Die Auswahl des passenden Camper Basisfahrzeugs ist eine der wichtigsten Entscheidungen die den gesamten restlichen Camper Ausbau beeinflussen wird. Die Basis bestimmt nämlich gewissermaßen von vornherein mögliche Grundrisse, die Bettgröße, ob du im Fahrzeug aufrecht stehen kannst, wieviel Zuladung im Stauraum möglich ist, das Fahrverhalten spätere Reiseziele und vieles mehr. Natürlich macht es auch einen gewaltigen Unterschied ob du lediglich den Sommerurlaub im Camper verbringen möchtest, oder aber dauerhaft im Van leben und arbeiten willst. 

Wir bauen nun nach knapp sechs Jahren unseren zweiten Camper aus und teilen in diesem Artikel unsere Erfahrungen aus dem ersten Ausbauprojekt. Außerdem verraten wir dir, welches Basisfahrzeug wir diesmal gewählt haben, was wir aus unserem letzten Ausbau gelernt haben und warum wir uns erneut für einen Kastenwagen entschieden haben. Gleichzeitig zeigen wir dir, welche Alternativen es beim Camper Ausbau grundsätzlich gibt und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Basisfahrzeuge mit sich bringen.

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Vor dem Kauf des Basisfahrzeugs: Diese Fragen solltest du dir stellen

Vor dem ersten Camper Ausbau ist uns die Auswahl des passenden Basisfahrzeugs ganz schön schwergefallen. Wir hatten anfangs einfach keine Ahnung, was wir brauchten und wollten. Als wir uns das erste Mal auf die Suche begaben, waren wir voller Euphorie. Endlich einen eigenen Camper haben, endlich unabhängig reisen. Viele unserer Freunde und Bekannten hatten bereits selbst ausgebaute Camper und unsere Reaktion war immer dieselbe: „Boar, wie krass es sein muss, damit zu reisen. Wow, wie schön der Camper aussieht.“ Und dann fingen wir an zu träumen. In dieser Zeit fanden wir jeden Camper toll, egal welches Basisfahrzeug oder welches Ausbaulayout letztlich dahinter steckte. 

So gingen wir dann auch an die Suche. Egal ob groß oder klein, kurz oder lang – solange es ein Camper werden könnte, waren wir verliebt. Zugegeben, das hat die Campervan Suche nicht gerade einfach gemacht. Unsere Merkliste auf Ebay-Kleinanzeigen und mobile.de war voll, nur besichtigten wir letztlich keines dieser Fahrzeuge. Es dauerte einige Wochen, bis wir merkten, wo das Problem lag. Wir waren unsicher. Unsicher bei dieser riesigen Auswahl an Möglichkeiten, welches Camper Basisfahrzeug unseren Bedürfnissen am besten entsprechen würde. 

Damit starten wir mitten rein in das Abenteuer Auswahl des Camper Basisfahrzeugs. Bist du bereit? Am besten schnappst du dir jetzt Stift und Zettel.

Personenanzahl: Reist du alleine, zu zweit oder als Familie?

Die Personenanzahl hat eine direkte Auswirkung auf die optimale Fahrzeuglänge bzw. -Größe und die spätere Grundrissplanung. Klar, auch als Familie in einem VW Transporter zu leben ist durchaus möglich. Das haben wir auch schon erlebt. Es ist aber auf Dauer sicherlich nicht die angenehmste Möglichkeit des Vanlife. 

Merke dir also: Der Platzbedarf wächst, je mehr Personen im Camper mitreisen.

Camper Selbstausbau dank Handbuch
CAMPER AUSBAU – Unser Handbuch

Das Handbuch zum Camper Ausbau ist der ultimative Leitfaden für die Planung und den Ausbau eines Campers. Mit detaillierten Wasser- und Elektrikplänen sowie Schritt-für-Schritt Anleitungen gibt es endgültige Antworten auf alle Fragen.

Haustier: Reist du mit einem, oder sogar mehreren Haustieren?

Momentan sieht man es überall: Vanlife infizierte, welche mit ihrem Hund die Welt erkunden. Das ist aber auch wirklich so ein Traum! Vergiss nicht, entsprechend Platz für dein Haustier einzuplanen. Wenn dein Hund mitreisen soll, braucht er einen Fress- und Schlafplatz und auch während der Fahrt einen sicheren Ort. Am besten eine verbaute oder selbst gebaute Transportbox, die ihn im Falle eines Unfalls schützt. 

Stehhöhe: Möchtest du im Camper stehen können?

Gerade bei kaltem und nassem Wetter ist es toll, einfach im Campervan bleiben zu können. Dann dort zu kochen, zu arbeiten oder sich anderweitig die Zeit zu vertreiben. Hast du keine Stehhöhe im Camper, wird es allerdings schnell beengend und unangenehm. Ein festes Hochdach bietet mehr Komfort, hat aber auch Nachteile. Klar, sonst würde ja jeder Vanlifer einen Hochdach-Camper haben. Viele Parkplätze sind aufgrund von Höhenbeschränkungen nicht mehr nutzbar. An Parkhäuser ist erst gar nicht zu denken. Eine flexible Lösung könnte ein Aufstelldach sein. Dieses Ausstattungsmerkmal wird sich aber deutlich im Anschaffungspreis niederschlagen und birgt zudem auf Dauer die Gefahr von Undichtigkeiten.

Schlafen: Möchtest du quer oder längs schlafen?

Vielleicht hast du dir bis dato darüber noch gar keine Gedanken über den Grundriss gemacht, aber spätestens jetzt solltest du in etwa wissen, ob du später einmal quer oder längs in deinem ausgebauten Camper schlafen möchtest. Nicht alle Fahrzeuge eignen sich von der Breite für Querschläfer. Beim Bau eines Längsschläferbettes hingegen benötigst du mehr Fläche im Innenraum. Bei einem Hubbett hingegen brauchst du vor allem Platz in die Höhe. Vielleicht bevorzugst du aber auch eine flexibel umbaubare Sitzecke oder gar ein Schlafdach. 

Wohnraum: Sitzecke, Küche, Bad? Was ist dir wichtig?

Das Layout betreffend musst du dir also nicht nur Gedanken um dein künftiges Bett machen, sondern auch, wie deine Küche aussehen soll, ob du eine separate Sitzecke möchtest oder ein festes Badezimmer haben möchtest. All das hat ebenfalls direkten Einfluss auf die Fahrzeuggröße und Länge.

Vor allem wenn du so wie wir von unterwegs arbeiten können willst. Wir lieben das Privileg, unsere Arbeit von überall aus der Welt erledigen zu können, haben jedoch festgestellt, dass das mobile Arbeiten auch einige Hürden mit sich bringt. Da wäre die Sache mit einem passenden Schreibtisch, dem Strom, dem Internet … die Liste ließe sich sicherlich noch ein wenig fortführen. Fakt ist, wir mussten ganz schnell feststellen, dass das Arbeiten und Reisen mit unserem Minicamper nicht unter einen Hut zu bekommen ist. Kein Sitzplatz und nur Strom beim Fahren, das ist für einen Acht-Stunden-Vollzeitjob echt keine gute Voraussetzung. 

Lange Geschichte, kurzes Learning: Nimmst du deine Arbeit mit an Bord des Campervans, sollte der Camper auch dazu geeignet sein. Eine Zweitbatterie und Solarmodule für ausreichend Strom, ein kleiner Tisch als Arbeitsplatz und eine vernünftige Sitzgelegenheit sollten im Basisfahrzeug einen Platz finden. 

Stauraum: Wieviel Gepäck kommt mit?

