somit nie garantiert!
  • Café Azul: Ein super schönes Café mit marokkanischem Flair. Es liegt direkt vor dem Tor der Stadtmauer. Toll zum Frühstücken, Entspannen, Lesen oder Arbeiten. 
  • Chilimosa Comida Vegetariana y Vegana: Das beste vegan/vegetarische Restaurant Tarifas. Allerdings nicht nur für Veganer einen Besuch wert. Das Restaurant ist winzig, die Atmosphäre persönlich und das Essen, Veganer oder nicht, einfach der Hammer!

Nerja – Flusswandern im Río Chíllar

Unser Roadtrip durch Andalusien folgt dem Küstenverlauf weiter gen Osten. Der nächste Stopp ist Nerja, ein eher kleiner Urlaubsort. Die meisten Besucher kommen nach Nerja, um etwas abseits des „großen Tourismus“ einen Strandurlaub zu verbringen. An den Strand wollen wir in Nerja jedoch nicht. Der Ort hat nämlich auch ein fast unbekanntes Outdoorabenteuer zu bieten! Etwas nördlich der Stadt fließt der Río Chíllar spektakulär durch die Berglandschaft. Über die Jahrtausende hat er sich immer tiefer in den Stein gegraben. Während der Fluss nach Regenfällen tosend durch den Canyon prescht, plätschert er nach längerer Trockenheit nur seicht vor sich dahin. Dann kannst du durch das Flussbett des Río Chíllar wandern. Eine willkommene Abkühlung, inmitten eines Naturspektakels! 

Sierra Nevada Nationalpark in Andalusien

Sierra Nevada, das bedeutet auf Deutsch „schneebedeckte Berge“. Nun, diese Beschreibung trifft es perfekt, denn der Nationalpark Sierra Nevada beherbergt den höchsten Berg des spanischen Festlandes. Ganze 3500 m ragt der Mulhacén in den Himmel. Das Sierra Nevada Gebirge ist ein beliebtes Ausflugsziel, ganz gleich ob Sommer oder Winter. Im Sommer bieten die Sierra Nevada beste Bedingungen für Wandern und Trekking, im Winter befindet sich hier das südlichste Skigebiet Europas. Da wir unseren Roadtrip durch Andalusien im Februar unternommen haben, waren die höheren Lagen des Gebirges von einer dicken Schicht Schnee bedeckt. Dennoch konnten wir Wanderungen zu den hübschen Bergdörfern unternehmen. 

Persönlicher Tipp: In den Sommermonaten kann der Mulhacén zu Fuß erklommen werden. Über die schneefreien Hauptwege ist dies für Personen mit durchschnittlichem Fitnesslevel gut machbar. Die meisten Höhenmeter können tatsächlich sogar mit dem Bus zurückgelegt werden. Der Bus bringt dich entweder zum Aussichtspunkt Mirador de Trévelez auf 2600 Metern oder zu den Posiciones del Veleta auf 3100 m. 

Fazit – Unsere Roadtrip durch Andalusien 

Selten haben wir solch vielseitige Landschaft, Natur und Kultur erlebt wie in Andalusien. Zwischen schneebedecktem Bergen und Sandstrand am Meer liegen nur wenige Kilometer. Touristische Städte an der Costa del Sol stehen im Kontrast zum einsamen Hinterland, Surferdörfer und Hippiecamps wechseln sich mit Hotelburgen ab. Und dann gibt es da noch die Küstenorte, die gefühlt noch nie ein Tourist betreten hat, wo alles etwas eingestaubt wirkt. In Andalusien findet wohl jeder das, wonach er sucht.

Uns hat diese Vielfalt begeistert und manchmal, ja, auch etwas überfordert. Wir haben uns durch Andalusien treiben lassen, und wurden fast täglich von Neuem überrascht. Ständig dabei der Gedanke: „Huch, wo sind wir denn hier schon wieder gelandet?“. Auf unserem Roadtrip durch Andalusien haben wir das Land zu lieben gelernt. Wir haben mehrere Monate im Winter 2022 hier verbracht, und trotzdem nur einen ganz kleinen Ausschnitt von dem gesehen, was Andalusien ausmacht. Aber so ist das eben beim Reisen: Mit allem, was man sieht und erlebt, wird die Welt ein klein bisschen größer, nicht kleiner. Oder nicht?

Literaturtipps für deinen Andalusien Roadtrip

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Eure Seiten und alles, was ihr anbietet, ist so gut organisiert und außerordentlich hilfreich. Genial! Tausend Dank!

    Antworten
    • Hallo Monika,

      Vielen Dank für dein Lob und dieses liebe Feedback, das bedeutet uns wirklich sehr viel!
      Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß und Inspiration hier auf unserem Blog.

      Liebe Grüße

      Antworten

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Miri & Micha

Miri und Micha stehen zusammen am Strand und lächeln in die Kamera. Im Hintergrund steht ihr Wohnmobil mit geöffneten Türen.

Mit unserem selbstausgebauten Van reisen wir um die Welt, sammeln Geschichten und Momente für Outdoornomaden, bewundern die großen und ganz kleinen Dinge, denen wir täglich begegnen. Im Van zu leben war immer unser großer Traum. 2020 haben wir unseren Mut zusammen genommen und uns unser Traumhaus auf vier Rädern gebaut. Zuhause ist nun, wo wir es parken. Wir glauben: Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Und wer weiß schon was das Morgen bringen wird?

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