Na, wie lang sollen deine künftigen Camper-Ausflüge werden? Wirst du eher Wochenendausflüge unternehmen, mehrere Monate durch Europa touren oder vielleicht gleich die alte Wohnung gegen dein neues Haus auf vier Rädern eintauschen? Vollzeitreisende haben oft einen höheren Platz- und Komfortbedarf als Urlaubsreisende. Entsprechend wird hier meistens ein größeres beziehungsweise komfortableres Camper Basisfahrzeug benötigt. Auch gewisse Hobbies, die du von unterwegs ausüben möchtest benötigen eventuell Platz im Staufach. Wassersportler kennen das: Neoprenanzüge, Kite, Boards u.v.m. nehmen mehr Platz in Anspruch, als man vielleicht denkt.

Parken im Alltag

Dieser Punkt ist vor allem interessant, wenn du nicht Vollzeit in deinem neuen Gefährt wohnst, sondern das Fahrzeug zwischendurch längere Zeit irgendwo abstellen musst. Bereits bei unserem ersten Fahrzeug haben wir uns für einen Ford Transit L2H3 entschieden — und damit gegen die Möglichkeit, jemals in der Stadt einen geeigneten Parkplatz zu finden. Überlege dir also gut, welche Fahrzeuggröße du wählst, denn je größer und höher ein Basisfahrzeug ist, desto ungeeigneter wird es für Parkhäuser oder städtische Parkplätze.

Reiseziele: Wo zieht es dich hin?


Ob in den Sommermonaten nach Portugal oder im Winter nach Skandinavien, je nachdem in welche Klimazone du mit deinem Camper reist, wirst du unterschiedliche Bedürfnisse haben. Als kurzes Beispiel: Portugal bedeutet für uns warmes Wetter, viel Sonne, draußen sein. Hier würde für uns ein kleiner Camper reichen, da wir die meiste Zeit sowieso draußen kochen und arbeiten. Ganz anders in Skandinavien: Außerhalb des kurzen Sommers regnet es viel. Es gibt generell super viele Mücken und auch für eine Standheizung ist man dort ziemlich sicher dankbar.

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PS und Antriebsart

PS sind unwichtig, hab ich anfangs gesagt. Wichtig, meinte Micha. Recht hat er! Wer einmal versucht hat, mit einem schlecht motorisierten Auto über eine Passstraße in den Bergen zu fahren, weiß, was wir meinen. Für Roadtrips durch die Alpen, die Türkei oder auch Nordspanien sind ein paar PS mehr definitiv ein Segen. 

Auch die Antriebsart solltest du bei der Wahl des Basisfahrzeugs nicht unterschätzen. Frontantrieb ist für die meisten klassischen Camper-Ausbau Projekte völlig ausreichend und bietet gerade bei Kastenwagen Vorteile beim Platzangebot und Gewicht. Heckantrieb spielt seine Stärken vor allem bei Bergauffahrten mit schweren Ausbauten und hoher Zuladung auf der Hinterachse aus, während Allrad inteessant wird, wenn du regelmäßig auf unbefestigten Straßen oder in schwierigem Gelände unterwegs sein möchtest. Eine Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen findest du weiter unten im Blogartikel.

Kraftstoffart: Diesel, Benzin, Hybrid oder Elektro?

Und auch bei der Kraftstoffart lohnt sich ein Blick über den reinen Kaufpreis hinaus. Diesel ist bei größeren Kastenwagen nach wie vor weit verbreitet, doch auch Benziner, Hybride und Elektrofahrzeuge kommen als Basisfahrzeuge infrage. Hier solltest du vor allem überlegen, wo du mit deinem Camper unterwegs sein möchtest und wie gut die entsprechende Tank- bzw. Ladeinfrastruktur in deinen Reiseländern ausgebaut ist. Gerade bei einem Fahrzeug, das dich viele Jahre begleiten soll, kann die Antriebs- und Kraftstoffart deshalb genauso wichtig sein wie Motorleistung und Fahrzeuggröße. Auch vor dem Hintergrund, dass immer mehr Länder Umweltzonen einführen, solltest du dir gut überlegen, auf welche Kraftstoffart du für die nächsten Jahre setzen möchtest.

Führerschein

Sprich: wie schwer darf das zulässige Gesamtgewicht deines Camper Basisfahrzeugs überhaupt sein? Mit dem normalen B-Führerschein darfst du Fahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3500kg fahren. Alles was über die 3,5t hinaus geht, erfordert normalerweise einen C1 Führerschein. Maßgeblich ist übrigens immer die in den Fahrzeugpapieren eingetragene zulässige Gesamtmasse und nicht das Gewicht, dass dein Camper gerade auf die Waage bringt.

Hinweis: Die EU hat in einer neuen Führerscheinrichtlinie beschlossen, dass man mit dem Führerschein der Klasse B in Zukunft auch Wohnmobile bis zu 4,25t fahren darf. Aber aufgepasst! Die EU-Richtlinie ist zwar seit November 2025 in Kraft, die Mitgliedstaaten haben aber mehrere Jahre Zeit den Umgang hiermit zu regeln. Bis dato (Stand August 2026) ist diese Erweiterung noch kein geltendes Recht in Deutschland!

Budget

Wunsch und Realität lassen sich beim Budget leider nicht immer miteinander vereinbaren. Deshalb solltest du dir schon vor der Fahrzeugsuche überlegen, wie viel du tatsächlich für dein Basisfahrzeug ausgeben kannst und möchtest. Dein Budget entscheidet dabei nicht nur darüber, ob ein Neu- oder Gebrauchtwagen infrage kommt, sondern auch, bei welchen Ausstattungsmerkmalen du Abstriche machen musst. Eine Prioritätenliste hilft dir dabei, zwischen Must-haves und Luxus zu unterscheiden.

Vorsicht allerdings bei vermeintlichen Schnäppchen: Ein günstiger Gebrauchtwagen kann schnell zur Kostenfalle werden. Reparaturen, Verschleißteile, Rost, Wartungsstau oder sonstige Karosseriearbeiten können den Kaufpreis im Nachhinein noch erhöhen. Rechne daher nicht ausschließlich mit dem reinen Kaufpreis, sondern kalkuliere ein zusätzliches Budget für mögliche Reparaturen und unerwartete Kosten ein. Manchmal ist somit ein auf den ersten Blick teureres, dafür aber gut erhaltenes Fahrzeug die günstigere Wahl.

Welche Basisfahrzeuge gibt es und welches ist das beste für mich?

Grundsätzlich kannst du fünf Kategorien unterscheiden. Es gibt Tiny-Camper, wie zum Beispiel unseren Honda Civic, kleine Campervans mit meist niedrigem Dach und kurzem Radstand, wie beispielsweise die beliebten VW-T-Modelle, die größeren Kastenwagen wie bspw. VW Crafter, Mercedes Sprinter oder Fiat Ducato, Oldtimer wie bspw. ein „Düdo“ Pick-Ups mit Dachzelt oder Expeditionsmobile. Da Expeditionsmobile aber meist auf Sonderanfertigungen beruhen und dementsprechend ein sehr hohes Budget voraussetzen, gehen wir in diesem Artikel nicht detailliert auf diese Kategorie ein. Auch auf Camper mit Dachzelt gehen wir nicht ausführlich in diesem Artikel ein, da es hier um Fahrzeuge mit Innenausbau gehen soll.

Tiny Camper

Einen Tiny-Camper kannst du letztendlich auf Basis von jedem kleineren Fahrzeug der Kompaktwagenklasse bauen. Wir haben uns „aus der Not heraus“ im Sommer 2018 dazu entschlossen, Michas Honda Civic zu einem Tiny-Camper umzubauen, ohne dabei unseren Geldbeutel zu sehr zu strapazieren. Tiny-Camper bieten zwar nur begrenzten Platz und Komfort, aber sind eine wunderbare Möglichkeit, Flexibilität und Freiheit für einen relativ kleinen Preis zu gewinnen.

Tiny-Camper kannst du ggf. ergänzen durch ein Dachzelt. Auch dann bleibt das Fahrzeug noch alltagstauglich, bietet aber den Vorteil, dass im Fahrzeug selbst mehr Platz für Ausstattung und Stauraum bleibt. Auch wir haben seit 2025 auf unserem Honda ein Dachzelt, womit wir sehr zufrieden sind!

Vorteile eines Tiny-CampersNachteile eines Tiny-Campers
-günstigere Anschaffung-sehr wenig Platz
-günstiger Ausbau möglich-keine Stehhöhe
-Flexibilität bei Parkplätzen -ggf. Liegefläche nur verkürzt möglich
-günstiger im Unterhalt-arbeiten von Unterwegs ist unkomfortabel
-beim Wildcampen unauffälliger aufgrund der Größe-Aufenthalt bei schlechtem Wetter sehr beengend
-niedriger Verbrauch-wenig/kein Stauraum
Vor- und Nachteile eines Tiny-Campers

Kompakte Campervan Modelle

Kompakte Campervans, wie bspw. die VW-T-Modelle, Ford Transit Custom oder Renault Trafic, sind in vielerlei Hinsicht der beste Kompromiss zwischen Alltagsauto und Camper Basisfahrzeug. Sie bieten deutlich mehr Platz als ein Tiny-Camper, bleiben aber dennoch kompakt genug, um sich problemlos im Alltag zu bewegen. Je nach geplantem Grundriss sind hier neben Schlafgelegenheit auch Features wie Küche, WC und Stauraum möglich. Gleichzeitig muss man natürlich Abstriche in Punkto Platzangebot und Ausstattung im Gegensatz zu einem großen Kastenwagen machen. 

Vorteile kleiner CamperNachteile kleiner Camper
-guter Kompromiss zw. Alltag und Camping-Manche Modelle sind aufgrund ihres Kultstatus auch gebraucht sehr teuer
-mehr Platz als bei Tiny-Camper-keine oder nur eingeschränkte Stehhöhe
-Parken je nach Modell noch in Parkhäusern möglich-begrenzte Stauraummöglichkeiten
-gelten bei Maut- und kostenpflichtigen Straßen, sowie Fähren oft noch als normaler PKW und sind deswegen günstiger-Liegefläche nur längs möglich, oft schmäler als größerer Kastenwagen
-beim Wildcampen unauffälliger aufgrund der Größe-wenig Bewegungsfreiraum im Innenraum, v.a. bei schlechtem Wetter schnell beengend
-je nach Modell ggf. zusätzlicher Raum durch Pop-Up Dach-für längeres oder ganzjähriges Vanlife nur sehr bedingt geeignet
-Verbrauch niedriger als bei beliebten Kastenwagen
Vor- und Nachteile kompakter Campervan Basisfahrzeuge

Kompakte Campervan Modelle im Detail

ModellGröße
(je nach Modell)
KraftstoffartAntriebmax. zGG
(je nach Modell)
Besonderheiten
VW-T-Modelle
(T4-T6)
Länge: 4,7-5,3m
Breite: 1,84-1,9m
Höhe: 1,94-2,48m
Mit geöffnetem Pop Up Dach bis zu 3,05m
Benzin,
Diesel
Frontantrieb,
Allradantrieb
2600-3200kg
Mit Auflastung bis 3500kg
-kurzer & langer Radstand möglich
-teils mit festem oder Pop-Up Hochdach verfügbar
Ford Transit CustomLänge: 4,97-5,45m
Breite: 1,99-2,03m
Höhe: 1,96-2,37m
Diesel,
Plug-In-Hybrid,
Elektro
Frontantrieb,
Allradantrieb,
Heckantrieb
2800-3200kg
Mit Auflastung bis zu 3400kg
-je nach Generation mit einer max. Höhe von 2m für viele Tiefgaragen geeignet
Opel Vivaro,
Renault Trafic
Länge: 4,78-4,99m
Breite: 1,9-1,96m
Höhe: 1,95-2,46m
Diesel,
Benzin
Frontantrieb2700-3000kg-bis 2019 nahezu baugleich
-ab 2019 Übernahme von Opel durch Stelantis Group, ab da mit Peugeot Expert und Citroën Jumpy nahezu baugleich
Mercedes VitoLänge: 4,9-5,37m
Breite: 1,93
Höhe: 1,91m
Diesel,
Benzin,
Elektro
Frontantrieb,
Heckantrieb,
Allradantrieb
2800-3100kg
Mit Auflastung bis zu 3500kg
-extrem kleiner Wendekreis bei Heckantrieb
-hoher Langstreckenkomfort durch Geräuschdämmung und PKW ähnliche Fahrwerkstechnik
*Fahrzeugbreiten in der Tabelle sind Breitenangabe ohne Spiegel

Kastenwagen: Ducato, Boxer, Jumper, Sprinter und Co.

Kastenwagen wie beispielsweise Fiat Ducato, Peugeot Boxer, Mercedes Sprinter oder Ford Transit haben den Vorteil, dass hier aufgrund der Höhe und Breite oft zahlreiche Grundrisse möglich sind. Die oft kastige Form macht den Ausbau verhältnismäßig einfach.
Dadurch, dass Kastenwagen in den unterschiedlichsten Höhen- und Längenkombinationen zur Verfügung stehen, kannst du ganz gezielt nach einem Fahrzeug suchen, welches von den Maßen her alle Kriterien erfüllt, die du mit dem Beantworten der Fragen vom Beginn des Artikels festgestellt haben solltest. 

Vorteile von KastenwagenNachteile von Kastenwagen
-Stehhöhe bietet auch bei schlechtem Wetter mehr Komfort-höherer Anschaffungspreis
-mehr Stauraum-höhere Unterhalts- und Werkstattkosten aufgrund von Nutzfahrzeugtarif, statt KFZ-Tarif
-Querbett möglich-auffälliger beim Wildcampen
-mehr Wohnfläche zur Verfügung-nicht so wendig
-mehr Platz für Stellplatz/Parkplatz benötigt
-passt nicht mehr in Parkhäuser
-schneller an zulässiger Gewichtsgrenze aufgrund von mehr Platz für Zuladung
Vor- und Nachteile großer Camper Basisfahrzeuge

Längen- und Höhenbezeichnungen bei Kastenwagen

Bei Kastenwagen wirst du häufig auf Bezeichnungen wie L1H1, L2H2 oder L3H2 usw. treffen. Diese Abkürzungen beschreiben grundsätzlich die Länge und Höhe einer bestimmten Fahrzeugvariante. 

Dabei steht 

  • L = für die Länge des Fahrzeugs
  • H = für die Höhe des Fahrzeugs
  • die Zahl = für die Größenstufe des jeweiligen Herstellers

Wichtig: L1, L2, L3 bzw. H1, H2, H3 und teilweise H4 beziehen sich nicht auf herstellerübergreifend genormte Außenmaße. Die Bezeichnungen können somit eine erste Orientierung bei der Fahrzeugsuche bieten, du solltest dich bei der Suche nach dem passenden Basisfahrzeug für deinen Camper-Ausbau deswegen stets über die exakten Außen- und Innenmaße des exakten Fahrzeugs informieren.

BezeichnungBedeutung
L1Kürzeste verfügbare Länge einer Modellreihe
L2Mittlere Variante
(L3)*Lange Variante
L4*Längste Variante
(L5)*Extra Lange Variante
H1Niedrigste verfügbare Höhe einer Modellreihe
H2Hohe Variante
H3Höchste Variante
*Hinweis: eigentlich gibt es in Deutschland bspw. bei Boxer und Ducato gar keine L3 Fahrzeuglänge, in Österreich hingegen schon, dafür aber keine L5 Variante. Ein deutscher L4 entspricht in Österreich also L3, L5 in Deutschland ist in Österreich L4. Du siehst also, es ist wichtig, die Bezeichnungen und Abkürzungen immer nochmal mit genauen Maßen nachzurecherchieren. 

Welche Größe passt zu welchem Ausbau / Grundriss?

Die richtige Fahrzeuggröße hängt vor allem davon ab, wie du den Camper später nutzen möchtest. Während die kompakten Kastenwagen-Varianten vor allem durch ihre Alltagstauglichkeit punkten, bieten die größeren und höheren Varianten natürlich mehr Möglichkeiten für den Innenausbau. Schauen wir uns das Ganze also nochmals genauer an. Die Größenklassen dienen hier nur als Orientierung, aber grob kannst du die Kastenwagen in 3 Kategorien einteilen: 

Kompakte Kastenwagen, bspw. L1H1 und L2H1

Die niedrigen und kompakten Kastenwagen Varianten eignen sich für all diejenigen als Basisfahrzeug, denen ein einfacher Ausbau reicht und die ihren Camper auch im Alltag noch gut nutzen möchten. Die geringeren Außenmaße machen sie wendiger und natürlich einfacher zu parken als die großen Geschwister-Fahrzeuge 😉

Je nach Fabrikat sind auch hier schon Betten quer zur Fahrtrichtung realisierbar, aber dafür sollte man vor dem Kauf die tatsächliche Innenbreite messen und genügend Puffer für Dämmung und Innenverkleidung einplanen.

Bei H1 Varianten fehlt allerdings die ausreichende Innenhöhe zum Stehen und auch ein fest verbautes Badezimmer mit Dusche und WC lässt sich hier kaum sinnvoll integrieren. Auch beim Stauraum im Inneren des Fahrzeugs sind bei diesen Varianten immer noch Kompromisse notwendig, insbesondere für Sportgeräte wie Surfbretter oder Fahrräder. 

Der Klassiker für Camper Basisfahrzeuge: L2H2 oder L3H2

Hier beginnt es für viele Selbstausbauer erst wirklich interessant zu werden, denn Kastenwagen bieten sowohl in Höhe und Breite so viel Platz, dass sie sich mit etwas Kreativität und Planung quasi zu einem rollenden Einraum-Appartment umbauen lassen: inkl. Küche, Bad, und Schlaf- bzw. Wohn-Ess-Bereich. Wer sich zusätzlich dazu entschließt die oft vorhandene Trennwand zum Fahrerhaus zu entfernen und eine Drehkonsole bei den Vordersitzen einbaut, der gewinnt zusätzlichen Raum nach vorne.

Kastenwagen mit extra viel Platz: L4H2 oder L4H3

Wer gerne noch ein kleines bisschen extra Platz haben möchte, um auch wirklich alles unter zu bekommen, der ist mit der längsten Variante der Kastenwagen gut beraten. Hier sind aufgrund der Dimensionen sowohl Quer- als auch Längsbett möglich und die Varianten mit extra hohem Dach bieten sogar die Möglichkeit ein Hubbett einzubauen und trotzdem noch Stehhöhe zu haben. Platz für ein Badezimmer mit Dusche und WC und Gepäck ist hier definitiv!

Bedenken sollte man aber natürlich, dass in vielen Ländern inzwischen Maut nicht nur nach Fahrzeuggewicht, sondern auch nach Länge und oder Höhe berechnet wird und diese Variante dann nochmals mehr Folgekosten mit sich bringt, als der Klassiker. Auch sollte man bei den extra großen Kastenwagen als als Camper – Basisfahrzeug nicht das zulässige Gesamtgewicht aus den Augen verlieren und auch während des Ausbaus immer wieder zwischendurch auf die Waage fahren. 

Camper Basisfahrzeug: die beliebtesten Kastenwagen Modelle im Vergleich

ModellGröße
(je nach Ausführung)
KraftstoffartAntriebmax zGGBesonderheiten
Fiat Ducato,
Peugeot Boxer,
Citroën Jumper
Länge: 4,96-6,36m
Breite: 2,05m
Höhe: 2,25-2,76m
Diesel,
Erdgas,
Benzin,
Elektro
Frontantrieb,
Allradantrieb (Nachrüstung),
Heckantrieb (bei E-Modellen)
Light Chassis:
3000-3500kg
Heavy Chassis:
3500-4000kg
Mit Auflastung bis zu 4800kg
-2.3l / 3.0l Motor von Ducato gilt noch heute als einer der robustesten und langlebigsten
-beim Kauf auf zGG der Chassis achten
-Unterschiedliche Hecktüranschläge: 270° sind am stabilsten und praktischsten
Mercedes SprinterLänge: 5,26-7,36m
Breite: 2,02m
Höhe: 2,35-2,82m
Diesel,
Elektro
Frontantrieb,
Heckantrieb,
Allradantrieb
Sprinter 2xx/3xx:
3000-3500kg
Sprinter 4xx/5xx:
4100-5500kg
-hat ab 5t zGG Zwillingsbereifung auf Hinterachse
-Steuerkette statt Zahnriemen = wartungsärmer
-hoher Werterhalt bei 4×4 Modellen!
Iveco DailyLänge: 5,14-7,62m
Breite: 2,01m
Höhe: 2,27-2,91m
Diesel,
Erdgas,
Elektro
Heckantrieb,
Allradantrieb
Leichte Klasse:
bis 3500kg
Mittlere Klasse:
4200-5200kg
LKW Klasse:
bis 7500kg
sieht aus wie Kastenwagen, ist aber streng genommen LKW Technik
-langlebige Steuerkette = wartungsarm
-bekannt für langlebige, robuste Motoren
*Fahrzeugbreiten in der Tabelle sind Breitenangabe ohne Spiegel

Vor- und Nachteile der einzelnen Fabrikate

Als Basisfahrzeug für deinen künftigen Camper haben die verschiedenen Fabrikate ganz unterschiedliche Stärken: Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Citroën Jumper sind durch ihre vergleichsweise gerade und kastenförmige Karosserie besonders praktisch und relativ einfach innen auszubauen. Die große Innenbreite und die nahezu senkrechten Außenwände erleichtern die Planung und schaffen viel nutzbaren Raum, auch für Querbetten. Außerdem gibt es für diese Modelle eine große Auswahl an bereits angepasstem Ausbauzubehör.

Mercedes Sprinter und IVECO Daily bieten dagegen Vorteile, wenn Heck- oder Allradantrieb, hohe Zuladung oder größere Ausbauten gefragt sind. Beim Ausbau sind sie durch ihre sich nach oben verjüngende Karosserie allerdings ein wenig anspruchsvoller. Im oberen Bereich geht Innenbreite verloren und Oberschränke oder ein Querbett lassen sich teilweise schwieriger realisieren. Beim Sprinter als auch beim IVECO muss man mit hohen Anschaffungs- und Ersatzteilkosten rechnen. Der IVECO ist besonders für schwere Ausbauten interessant, bringt aber auch schon ein gewisses Eigengewicht mit. Hier ist also der B-Führerschein nicht mehr ausreichend!

Weitere Fahrzeugtypen als Camper Basisfahrzeug

Natürlich ließen sich die Tabellen um viele weitere Modelle ergänzen, da der Fahrzeugmarkt schier unendlich viele Möglichkeiten bietet. Neben den Campervans und den Kastenwagen-Modellen, gibt es natürlich noch weitere Varianten, die aber in diesem Blogartikel nicht schwerpunktmäßig aufgegriffen, der Vollständigkeit halber aber erwähnt werden. 

Oldtimer als Camper Basisfahrzeug

Der Trend geht inzwischen auch (wieder) dahin, ältere Fahrzeuge wie bspw. VW LT, Düdos oder die sogenannten „Bremer“ zu restaurieren und als Camper – Basisfahrzeug zu verwenden. Zu den beliebtesten Modellen gehören der 207 D, 208, 308 D, 309 D oder der 410 D. Dieser recht eckige Wagen von Mercedes ist übrigens der direkte Vorfahre des heutigen Sprinters – vielleicht mit ein Grund weswegen diese heutzutage einen enormen Kultstatus haben.

Ebenfalls sehr beliebt und dazu noch ganz schön kultig, sind Oldtimer, wie beispielsweise der sogenannte „Düdo“ (Mercedes-Benz 407D) oder vergleichbare Modelle wie der Mercedes-Benz 807D. Diese Modelle bieten sich aufgrund ihrer kastigen Form perfekt als Camper Basisfahrzeuge an, denn sie bieten unglaublich viel Platz in Länge und Breite, als auch Stehhöhe. Allerdings ist hier wichtig zu beachten, dass für diese Fahrzeuge (je nach Ausführung) der normale B-Führerschein für 3,5t nicht ausreicht.

Vorteile von Oldtimern als BasisfahrzeugNachteile von Oldtimern als Basisfahrzeug
-sehr kastige Form, vereinfacht in vielerlei Hinsicht den Ausbau-alte Technik, Reparaturen evtl. kostspielig
-einfache Technik die man ggf. Selbst reparieren kann-leider häufig viel Rost
-robust-schlechte Motorisierung
-kultig-höherer Kraftstoffverbrauch
-viel Platz für Park- und Standplätze notwendig
Vor- und Nachteile von Oldtimer Basisfahrzeugen

Pick Ups und Geländewagen

Pick Ups eignen sich als Basisfahrzeug für den Aufsatz von gekauften oder angefertigten Wohnkabinen, die sich mittels weniger Handgriffe am gewünschten Platz abladen lassen, sodass kurzerhand das Fahrzeug ohne Wohnkabine im Einsatz sein kann. Geländewagen hingegen sind eine tolle Basis für die Kombination mit Dachzelten. Die bewährtesten Modelle, die aufgrund ihrer Robustheit auch gerne in Vermietungen eingesetzt werden sind Toyota Hilux, Landcruiser oder ISUZUS. 

Expeditionsfahrzeuge

Expeditionsfahrzeuge beruhen oft auf Sonderanfertigungen. Entweder werden dafür ebenfalls Lkw-Oldtimer verwendet, wie bspw. der Mercedes 508 D, 609 D, 711 D oder 814 D. Häufig stammen diese aus Feuerwehren und Behörden und sind aufgrund ihrer recht einfachen Technik noch immer äußerst beliebt bei Overlandern. Natürlich kann man mit dem entsprechenden Budget auch neue Fahrzeuge ganz nach seinen Wünschen gestalten lassen. Ein bekannter Anbieter ist bspw. 4wheel24.

Vor dem Kauf des Camper Basisfahrzeugs: Zum Nachdenken

Antriebsart des Basisfahrzeugs

Wir wissen jetzt, dass die unterschiedlichen Fahrzeugmodelle in fast allen Antriebsformen erhältlich sind. Aber welche Vor- und Nachteile haben die jeweiligen Antriebsformen im Alltag und auf Reisen? 

Frontantrieb: Vor- und Nachteile

Bei einem Fronantrieb sitzt der Motor vorne und zieht das Fahrzeug. Frontantrieb ist bei vielen Fahrzeugen der Stellantisgruppe Standard. 

VorteileNachteile
Mehr Platz im Innenraum: Keine Antriebswelle nach hinten, deswegen liegt die Ladefläche tiefer, dadurch auch bei kleineren Modellen mehr Innenraumhöhe, niedrige Ladekante / EinstiegTraktionsprobleme bei Beladung auf der Hinterachse: Der schwerste Punkt ist beim Camper oft über der Hinterachse durch Wassertank, Gasschrank & Co. Dadurch wird die Vorderachse entlastet, die Traktion kann bei Bergauffahrten schlechter sein und die vorderen Räder schneller durchdrehen. Auch als Zugfahrzeug für bspw. Bootstrailer oder Campinganhänger ist ein Frontantriebler wegen der Traktionsproblematik nur bedingt zu empfehlen.
Geringeres Leergewicht / höhere Nutzlast: Beim Frontantrieb spart man im Gegensatz zum Allrad bspw. Bauteile und dadurch Gewicht – mehr Kapazität für Ausbau-Details wie Wassertank und MöbelGrößerer Wendekreis: Die Vorderräder müssen zeitgleich lenken und antreiben, wodurch der maximale Lenkeinschlag geringer ist als beim Heckantriebler. Rangieren in engen Straßen oder Gassen erfordert dadurch oft mehr Züge.
Berechenbares Fahrverhalten: im alltäglichen, normalen Verkehr fährt sich ein Frontantriebler quasi wie ein normaler Pkw.

Heckantrieb: Vor- und Nachteile

Bei den meisten moderneren Fahrzeugen mit Heckantrieb sitzt zwar der Motor vorn, treibt aber die Hinterachse an. Das ist oft Standard bei Mercedes oder schwereren Transportern wie dem Iveco Daily und Oldtimern wie dem Mercedes Düdo.

Ausnahme: In seltenen Fällen wie beim VW T3 Bus, sitzt der ganze Motor hinten im Heck.

VorteileNachteile
Gute Traktion auch bei schwerer Beladung: Je voller der Camper, desto besser könnte man sagen. Denn je mehr Gewicht auf die Hinterachse drückt, desto besser wird auch der Grip beim Anfahren. Beim Fahren an steilen Pässen oder auf Schotterstraßen ist Heckantrieb also ein echter Gamechanger!Weniger Innenraumhöhe: Unter dem Fahrzeug wird Platz für die Antriebswelle und das hintere Differenzial eingenommen, wodurch die Ladefläche etwa 8-10cm Höhe verliert. Diese können beim Innenausbau allerdings viel ausmachen.
Kleiner Wendekreis: Die Vorderachse muss im Gegensatz zum Frontantriebler hier ausschließlich die Lenkaufgabe übernehmen, dadurch ist ein weiterer Einschlagwinkel möglich. Das Fahrzeug ist an Engstellen leichter zu rangieren. Höheres Leergewicht: Die zusätzliche Antriebstechnik zur hinteren Achse wiegt zusätzlich, was sich bei der erlaubten Nutzlast nachteilhaft auswirken kann.
Der König der Zugfahrzeuge: Durch den Druck eines eventuellen Anhängers auf die Anhängekupplung wird die Antriebsachse zusätzlich belastet, was besonders für Camper mit großem Anhänger vorteilhaft ist.Fahren im Alltag: Ein recht leichtes Fahrzeug mit Heckantrieb, ohne viel Gewicht auf der Hinterachse, kann bei Nässe oder Glätte schneller ausbrechen. Bei modernen Fahrzeugen wird das durch Assistenzsysteme abgefangen, bei älteren Fahrzeugen erfordert das mehr Fahrkönnen.

Allradantrieb: Vor- und Nachteile

Beim Allrad muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen permanentem Allradantrieb oder automatisch, elektronisch zugeschaltetem Allradantrieb. Ob dauerhaft vorhanden oder zuschaltbar, hängt vom jeweiligen Fahrzeugtyp und Modell ab.

VorteileNachteile
Ultimative Flexibilität bei der Streckenauswahl: Nasse, schlammige Wiese, Traumstrand mit sandiger Zufahrt oder verschneite Passstraße? All das verliert mit Allrad seinen Schrecken, denn wer sein Fahrzeug beherrscht, kann sich quasi kaum festfahren, oder zumindest leichter wieder befreien.Hohe Kosten: Der Aufpreis beim Kauf für Allradantrieb ist enorm und liegt ab Werk bei mehreren tausend Euro. Bei Nachrüstungen wird es sogar noch teurer. Nichts für den schmalen Geldbeutel, denn auch die Wartungskosten beim Allradantrieb sind deutlich höher. Denn wo mehr Technik drinsteckt, kann auch mehr kaputtgehen.
Maximale Fahrsicherheit: Egal ob du von Aquaplaning, Glatteis oder starkem Seitenwind überrascht wirst – Allrad bietet von allen Antriebsarten die stabilste Straßenlage.Mehrverbrauch / weniger Reichweite: Der zusätzliche Widerstand im System treibt den Kraftstoffverbrauch im Alltag um mindestens 0,5-1,5l pro 100km nach oben. Bei den derzeitigen Preisen geht das schnell ins Geld.
Hoher Wiederverkaufswert: Allrad-Kastenwagen, und insbesondere 4×4 Sprinter und Crafter 4MOTION sind extrem gefragt und haben daher neben teils utopischen Kaufpreisen auch einen hohen Wiederverkaufswert.Deutliche Nutzlast Einbußen: Die gesamten Allrad-Komponenten, wie bspw. das Verteilergetriebe, die zweite Achse oder Elektronik, wiegen oft zwischen 80 bis 150kg extra. Gewicht, dass bei einem zGG von 3,5t von Nachteil sein kann.
Brauche ich für meinen Camper Ausbau ein Basisfahrzeug mit Allradantrieb?

Nach inzwischen über 6 Jahren Vanlife sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir persönlich bisher keinen Allrad gebraucht haben, bzw. noch nie gedacht haben, dass es jetzt mit einem Allrad merklich einfacher wäre. Alle Stellplätze, die wir erreichen wollten, haben wir auch mit unserem Ford Transit erreicht. Wenn du also nicht grade Overlanding in abgelegensten Regionen planst, ist ein Allrad unserer Meinung nach nicht unbedingt notwendig. 

Worauf muss ich achten, wenn mein Camper Basisfahrzeug zukunftsfähig sein soll?

Diesel, Benzin, Gas, Hybrid oder Elektro?

Die Diskussion um nachhaltige Energien wird seit Jahren lauter und immer mehr Länder und Metropolen dieser Welt reagieren mit Zufahrtsbeschränkungen für bestimmte Fahrzeuge. Die Form des Antriebs hat also indirekten Einfluss auf die später möglichen Reiseziele. Aber auch den individuellen Verbaruch, die Kosten zum Tanken oder Laden, sowie die Reichweite und die damit zusammenhängende Lade-Infrastruktur im Ausland spielt eine Rolle, denn je weiter du Richtung Süd-Westen oder Süd-Osten reist, desto weniger Ladesäulen für Elektroautos sind vorhanden – auch Gas bekommt man nicht überall. Bedenke auch unterschiedliche Jahreszeiten und das gesamte Ausbaugewicht. Elektrofahrzeuge sind generell schwerer durch die Akkus. Das zGG ist dann schneller erreicht und es steht weniger Gewicht für den Innenausbau zur Verfügung.

Abgasnorm, Umweltzonen & Reisen ins Ausland

Vor ein paar Jahren noch waren Umweltzonen jenseits von Deutschland kein wirkliches Thema. Wegen zunehmender Probleme durch Klimawandel, Feinstaubbelastung und Luftqualität haben aber inzwischen viele europäische Länder wie Frankreich und Spanien nachgezogen und richten immer mehr temporäre und dauerhafte Umweltzonen ein. Was also sollte man beachten, damit man nicht monatelang Schweiß und Geld in seinen Traumcamper steckt, dann aber vor den Toren europäischer Metropolen ausgeschlossen wird?

Das Kernproblem: Die Euro-Normen deines künftigen Campers

Die Abgasnorm deines Basisfahrzeugs beeinflusst nicht nur, in welche Regionen du zukünftig noch reisen darfst und in welche nicht, sondern auch, wie hoch der Wiederverkaufswert ist. Wenn du also in Erwägung ziehst, deinen Camper irgendwann weiter zu verkaufen, dann solltest du die Euronorm im Hinterkopf behalten. Für viele Euro 4 und Euro 5 Fahrzeuge gelten schon heute Fahrverbote in manchen europäischen Städten. Die Euro 6 Norm (ca. ab Baujahr 2015/2016) ist derzeit zumindest halbwegs zukunftssicher. 

Aber auch das Ad-Blue-System bringt zusätzliche Probleme mit sich, wenn du Reisen ins Ausland planst, denn eine Ad-Blue-Tankfüllung hält nur ca. 5000-10000 km. In Europa kaum ein Problem Nachschub zu finden, außerhalb von Europa, wie bspw. in der Türkei oder Marokko, kann das schon schwieriger aussehen. Denn ist der Tank leer, verweigert der Motor im schlechtesten Fall den Start und du kommst nicht mehr vom Fleck.

Umweltzonen und ihre Zufahrtsbeschränkungen

Einfach losfahren ist heute gar nicht mehr so einfach möglich, ohne hohe Strafen zu riskieren. So braucht man selbst als Tourist in Frankreich eine Crit’Air Plakette, die man online bestellen muss, auch Spanien plant ein ähnliches System und auch in Italien gibt es bereits kameraüberwachte „Zona a Traffico Limitatos“, in die man nur mit Genehmigung einfahren darf. Je nachdem, welche Länder du planst zu bereisen, solltest du dich hier ggf. vorab über aktuelle Regeln und geplante Beschränkungen informieren.

Schwefel-Dilemma bei Fernreisen

Moderne Euro-6-Camper vertragen ausschließlich schwefelfreien Diesel, so wie es in der EU üblich ist. Tankt man aber mit solch einem Fahrzeug in Nordafrika, Zentralasien oder Südamerika, verstopft der DPF schneller als man gucken kann. Binnen kürzester Zeit riskiert man hier teure Schäden am Abgasreinigungssystem! 

Welche Abgasnorm sollte ich für ein Camper Basisfahrzeug mindestens wählen?

Natürlich kann man auch diese Frage nicht pauschal beantworten – grob orientieren kann man sich aber auch hier nach den geplanten Reisezielen. Wer mit seinem Camper später überwiegend in Europa unterwegs sein möchte, sollte beim Budget nicht sparen und am besten ein Fahrzeug mit Euro 6d-TEMP oder sogar neuer wählen. Wer hingegen das große Abenteuer abseits der Zivilisation und in fernen Ländern auf anderen Kontinenten sucht, der kann auch auf einen robusten Euro 4 Diesel oder sogar einen Oldtimer setzen.

Fahrzeuggewicht: 3,5t sind schneller erreicht als gedacht!

Wer selbst einen Camper ausbaut, stößt schnell an die magische 3,5t Grenze, das zulässige Gesamtgewicht (zGG) bei den meisten Kastenwagen. Das zGG definiert das maximale Gewicht, das das fertig ausgebaute Basisfahrzeug inklusive Ausbau und aller Insassen auf die Waage bringen darf. Überschreitest du dieses Gewicht drohen Bußgelder, Überladungsstrafen oder sogar der Verlust des Versicherungsschutzes im Falle eines Unfalls!

Die wichtigste Rechengröße ist für dich als Selbstausbauer deswegen die Nutzlast. Sie ergibt sich, wenn man das Leergewicht (inkl. vollem Kraftstofftank und 75kg Fahrergewicht) vom zGG abzieht. Die verbleibende Spanne muss für das komplette Ausbaugewicht und späteres Gepäck ausreichen!

Aber was wiegt so ein Camper Ausbau eigentlich?

Geht man von einem zGG von 3500kg und einem Leergewicht von 2100kg aus, hat man eine maximale Nutzlast von 1400kg. Jetzt beginnt der Ausbau und die Reiseplanung. Unserer Erfahrung nach kann man sich an folgenden Werten orientieren:

  • Ausbaugewicht (Möbel, Dämmung, Solaranlage) = ca. 450kg
  • Technik & Komfort (Bordbatterie, Standheizung, Markise) = ca. 120 kg
  • Flüssigkeiten (Frischwasser, Abwasser, Gas) = ca. 120kg
  • Reisende (Partner:in, Hund, Kind) = ca. 160 kg
  • Gepäck, Kleidung, Vorräte = ca. 150 kg
  • Campingausrüstung, Campingmöbel = ca. 100 kg

Verbleiben nur noch 300kg und auch die sind leider schneller erreicht, als den meisten lieb ist. Deswegen: beim Ausbau von vornherein auf Leichtbauweise setzen und während der Ausbauphasen immer wieder wiegen, um frühzeitig intervenieren zu können.

Was passiert, wenn 3,5t nicht ausreichen

Wenn schon bei der Planung klar wird, dass man mit 3,5t nicht hinkommt, bleibt nur die Auflastung eines Kastenwagens oder der Kauf einer Heavy- bzw. Maxi-Chassis als Basisfahrzeug. Die besitzen im Gegensatz zur Light-Chassis oft doppelte Blattfedern auf der Hinterachse, Luftfederung und auch stärkere Bremsen. Das wiederum bringt aber weitere Konsequenzen mit sich, die du bedenken musst. 

So braucht man ab 3,5t mindestens den C1 Führerschein, um diese Fahrzeuge fahren zu dürfen. Maut und Gebühren werden teurer und vielerorts gelten für schwerere Fahrzeuge auch andere Verkehrsregeln. Auch im Alltag kann ein großes und schweres Fahrzeug einschränkend sein. Bedenke das bei deiner Planung, denn die Auflastung schenkt dir einerseits maximale Freiheit beim Materialeinsatz und den Wassertanks, nimmt dir aber Spontanität beim Reisen.

Neu oder gebraucht? Welches Camper Basisfahrzeug lohnt sich langfristig?

Ob es bei dir letztendlich ein Neu- oder Gebrauchtwagen wird, hängt natürlich in erster Linie mit dem vorhandenen Budget zusammen. Neben dem Budget gibt es aber bei dieser Frage weitere Punkte, die du bei deinen Überlegungen zum Basisfahrzeug grundsätzlich berücksichtigen solltest: 

VorteileNachteile
Gebrauchtwagen-deutlich günstiger beim Kauf
-größter Wertverlust bereits verflogen
-Wert kann durch Ausbau wieder steigen (Gutachten erforderlich)
-Zustand ist ein Risiko
-Verschleißteile verlangen Wartung
–Rostbeseitigung und Konservierung  kostet Zeit und Geld
Neuwagen-Herstellergarantie
-Konfiguration nach Wunsch
-keine versteckten Mängel
-hoher Wertverlust in den ersten Jahren
-Wartezeit auf Auslieferung oft lang (mehrere Monate)

Unsere Auswahlkriterien damals und heute

Die Frage, nach welchen Kriterien wir unser Camper Basisfahrzeug ausgewählt haben, bekamen wir super oft gestellt. Uns war vor allem ein guter Kompromiss zwischen relativer Zuverlässigkeit (also ein nicht zu altes Fahrzeug) und einem guten Preis (nicht zu teuer) wichtig. 

Bei unserem ersten Van (Ford Transit H3L2) haben wir darauf geachtet, dass das Basisfahrzeug nicht älter als 10 Jahre war, nicht mehr als 170.000km Laufleistung hatte, es sich um einen großen Kastenwagen mit Stehhöhe handelt, da wir zu zweit für längere Zeit darin leben, reisen und arbeiten wollten, und nicht mehr als 6000€ kosten sollte. Zudem haben wir ein unbeschädigtes Fahrzeug gesucht (ohne Unfall) und eines, was noch mindestens 1 Jahr TÜV hatte, da das Überführung und Ausbaualltag enorm erleichtern würde.

Bei dem aktuellen Kauf aus 2026 haben wir folgende Kriterien zugrunde gelegt

  • erneut nicht mehr als 170.000 Laufleistung
  • erneut nicht älter als 10 Jahre
  • Optimalerweise Ducato/Peugeot/Jumper in L3/H2
  • Preis unter 13.000€
  • Mit TÜV

Letztendlich hat sich also an unseren Suchkriterien nicht viel geändert, abgesehen vom Preisrahmen. Dieser ist hauptsächlich den seit dem Camperboom deutlich gestiegenen Preisen für gebrauchte Transporter zuzuschreiben. Gefunden haben wir letztlich: 

  • Peugeot Boxer mit ca. 120.000km aus 2019 mit frischem TÜV für 11.000€ netto. 

Tipps für die Besichtigung des Basisfahrzeugs: So wird sie ein Erfolg!

Bei dem ersten Basisfahrzeug, welches wir damals besichtigten, machten wir gleich eine Horror-Erfahrung. Auf den ersten Blick wirkte der Kastenwagen noch gut in Schuss, aber schließlich haben wir aufgrund eines durchmischten Bauchgefühls das Fahrzeug zum Gebrauchtwagencheck der DEKRA gebracht. Eine Stunde später erhielten wir eine fast dreiseitige Auflistung an teils lebensgefährlichen Mängeln, woraufhin wir natürlich Abstand vom Kauf genommen haben. Wir wollen dir damit keine Angst machen, sondern dich lediglich dafür sensibilisieren, den Kauf nicht zu romantisieren, sondern genau hinzuschauen und auch auf dein Bauchgefühl zu hören.

Schnell sein

Da wir während der Suchphase die Erfahrung gemacht haben, dass Kastenwagen nur wenige Minuten nach dem Einstellen schon wieder als verkauft markiert wurden, können wir dir nur empfehlen, dir einen Suchauftrag auf Ebay oder mobile.de anzulegen, damit du mit als erster informiert wirst, wenn neue, potenziell interessante Angebote an den Markt kommen.

Anrufen statt Anschreiben

Während unserer Kastenwagen-Suche haben wir außerdem gelernt: Wenn möglich immer direkt zum Telefon greifen. Da die Kastenwagen derzeit so beliebt sind, werden die meisten Verkäufer nach dem Inserieren ihres Fahrzeuges von Nachrichten nahezu überflutet. Zwischen all diesen Nachrichten herauszustechen ist fast unmöglich. Eine Antwort auf Nachrichten bekommt man sowieso in den wenigsten Fällen. Meistens nur, dass man bereits zu spät dran ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Verkäufer super dankbar sind, wenn man direkt anruft. Telefonisch lässt sich alles einfach viel schneller klären. 

Persönlicher Tipp: Bist du an dem Fahrzeug wirklich stark interessiert, ist es super wichtig dem Verkäufer dies in deinem ersten Gespräch auch zu vermitteln. Bist du freundlich und können die Verkäufer eine echte Kaufabsicht erkennen, reservieren sie das Fahrzeug bis du es besichtigt hast. Übrigens ist dies auch der einzige Grund, weshalb wir unseren Traumcamper so schnell gefunden haben! Nach einem ersten Gespräch hat der Privatverkäufer das Fahrzeug für uns bis zum nächsten Tag reserviert – und damit etwa 20 weiteren Interessenten abgesagt.

Basisfahrzeug genau anschauen & die gängigen Kriterien des Gebrauchtwagenchecks beachten

Es ist so weit! Die erste Besichtigung deines möglicherweise zukünftigen Campervans steht an. Wir geben zu, bei unseren Besichtigungen waren wir so unglaublich aufgeregt. Ein Glück, dass es gleich der zweite Kastenwagen schließlich auch geworden ist. Diese Aufregung vorher konnten wir kaum aushalten. Damit am Tag der Besichtigung auch nichts schiefgeht, kannst du dir auf der Seite des ADAC, TÜV etc. eine Checkliste zum Gebrauchtwagencheck herunterladen. Unser Retter in der Not. Sonst hätten wir mit Sicherheit so einiges vergessen! 

Aber auch ohne diese Liste gibt es einige ganz grundsätzliche Dinge, für welche du sicherlich keine Liste brauchst. Wie wir anfangs bereits erzählt haben, war unsere erste Kastenwagen-Besichtigung der absolute Reinfall und der Händler leider unseriös. Michas Bauchgefühl hat da direkt angeschlagen, wodurch wir letztlich super kritisch wurden. Ein Glück können wir im Nachhinein nur sagen!

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Checkliste zum Kauf Deines Camper Basisfahrzeugs

1. Das Offensichtliche

  • Wirkt der Händler seriös?
  • Was sagt dein Bauchgefühl?
  • Allgemeiner Fahrzeugzustand?
  • Rost? Im oder unter dem Fahrzeug?
  • Reifenzustand? Allwetterbereifung oder Sommer- und Winterreifen (achtfache Bereifung) im Kaufpreis enthalten?
  • Passt die Abnutzung zum Tachostand?
  • Gibt es Dokumentationen zu Reparaturen? (Scheckheft, Rechnungen …?)
  • Springt das Fahrzeug ohne Probleme an, auch wenn der Motor kalt ist?
  • Probefahrt!
  • Passt das Fahrzeug von der Größe / Höhe wirklich zu deinen Vorstellungen?
  • Kaufvertrag abschließen! 

2. Detaillierter Check

Nun geht es an die Details. Es ist Zeit deine Checkliste zu zücken.

Kleiner Tipp: Achte auch auf Kleinigkeiten, z.B. ob die Lampen funktionieren. Ein Wartungsstau lässt sich nämlich häufig anhand dieser „Kleinigkeiten“ erahnen. Während wir diese Zeilen so schreiben denken wir gerade: „Hätten wir bei unseren Besichtigungen da mal genauer hingeschaut, wären uns einige unschöne Erfahrungen erspart geblieben.“ Letztlich können wir froh sein, dass es professionelle Gebrauchtwagenchecks gibt. Aber dazu gleich mehr…

Ein besonders cooles Gadget, welches auch später auf Reisen unter Umständen sehr nützlich sein kann, ist ein „Mini-OBD-Auslesegerät“. Hiermit kannst du in begrenztem Rahmen selbst Fehlerdiagnose betreiben, was gerade im Ausland hilfreich sein kann.

Gebrauchtwagencheck bei der DEKRA oder TÜV

Dieser Check hat uns davor bewahrt ein Camper Basisfahrzeug zu kaufen, welches ein absolutes Sicherheitsrisiko darstellte. Der Check kostete circa. 80 € und war wirklich seinen Preis wert. Einen Termin bekamen wir bei der DEKRA in Berlin direkt auf Nachfrage. 

Was kostet ein gutes Camper – Basisfahrzeug?

Der Markt hat sich seit dem ersten Vanlife-Boom deutlich verändert. Die Preise schwanken auf und ab, haben sich aber auf einem stabilen hoch eingependelt. Wer ein gutes Basisfahrzeug anschaffen möchte, bezahlt selbst für einen gebrauchten meist noch zwischen 10000€ und 15000€. Weitere Kostentreiber sind dann natürlich der Ausbau, Wartung, Reparaturen, Fixkosten, Zulassung und TÜV. Bei unserem ersten Camper vor knapp 6 Jahren lagen diese, inkl. aller nachträglichen Upgrades, bei ca. 13.310€. 

Wer ein vermeintliches Schnäppchen findet, sollte hellhörig werden. Eine hohe Laufleistung im ersten Leben des Camper – Basisfahrzeugs ist ein Risikofaktor für einen bald drohenden wirtschaftlichen Totalschaden. Ein fälliger DPF, ein defektes Getriebe, Rost im Schweller, oder aber Injektoren die ausgebohrt werden müssen. Das bittere Ende: Der Camper steht mehr in der Werkstatt als am Strand und das Ersparte welches für deine Abenteuer geplant war, wird von teuren Reparaturen aufgefressen.

Unsere Erfahrung durch zwei Camper-Ausbauprojekte

Erstes Projekt (2020) – Ford Transit

Bei unserem ersten Ausbau war der Preis für das Basisfahrzeug wahrscheinlich der größte Faktor. Mit 6.000€ war unser Budget wirklich begrenzt. In diesem Preisrahmen konnten wir zu den oben genannten Auswahlkriterien (Laufleistung, Alter, TÜV) hauptsächlich Ford Transit und Opel Movanos / Renaults finden. Mit unserem Ford Transit L2H3 sind wir bis heute sehr zufrieden. Das Basisfahrzeug hat sich durchaus als robust und langlebig herausgestellt und ist bald 300.000 km gelaufen. 

Ursprünglich war der Camper jedoch nicht für Langzeitreisen oder gar Vollzeit-Vanlife gedacht. So stellten wir bald fest, dass ein etwas größeres Fahrzeug für Reisen zu zweit durchaus wünschenswert gewesen wäre. Letztlich wäre dieser Umstand allein für uns nicht schwerwiegend genug um ein neues Fahrzeug auszubauen. 

Zweites Projekt (2026) – Peugeot Boxer

Bei unserem zweiten Ausbau haben wir, wohlwissend dass das Fahrzeug für Vollzeit-Vanlife gedacht ist, direkt nach einem etwas längeren Modell gesucht. Aufgrund des etwas höheren Budgets kamen diesmal auch Citroën, Fiat und Peugeot infrage. Da wir uns einen etwas einfacheren Innenausbau aufgrund des kastigeren Designs versprachen, haben wir uns dann auch für einen Peugeot entschieden. 

Los geht’s – auf der Suche nach deinem Traumhaus auf vier Rädern

Gerne würden wir dir an dieser Stelle DAS perfekte Camper – Basisfahrzeug nennen, aber den perfekten Camper gibt es leider nicht. Letztlich kannst du dich immer nur anhand deiner Pläne und Vorstellungen für das Fahrzeug entscheiden, bei dem du die wenigsten Kompromisse eingehen musst. 

Wir haben uns nicht ohne Grund nun schon zum zweiten Mal für einen Kastenwagen mit Stehhöhe entschieden. Für uns bietet dieses Segment einfach die perfekte Balance: Es ist genügend Platz für ein gemütliches, festes Bett, einen Platz zum Arbeiten von unterwegs und eine Küche, aber immer noch kompakt genug, um auch ohne Lkw-Führerschein-Stress ganz entspannt an die entlegensten und schönsten Orte zu gelangen.

Hast du nach dem Lesen schon eine Idee, welches Fahrzeug dein Herz erobern wird? Schreib uns deine Gedanken und Fragen super gerne unten in die Kommentare, wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

Literaturtipps für die Auswahl des Camper Basisfahrzeugs

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Moin zusammen,
    Wie finde ich zu Beginn heraus ob es bei den Fahrzeugen erlaubt ist eine Gasdruck- Sitz- Federung einzubauen wie es bei den Statt Busse oder LKWs eingebaut ist um den Rücken bei langen Fahrten zu schonen?

    Antworten
    • Outdoornomaden
      29. September 2021 10:03

      Hi Martin,

      das ist eine gute Frage, leider können wir die so auch nicht beantworten. Tatsächlich würde ich dafür einfach mal den TÜV kontaktieren, die sind da meist sehr hilfsbereit.

      Liebe Grüße
      Miri

      Antworten

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Mit unserem selbstausgebauten Van reisen wir um die Welt, sammeln Geschichten und Momente für Outdoornomaden, bewundern die großen und ganz kleinen Dinge, denen wir täglich begegnen. Im Van zu leben war immer unser großer Traum. 2020 haben wir unseren Mut zusammen genommen und uns unser Traumhaus auf vier Rädern gebaut. Zuhause ist nun, wo wir es parken. Wir glauben: Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Und wer weiß schon was das Morgen bringen wird?

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